25. Februar 2021 / 15:31 Uhr

Roßweiner SV hofft auf Fortsetzung der Hinrunde

Roßweiner SV hofft auf Fortsetzung der Hinrunde

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Martin Schwibs (am Ball) kickt für den Roßweiner SV.
Der Roßweiner Torjäger Martin Schwibs (Nr. 10, blau) hofft, dass die Saison bald fortgesetzt wird. © Bettina Finke
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Das genehmigte Hygienekonzept schlummert beim Roßweiner SV in einer Schublade vor sich hin. Bei dem Tabellenführer herrscht wie bei vielen anderen Vereinen auch, Unklarheit darüber, wie und wann es weitergeht. Die Roßweiner hoffen, dass die Saison irgendwie zu Ende gespielt werden kann, damit Auf- und Absteiger ermittelt werden können.

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Roßwein. Der riesige Berg Schnee ist blitzschnell dahin geschmolzen, die Sonne steht schon sichtlich höher, die Temperaturen steigen spürbar an. Eigentlich würden zum jetzigen Zeitpunkt etliche regionale Fußballteams bereits ihre ersten Punktekämpfe nach der Winterpause bestreiten. Doch normal ist in den ersten Wochen und Monaten des Jahres 2021 überhaupt nichts.

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Auch beim Roßweiner SV würde man dieses blöde Corona-Virus einfach mit dem Finger weg schnipsen wie eine lästige Fliege. Fußball-Abteilungsleiter Jens Arnold findet es irgendwie schade, nicht zaubern zu können und sinniert auf der Online-Plattform FuPa über die aktuell nach wie vor schwierige wie ungewisse Lage. Das Vereinsleben tuckelt momentan praktisch auf Schmalspurgleisen mit der Bimmelbahn vor sich hin statt mit dem ICE davon zu brausen, lediglich einige diverse Büroarbeiten müssten erledigt werden.

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Im Stadion an der Haßlauer Straße ist es noch ruhiger als sonst in der kalten Jahreszeit, darüber hinaus gebe es in Sachen Videotraining ebenfalls keinerlei Aktivitäten von Seiten des Vereins. Was der Kicker-Chef des RSV allerdings auf keinen Fall als Kapitulation vor der Pandemie ausgelegt haben möchte.

Alle Mitglieder an Bord geblieben

Was ihn jedoch ärgert, sind die in der Schublade vor sich hin welkenden Hygienekonzepte. Diese wurden im vergangenem Jahr nach dem ersten Lockdown erstellt, regelmäßig an die Gegebenheiten angepasst und ständig mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Die Umsetzung habe dank der Disziplin von Mitgliedern und Zuschauern einwandfrei funktioniert, es gab im Zusammenhang mit dem Besuch der Roßweiner Sportstätte keinen einzigen Corona-Befund, sogar die Urlaubsrückkehrer wurden aus reiner Vorsichtsmaßnahme vorübergehend aus dem Trainings- und Spielbetrieb heraus gefiltert.

Wenig später betont Arnold die erfreulichen Aspekte während der abermaligen sportlichen Auszeit. Alle Mitglieder sind an Bord geblieben und haben aufgrund der laufenden Kosten die Wichtigkeit ihrer Beitragszahlungen erkannt, dennoch ist für das zweiten Quartal eine finanzielle Entlastung vorgesehen. Was wegen der Treue der Sponsoren machbar sei, an dieser Front gab es ebenso wenig negative Signale. Jens Arnolds Dankeschön verbindet er mit der Hoffnung, dass dies über den Sommer hinaus so bleiben möge und auch die dann auslaufenden Verträge verlängert werden.

Sollte Auf- und Absteiger geben

Aus rein sportlicher Sicht ist bei den Blau-Weißen ohnehin so ziemlich alles in Butter. Die erste Männermannschaft um Trainer Jörg Soujon ist souveräner Tabellenführer in ihrer Kreisoberligastaffel und hatte deshalb nicht unbedingt Anlass, sich in der abgelaufenen Transferperiode nach personellen Ergänzungen umzusehen. Talentierte Nachwuchsakteure an das Niveau im Herrenbereich heran zu führen und ihnen Spielpraxis zu ermöglichen bleibe die Philosophie bei den Roßweinern. Ungeachtet dessen werde man in Zukunft punktuelle Verstärkung nicht verweigern, sobald sich dafür die entsprechenden Gelegenheiten ergeben sollten.

Zuvor wäre es wünschenswert, die Hinrunde der angebrochenen Saison als Bewertungsgrundlage zum Abschluss zu bringen. Falls der Restart erst später als erwartet erfolgen kann, sei die Streckung der Serie über zwei Spieljahre hinweg definitiv eine Überlegung wert. Auf jeden Fall solle es Auf- und Absteiger geben und der Pokalwettbewerb planmäßig beendet werden.

Dem Sektions-Leiter des RSV brennen gleichfalls die Gesundheit der Menschen in der momentanen Krise, die weitere materielle und ideelle Unterstützung des Vereins sowie die Stärkung des Amateursports und speziell des auf dieser Ebene ehrlichen Fußballs unter den Nägeln.

Gesellschaft und Sport sind untrennbar

In vielen Dingen in eine ähnliche Kerbe schlägt „sein“ am Gespräch beteiligter Torjäger Martin Schwibs. Diesem schwebt ein steigendes Zuschauerinteresse vor den Augen. Es gebe doch nichts Schöneres, als auf dem lokalen Sportplatz bei Bier und Bratwurst mit den Kumpels über Gott und die Welt zu quatschen anstatt die verwöhnten Bundesligaprofis am Fernseher anzuglotzen.

Wie der Weg aus dem aktuellen Dilemma aussehen könnte? Der Roßweiner Goalgetter nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. Es gelte die Kranken und die Risikogruppen zu schützen und den Gesunden ihre Freiheit zurück zu geben. Gesellschaft und Sport seien untrennbar miteinander verbunden, etliche aus seinem Bekanntenkreis seien dieser Meinung, viele hätten allerdings Hemmungen die Wahrheit auszusprechen. Corona hat das Land zweifellos in Wallung gebracht, auch beim Roßweiner SV sehnen sich alle nach dem Sieg über den Spuk.