17. März 2020 / 11:45 Uhr

Roßweiner SV trotz Corona-Krise in bester Stimmung

Roßweiner SV trotz Corona-Krise in bester Stimmung

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Der Roßweiner SV steht in dieser Saison gut da. © Christian Modla
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Die Saison läuft bisher gut für die Roßweiner. Sie stehen derzeit auf dem zweiten Platz in der Liga, knapp hinter dem Bornaer SV, möchten aber dennoch diese Saison nicht aufsteigen.

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Roßwein. Beim Roßweiner SV ist man derzeit der Corona-Krise und der damit verbundenen Absage des sportlichen Geschehens auch in der Fußball-Kreisoberliga zum Trotz in bester Stimmung. Warum dies so ist, verrät ein Blick auf den aktuellen Stand in der höchsten Staffel innerhalb des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land. In dieser nämlich stehen die Muldestädter nach der reichlichen Hälfte der Saison mit 37 erspielten Punkten auf Platz 2 hinter dem Bornaer SV 91 mit 39 Punkten. „Rechnet man die sechs Punkte hinzu, die uns vor Saisonbeginn aufgrund des nicht erbrachten Schiedsrichter-Solls abgezogen worden sind, würden wir derzeit von der Tabellenspitze grüßen“, gibt der Abteilungsleiter Fußball, Jens Arnold, zu bedenken. „Aber hinter diese Sache haben wir mittlerweile einen Haken setzen können“, so der bullige Stürmer.

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Abgehakt ist auch das Kapitel Landesklasse. In diese hatte sich das Team von der Mulde in der Spielzeit 2018/19 gewagt - und Lehrgeld zahlen müssen. „Wir haben diese Saison unter Aufbietung aller Kräfte, sprich mit Unterstützung von Spielern aus der zweiten Mannschaft zu Ende gespielt. Und dass die Mannschaft insbesondere nach der demoralisierenden Rückrunde zusammengeblieben und in der folgenden Saison nahezu geschlossen wieder in der Kreisoberliga an den Start gegangen ist, sagt sehr viel über ihre charakterliche Stärke“, so Arnold. Da man von Beginn an kommuniziert habe, dass ein möglicher sofortiger Wiederabstieg keinen sportlichen Beinbruch bedeuten würde, ist sein schlussendliches faktisches Eintreten entsprechend nahezu geräuschlos im Verein aufgenommen worden.

Stabiler Kader am wichtigsten

Die Lehren, die man aus dieser einen Saison in Liga 7 gezogen habe, sei die, dass diese eine Nummer zu groß für den Verein sei und diesem die Kreisoberliga besser zu Gesicht stehe. „Deshalb würden wir auch in dieser Saison im Falle des Gewinns der Meisterschaft oder einer anderweitigen Aufstiegsoption nicht von dieser Gebrauch machen“, stellt der Roßweiner Fußball-Abteilungsleiter klar. „Aber da man nie weiß, was kommt, haben wir das Thema Landesklasse noch nicht ganz zu den Akten gelegt, wenngleich wir weit entfernt davon sind, Geld für Spieler in die Hand zu nehmen.“

Wichtiger als die Spielklasse sei es für den Verein, über einen stabilen Kader zu verfügen, in dem es den sportlichen Akteuren Spaß bereite, allwöchentlich aufzulaufen. „Personell sind wir gemessen an den Umständen und der zunehmenden Unlust des Nachwuchses, sich sportlich zu betätigen, gut aufgestellt“, so Jens Arnold. Zwar folgten in den nächsten Jahren weniger üppig bestückte Nachwuchs-Jahrgänge, das Spielermaterial reiche aber aus, um das sportliche Überleben mittelfristig zu sichern. „Und auch der Austausch zwischen erster rund zweiter Mannschaft funktioniert reibungslos, darüber hinaus ist der Verein von einem guten Zusammenhalt aller in ihm tätigen Spieler und Funktionäre geprägt“, so Arnold, der nicht davon ausgeht, dass der Spielbetrieb in der Kreisoberliga noch einmal aufgenommen wird.

„Spiele in der Woche anzusetzen, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen, mag vielleicht im Nachwuchsbereich noch funktionieren, im Herrenbereich, in dem nicht selten die Wochenendpartien wegen Personalmangels auf der Kippe stehen, aber ganz sicher nicht“, so der Roßweiner Fußball-Abteilungsleiter, für den die aktuelle Corona-Krise auch etwas Gutes hat. "Manch einer auch in unserem Verein hat immer Mal wieder etwas zu nörgeln, aber in der jetztigen Situation sind auch alle in den Fußball Involvierten zu der Erkenntnis gezwungen, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt."