17. Oktober 2020 / 18:05 Uhr

Rostocker FC landet Befreiungsschlag gegen Greifswalder FC

Rostocker FC landet Befreiungsschlag gegen Greifswalder FC

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Pure Freude nach dem Abpfiff bei Offensivspieler Kevin Mbengani, der auf seinen Coach Vladimir Liutyi (v.) gesprungen ist.
Pure Freude nach dem Abpfiff bei Offensivspieler Kevin Mbengani, der auf seinen Coach Vladimir Liutyi (v.) gesprungen ist. © Johannes Weber
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Dank der Tore von Christos Iereidis und Eric Martin dreht der RFC das Spiel gegen den GFC und gewinnt mit 2:1. Vladimir Liutyi wird zum Cheftrainer befördert. Greifswalds Trainer Roland Kroos enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft.

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Diese Freude musste einfach raus. Direkt nach dem Abpfiff springt Offensivspieler Kevin Mbengani auf den Rücken von Trainer Vladimir Liutyi. Das Duo vom Rostocker FC freut sich voller Inbrunst über den ersten Sieg in der NOFV-Oberliga Nord seit zwei Monaten. Mit dem 2:1 (0:1) am Sonnabend vor eigener Kulisse gegen den Aufstiegsaspiranten Greifswalder FC (2. Platz/17 Punkte) sorgte der RFC für ein Achtungszeichen am 8. Spieltag. Damit beendeten die Rostocker ihre Negativserie von sechs Liganiederlagen. Für den GFC war es die erste Schlappe in dieser Saison.

„Die Jungs wollten den Sieg heute wahrscheinlich mehr als Greifswald", kommentierte RFC-Coach Vladimir Liutyi. Er wird seine Mannschaft auch weiterhin als Cheftrainer von der Seitenlinie aus betreuen. Rostocks Sportlicher Leiter Christopher Stoll bestätigte auf SPORTBUZZER-Nachfrage, dass aus der Interims-, eine Dauerlösung mit dem Ukrainer wird. Liutyi hatte im September den ehemaligen Übungsleiter Jens Dowe nach vier Spieltagen zunächst interimsmäßig abgelöst. „Vladi hatte es zuletzt nicht leicht, musste sehr viele neue Spieler in die Mannschaft integrieren. Er hat es aber gut gemacht, wird sind zufrieden mit seiner Arbeit", sagte Stoll.

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Während beim RFC nach dem Befreiungsschlag kollektives Durchatmen herrschte, verließen die Greifswalder schnurstracks den Platz. GFC-Coach Roland Kroos meinte: „Die Enttäuschung ist groß, gerade wenn du gegen eine Mannschaft wie den RFC verlierst, die unten drin steht. In meinen Augen sind die Rostocker auch keine Spitzenmannschaft. Sie haben das gemacht, was sie machen konnten, sich in jeden Zweikampf reingehauen und waren bei Kontern gefährlich."

Kroos vermisste bei einigen seiner Schützlinge, dass sie sich in den Zweikämpfen entsprechend behaupten. Zunächst ging es für die Greifswalder noch gut los. Velimir Jovanovic hatte den GFC in der 25. Minute in Führung gebracht. Der Vorsprung hielt allerdings nur sechs Minuten. RFC-Kicker Christos Iereidis verwertete eine scharfe Hereingabe von Kevin Mbengani am langen Pfosten zum Ausgleich.

Zu Beginn der zweiten Hälfte drehten die Gastgeber die Partie endgültig. Samuel Scharf, der im zentralen Mittelfeld viel arbeitete und die meisten Zweikämpfe für sich entschied, bewies in der 52. Minute ein gute Übersicht. Seine Vorlage verwertete Eric Martin zum 2:1. Anschließend verteidigte der Außenseiter die Führung mit allem, was er hatte.

Hinten hielt Rostocks unterhalb der Woche neuverpflichteter Keeper Josip Jokanovic einige wichtige Bälle fest. Er soll fortan die Nummer eins beim RFC sein. Tobias Werk wird nach Auskunft von Christopher Stoll nicht mehr für die Liutyi-Elf zwischen den Pfosten stehen. „Tobias hat sich die vergangenen Wochen immer wieder zur Verfügung gestellt. Beruflich ist er etwas eingespannt und zudem noch als Torwarttrainer bei Hansa im Nachwuchs aktiv. Bei uns ist er dennoch weiterhin gerne gesehen", erzählt Stoll.

Ebenfalls sein Debüt beim RFC gab Nikita Skliar, der im Sommer aus der U 19 des FC Hansa gekommen war. Der Blondschopf war am Freitag 18 Jahre alt geworden.

Durch den Erfolg sprangen die Rostocker (jetzt 6 Punkte) vorerst auf den zwölften Tabellenrang. Liutyi: „Wir hatten uns in den vergangenen Wochen mit einigen Spielern nachträglich verstärkt. Wir werden jetzt weiter kämpfen und wollen uns aus dieser Situation befreien."

Hingegen schnell abhaken will der Greifswalder FC das Spiel beim RFC. Nach zuvor neun ungeschlagenen Pflichtspielen war Kroos von der Leistung seiner Mannen nicht gerade begeistert. „Es entschuldigt nicht, dass drei Stammspieler, gerade im Abwehrbereich, gefehlt haben. Man hat es zwar gesehen, dass Spieler wie Luca Klatt noch nicht so weit sind. Insgesamt war es aber enttäuschend", lautete das deutliche Fazit des 60-Jährigen.

Das einzig Positive für den GFC war an diesem Spieltag, dass Tabellenführer SV Tasmania Berlin (21) ebenfalls patzte. Nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Hertha 03 Zehlendorf haben die Bundeshauptstädter weiterhin vier Zähler Vorsprung auf die Greifswalder.

Rostocker FC: Jokanovic - Ben-Cadi, Schätzle, Dojahn - Hofmann, Scharf, Erglis, Iereidis (77. Diaby) - Martin (90. +3 Papenhagen), Mbengani (77. Nehls) - Grube (77. Skliar).
Greifswalder FC: Leu - Kröger (82. Otto), Berger, Rüh, Klatt (59, Selchow) - Pozniak, Schünemann - Miyazaki (82. Memaj), Appiah, Krolikowski - Jovanovic.
Tore: 0:1 Jovanovic (25.), 1:1 Iereidis (31.), 2:1 Martin (52.).
Schiedsrichter: Florian Strübing.
Zuschauer: 200.