29. Oktober 2020 / 16:19 Uhr

Rostocker Stefan Karow debütiert im DFB-Dress

Rostocker Stefan Karow debütiert im DFB-Dress

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Stefan Karow (r.) analysiert direkt nach Abpfiff gegen Dänemark das Torwartspiel der U 16.
Stefan Karow (r.) analysiert direkt nach Abpfiff gegen Dänemark das Torwartspiel der U 16. © Foto: DFB
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Trainer der Bolzakademie, Nachwuchsleiter des Greifswalder FC, UEFA-B-Lizenz-Anwärter und jetzt auch Torwarttrainer beim DFB – Stefan Karow gab im Oktober sein Debüt in der Nationalmannschaft. Neben ihm dabei: die Ex-Profis Heiko Westermann und Sandro Wagner.

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Dieses pathetische Gefühl, den Schulterschluss mit dem Trainerteam und das gemeinsame Singen der deutschen Nationalhymne, hätte Stefan Karow am Dienstag und Mittwoch gern noch einmal erleben wollen. Denn die Minuten vor seinem Länderspieldebüt als Torwarttrainer der U-16-DFB-Auswahl Mitte Oktober gegen Dänemark waren „schon ein besonderer Moment“, schwärmt Karow. Doch die in dieser Woche angesetzten Spiele gegen die Schweiz sind coronabedingt abgesagt.

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So zerrt der ehemalige Torwarttrainer des FC Hansa Rostock weiter von den Eindrücken, die er in seinen ersten Monaten als Nationalcoach neben „Chef“ Marc-Patrick Meister, Assistent Heiko Westermann und Stürmertrainer Sandro Wagner sammeln durfte.

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„Das war ganz spannend, auch weil Sandro Wagner ein interessanter Typ ist und Heiko Westermann extrem viel Fachwissen hat. Da merkt man die jahrelange Profi-Erfahrung“, erzählt Karow.

Durch Lehrgänge, Vorträge und Aushilfe bei den DFB-Mädchen entwickelte und festigte sich der Kontakt zum Torwartkoordinator Marc Ziegler. Seit diesem Jahr ist Karow festes Mitglied im Trainerstab beim Fußballbund – neben seinen Jobs als Trainer der Bolzakademie und Nachwuchsleiter des Greifswalder FC. Und ganz nebenbei büffelt der Rostocker für seine UEFA-B-Lizenz als Torwarttrainer. „Die Vertretungen in Rostock und Greifswald kann ich, wenn nötig, organisieren. Die Lizenz ist dann aber wirklich stressig“, verrät Karow.

Zum Einstand beim DFB weilte Karow bereits im Trainingslager in Herzogenaurach und beim Torwartlehrgang aller U-Nationalmannschaftskeeper und musste sechs Gegentore beim Debüt gegen Dänemark hinnehmen (0:2, 5:4). „Da konnten meine Torhüter nicht viel machen. Aber das passiert im Ausbildungsfußball. Das Spannende an dieser Altersklasse ist, dass sich die Jungs ausprobieren wollen“, meint Karow.

Ausprobieren kann sich auch der 46-Jährige in ungewohnt professionellem Umfeld. Ihm stehen Sportpsychologen und Videoanalysten beinahe rund um die Uhr zur Verfügung. „Manchmal muss ich im Training nur den Arm heben und habe die Sequenz direkt parat. Das macht schon Spaß“, verdeutlicht Karow. Zudem bekomme er die Videos „seiner“ Torhüter aus den Nachwuchszentren der Vereine. „Ich lege großen Wert auf die Bindung zu meinen Torhütern, will viel über sie wissen. Denn während der Lehrgänge kann ich sie technisch nicht groß weiterbringen. Daher liegt der Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung und torwarttaktischen Dingen beim DFB“, erzählt der Mecklenburger.

Sein mittelfristiges Ziel: Der Schulterschluss während der deutschen Hymne bei der U 17-Europameisterschaftsendrunde kommendes Jahr in Israel und Zypern.