24. Oktober 2021 / 18:47 Uhr

Rostocker Talente ärgern Deutsche Tennis-Asse

Rostocker Talente ärgern Deutsche Tennis-Asse

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Die Rostockerinnen Jolie Abendroth (r.) und Jolien Ueberschär standen sich im Doppel beim Jobella-Cup gegenüber.
Die Rostockerinnen Jolie Abendroth (r.) und Jolien Ueberschär standen sich im Doppel beim Jobella-Cup gegenüber. © Horst Schreiber
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Jolie Abendroth und Jolien Ueberschär nutzten die Chance bei der Jobella-Cup-Premiere in Demmin. Allerdings dominierten die Greiner-Schwestern aus Berlin das Top-Turnier.

Der erste Jobella-Cup in Demmin wurde zur Familienangelegenheit. Die Schwestern Sophie (18) und Lena Greiner (20) machten den Sieg des mit 2500 Euro dotierten Turniers unter sich aus – mit dem besseren Ende für die ältere Berlinerin (6:2, 6:4). Das A-4-Turnier im Jobella-Leistungszentrum der Hansestadt war das erste Hallenturnier in MV von nationaler Bedeutung (vierthöchste Turnierkategorie) überhaupt. Dementsprechend schlugen neben Sophie (71) und Lena Greiner (69) weitere Top-100-Spielerinnen aus Deutschland auf. Mit Philippa Färber war auch die Deutsche Jugendmeisterin im Tableau vertreten.

„Wir wollten von außen Leistung ins Land holen – als Motivation für die Spielerinnen, für den Verband“, erklärt Organisator Sven Ueberschär das Vorhaben. Weitere Jobella-Cups sind in diesem Winter geplant. „Wir haben Bock und Energie, so etwas zu organisieren. Hoffentlich entwickelt sich daraus eine Gemeinschaft und tolle Turnier-Atmosphäre“, sagt Ueberschär.

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Alice Violet nahm das Angebot dankend an. Die an Eins gesetzte Hamburgerin und Deutschlands Nummer 65 spielte erstmals in MV. „Ich bin schon rumgekommen, aber in Demmin war ich noch nie“, sagt Violet. Die Chance auf Ranglistenpunkte und das „schmackhafte“ Preisgeld haben die 25-Jährige in die Hansestadt gelotst. Violet ist halbtags Tennislehrerin und halbtags Profi. „Ich will so weit wie möglich und finanzierbar nach oben kommen“, sagt die Spielerin des Großflottbeker THGC. Da kamen die Ranglistenpunkte für das Erreichen des Halbfinals im Jobella-Cup, der zudem Vorbereitung für die Norddeutsche Meisterschaft war, gerade recht.

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Die Veranstalter boten auch eine in Deutschland unübliche Doppel-Konkurrenz an. Erneut bestimmten die Greiner-Schwestern das Niveau und holten sich den zweiten Sieg in Demmin. „Das Doppel ist eine super Ergänzung. Spielerinnen haben nicht nur ein Einzelspiel und müssen danach wieder nach Hause, sondern können sich an der Seite einer guten Partnerin entwickeln“, sagt Mitorganisator Mathias Abendroth.

Seine Tochter Jolie und Jolien Ueberschär (beide Rostock) waren die einzigen Mecklenburgerinnen, die die Chance auf Spiele gegen die Top-100 nutzten. Ueberschär (Ranglistenplatz 1800) war die jüngste Spielerin und hatte die an Platz 323 geführte Raja Szyszkowitz am Rande einer Niederlage (6:0, 3:6, 6:10). Abendroth gewann sogar ihr Auftaktmatch, musste sich im Viertelfinale denkbar knapp im Tie-Break geschlagen geben (4:6, 6:4, 9:11). „Es waren noch 14 Plätze frei. Schade, dass keine weitere Spielerin aus MV gemeldet hat. Für Jolien war das Erstrundenduell ein tolles Erlebnis“, sagt Vater Sven Ueberschär, der sich zudem mehr Publikum für das hochklassige Tennis-Aufgebot erhofft hatte.