29. Januar 2020 / 15:44 Uhr

Rot-Weiß Erfurt stellt Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung ein - Punktverluste für Konkurrenten

Rot-Weiß Erfurt stellt Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung ein - Punktverluste für Konkurrenten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei Rot-Weiß Erfurt gehen die Lichter aus.
Bei Rot-Weiß Erfurt gehen die Lichter aus. © imago images / Bild13
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Die erhoffte Last-Minute-Rettung ist ausgeblieben. Das Thema Regionalliga-Fußball in Erfurt ist erst einmal Geschichte. Die Thüringer stehen als Absteiger fest.

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Erfurt. Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt muss den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen. Die seit dem Wochenende laufenden Verhandlungen mit einem neuen möglichen Investor blieben erfolglos, teilte der Insolvenzverwalter Volker Reinhardt am Mittwoch in einer Presseerklärung mit. Damit steht Erfurt als Absteiger in die Oberliga fest.

Partien werden annulliert

Die Spieler hätten große Geduld bewiesen, betonte Reinhardt. Mit diesen hatte er eine Frist bis Mittwochnachmittag vereinbart. „Die meisten von ihnen wollten bleiben und haben bis heute abgewartet. Sie müssen jetzt noch vor Ende der Transferperiode die Möglichkeit zu einem Vereinswechsel bekommen.“ Der Verein bestehe weiter und müsse sich neu ausrichten, hieß es. Der Fokus liege jetzt auf der Fortführung des Nachwuchsspielbetriebes.

Der FC Rot-Weiß Erfurt muss den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost einstellen. Zur Meldung ➡️ https://bit.ly/2uGxL2n

Gepostet von FC Rot-Weiß Erfurt e.V. am Mittwoch, 29. Januar 2020

Für die übrigen Teams der Regionalliga Nordost hat die Entscheidung ebenfalls folgen. Die bisher gegen die Erfurter absolvierten Partien werden annulliert. Die BSG Chemie Leipzig verliert auf diese Weise einen Punkt. Die Leutzscher mussten in der laufenden Saison erst einmal gegen die Thüringer ran, erkämpften ein 0:0. Härter trifft es den 1. FC Lok Leipzig. Die Probstheidaer haben auch bereits das Rückspiel gegen Erfurt absolviert, büßen deshalb vier Punkte ein. „Der FC Rot-Weiß Erfurt ist ein Traditionsverein im Osten, verkörpert für seine zahlreichen und leidenschaftlichen Fans seit 54 Jahren Identifikation und Stolz. Das sollte nicht so zu Ende gehen“, sagte Cottbus-Präsident Matthias Auth.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits ein emotionales Auf und Ab in Erfurt gegeben. Am Freitag hatte Reinhardt zunächst angekündigt, die Mannschaft am Montag vom Spielbetrieb abmelden zu wollen. Zuvor hatte der Club die Dezember-Gehälter nicht zahlen können, weil ein Investor Zahlungen nicht geleistet hatte. Auch Gespräche mit neuen Geldgebern waren erfolglos verlaufen.

Gründungsmitglied der 3. Liga

Nur zwei Tage später keimte Hoffnung auf. Reinhardt teilte am Sonntag überraschend mit, dass Gespräche mit einem Investor vielversprechend gelaufen seien und bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet worden war. Trotzdem drängte die Zeit. Bis zum Ende der Wechselperiode am Freitag musste eine Entscheidung gefällt werden, damit Spieler sich notfalls nach einem neuen Verein umsehen können.

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Diesen Weg müssen die Profis nun gehen. Bereits zu Beginn der Woche hatten Morten Rüdiger (Lübeck), Rico Gladrow (Cottbus), Kapitän Lukas Novy (unbekannt) und Selim Aydemir (Menemenspor) den Club verlassen. Nun suchen weitere Spieler innerhalb kürzester Zeit einen neuen Verein.

In RWE verliert der Fußball-Osten einen seiner bekanntesten Verein vorerst in die Bedeutungslosigkeit. Einst rühmte man sich, Gründungsmitglied der 3. Liga zu sein. Doch mit riskanten wirtschaftlichen Manövern, um die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen, begann der Abstieg. Am 14. März 2018 wurde der Insolvenzantrag eingereicht, wenige Wochen später stand der Abstieg in die Regionalliga fest. Zwei Jahre später geht es nun noch eine Liga tiefer.

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