27. Dezember 2019 / 14:57 Uhr

Rot-Weiß Wolgast und FC Insel Usedom sind gut platziert

Rot-Weiß Wolgast und FC Insel Usedom sind gut platziert

Wolfgang Dannenfeldt/Detlef Spiller
Ostsee-Zeitung
War nach längerer Pause mal wieder dabei: Der Wolgaster Christian Kohr (M.).
Christian Kohr (am Ball) ist mit 17 Treffern bester Wolgaster Torschütze und damit Zweiter in der „Goalgetter“-Liste der Landesklasse II. Mit 13 Toren steht Vereinskamerad Steven Zok auf Rang vier. © Verein
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Wolgast/Bansin. Wie in vielen Fußball-Ligen Deutschlands üblich, pausieren derzeit auch die Landesklasse-Kicker aus Mecklenburg-Vorpommern. Zeit für einen Rückblick. Aus der hiesigen Region spielen der FC Rot-Weiß Wolgast und der FC Insel Usedom in der Staffel II. Während sich die Rot-Weißen zuletzt immer besser präsentiert und damit Tabellenrang fünf erreicht haben, sind die Insel-Kicker trotz des vierten Platzes unzufrieden.

Wolgaster Fußballer klettern aus dem Keller

Der FC Rot-Weiß Wolgast zählt zu den positiven Erscheinungen der Hinserie in der Saison 2019/20. Das Team von Trainer Erik Lüdtke ist derzeit Tabellenfünfter. Dabei hatten die Rot-Weißen nach sieben Spieltagen nur sieben Punkte auf der Habenseite, sie standen auf einem Abstiegsplatz. Doch wie sich das Team anschließend wieder aufgerappelt hat, ist aller Ehren wert. Bis zur Winterpause wurde sechs Mal gewonnen und zweimal remis gespielt. Die hohen Siege gegen den SV Sturmvogel Lubmin (10:0), SV Rollwitz (7:1) und HFC Greifswald (6:0) sind gute Belege für die sportliche Steigerung.

Das sind die besten Torjäger auf Landesebene (Stand: 8. März 2020):

Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. Zur Galerie
Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. ©

Erik Lüdtke ist mit der derzeitigen Platzierung natürlich vollauf zufrieden: „Die Moral in der Truppe stimmte, so dass selbst in Unterzahl Spiele gedreht werden konnten, so auch beim 3:2 gegen den FCU. Sehr positiv sehe ich die Entwicklung der Mannschaft hinsichtlich des Verhaltens auf dem Platz. Hier stellen wir oft eine zusammengewachsene Einheit dar, bei der alle an einem Strang ziehen. Disziplinlosigkeiten gehören der Vergangenheit an“. Mit 18 Gelben und zwei Ampelkarten sind die Wolgaster in der Fairness-Tabelle zurzeit auf Rang drei notiert.

Rot-Weiß Wolgast setzt auf junge Spieler

Was die einzelnen Spieler betrifft, möchte Lüdtke niemanden aus der Mannschaft hervorheben,wohlwissend, dass er mit Christian Kohr (17 Tore) und Steven Zok (13) echte Goalgetter in seinen Reihen hat. „Ich denke wir haben bisher vor allem mannschaftliche Geschlossenheit demonstriert. Unser Team ist sehr jung. Alle eingesetzten Youngster schlagen sich super und verbessern uns sowohl quantitativ, als auch qualitativ. So hat Jonas Fisch neben den bereits etablierten Florian Jeske und Florian Burchardt den größten Schritt nach vorn gemacht. Er ist erst Mitte November 18 Jahre alt geworden und ist aktuell fester Bestandteil in unserem Mittelfeld“, so der RW-Coach.

Kampf gegen den Abstieg bleibt aktuelles Ziel

Wenn die Peenestädter in der Rückrunde von größerem Verletzungspech verschont bleiben und die Spieler im Training und Wettkampf weiterhin so engagiert mitziehen, scheint ein Medaillenrang nicht ausgeschlossen. Doch Trainer Erik Lüdtke, der aus seinem Umfeld volle Unterstützung erhält, hält den Ball flach: „Unsere Staffel ist extrem ausgeglichen, so dass eine kurze Schwächephase ausreicht, um sich plötzlich im Tabellenkeller wiederzufinden. Der Verlauf der letzten Jahre sollten uns Warnung genug sein, bis zuletzt den Fokus auf den Klassenverbleib zulegen. Doch sollten wir noch Plätze nach oben gutmachen, nehmen wir das natürlich gerne an.“

FCU-Team mit Erreichtem unzufrieden

Mit Platz vier beendeten die Fußballer des FC Insel Usedom die Hinserie zwar beachtlich, doch so recht zufrieden ist Trainer Roman Maaßen nicht. „Wir hatten viele tolle, aber auch schlechte Momente“, stellt der Coach klar. An guten Tagen wurden die Gegner teils deklassiert. Am Bansiner Fischerweg gelangen gegen SV Rollwitz (6:1), HFC Greifswald (7:2) und auch den MSV Groß-Miltzow (7:1) Kantersiege. Imponierend war auch das 2:0 gegen einen der Staffelfavoriten, den Pasewalker FV (3.). Mit 53 Toren, von 12 Spielern erzielt, zählt das Team zu den torhungrigsten der Staffel. Doch diverse Nackenschläge sorgten dafür, dass das Inselteam den engen Kontakt zur Tabellenspitze verlor.

Möglicher Aufstieg in weite Ferne gerückt

„Acht Punkte Rückstand zum Spitzenreiter TSV Friedland sind zu viel. Da muss schon ein kleines Fußballwunder passieren“, hakte Maaßen das Thema Aufstieg erst einmal ab. „Wie aber unsere deutschen und polnischen Spieler, trotz einiger Enttäuschungen, zu einer Einheit wurden, stimmt mich optimistisch.“ Die Bansiner schmerzen besonders die Derby-Niederlagen gegen den FC Rot-Weiß Wolgast (0:4/2:3). „Im ersten Match kam alles Negative zusammen. Das passiert mal. Wenn man aber, wie im Rückspiel, in Überzahl in Führung liegt, durch naives Abwehrverhalten aber noch 2:3 verliert, dann ist das sehr bitter“, ärgert sich Maaßen heute noch. Auch das 3:4 bei der HSG Uni Greifswald, wo der FCU nach 78 Minuten noch 3:0 vorn lag, sowie die Packung bei Pommern Löcknitz (3:6) kosteten wertvolle Punkte. Kapitän Krzysztof Hus machte es deutlich: „Wir machen zu viele Fehler in der Defensivarbeit, laufen im Vorwärtsdrang oft ins offene Messer“, so der Leitwolf, der mit 18 Treffern ein Drittel aller FCU-Tore erzielte, darunter drei „Dreierpacks“ und viele Assists lieferte. Auch Rico Gohlke blühte in seiner Offensivrolle auf, schoss fünf Tore. „Wir müssen nicht immer schön spielen. Mal clever einen Vorsprung behaupten, ist wichtig“, so der 29-Jährige.

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Für Belebung sorgten auch die Rückkehrer Kostiantyn Karaman (7 Tore) und Kornel Pflantz (5). Stürmer Philipp Rüh überzeugte als Linksverteidiger. Vermisst wurde der langjährige Torjäger Ronny Rodenhagen, der nach seinem Rückzug ins zweite Glied nur dreimal einsprang, aber viermal traf. Maaßen setzte bisher schon 29 Spieler ein. Darunter die Talente Tristan Adler Hannes Heinz, Tore Müller oder Carlo Wieland , die sporadisch Männerfußball schnupperten und auf weitere Einsätze hoffen.

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