16. April 2021 / 18:49 Uhr

Rotation im Rückraum: Beim VfL Potsdam wird die Last auf mehrere Schultern verteilt

Rotation im Rückraum: Beim VfL Potsdam wird die Last auf mehrere Schultern verteilt

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Matti Spengler, Nils Lichtlein und Kevin Struck (v.l.) könnten auf Rückraum-Mitte zum Einsatz kommen.
Matti Spengler, Nils Lichtlein und Kevin Struck (v.l.) könnten auf Rückraum-Mitte zum Einsatz kommen. © Julius Frick
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Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga: Adler empfangen Eintracht Hildesheim zum ersten Heimspiel in der MBS-Arena.

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Der Auftakt in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga ging für den VfL Potsdam zwar verloren, von der 26:32-Niederlage bei Topfavorit Eintracht Hagen nahmen die Adler aber dennoch viel Positives für das erste Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim am Sonntag (16 Uhr, MBS-Arena) mit. Matti Spengler beispielsweise bewies, dass er den großen Druck, der auf dem 26-Jährigen nach der Verletzung von Kapitän Yannik Münchberger auf der Rückraum-Mitte-Position lastet, aushält. „Matti hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Hervorragend wäre sein Auftritt gewesen, wenn er die ein, zwei freien Würfe, die sich ergaben, nicht verschossen hätte“, erklärt Daniel Deutsch. Der VfL-Trainer weiß genau, was er an seinem Mittelmann hat: „Matti traut sich, Wege zu gehen und bringt seine Mitspieler in aussichtsreiche Situationen.“

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Die Rückraum-Mitte verlangt nach einem kreativen Multitalent: Dieser Spieler koordiniert als taktisches Zentrum seiner Mannschaft sowohl Angriff als auch Verteidigung. Seit Jahren bilden Münchberger und Spengler das Spielmacher-Duo im Adlerhorst – ausgerechnet für das Traumziel 2. Liga fällt „Münchi“ jedoch aus. „Yannik fehlt uns, das ist so“, betont Deutsch. „Auf der anderen Seite hatten wir jetzt Zeit, uns darauf einzustellen und sind nicht völlig unvorbereitet.“ In der Aufstiegsrunde bekommen es die VfL-Handballer durchweg mit Teams zu tun, die im kommenden Jahr eine Etage höher spielen wollen. Über die vollen 60 Minuten ein Level halten – nicht einfach. Umso wichtiger für die Potsdamer, im Rückraum, vor allem auf der Mitte-Position, rotieren zu können.

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Vor Wochenfrist zog Matti Spengler auf der Platte nahezu durch, seinem Trainer bieten sich mit Füchse-Leihspieler Nils Lichtlein (rechter Rückraum) und Kevin Struck (linker Rückraum) aber durchaus ernsthafte Optionen. „Wir haben in den Trainingseinheiten natürlich verschiedene Dinge ausprobiert. Kevin ist ein wichtiger Faktor in der 6:0-Abwehr, muss mit seiner Erfahrung Ausstrahlung zeigen und ihn nehme ich auch in die Pflicht. Daran wird er gemessen, das weiß er aber auch selbst“, sagt Daniel Deutsch, der auch auf den 18-jährigen Lichtlein große Stücke setzt: „Er ist ein extrem guter Individualist, der sich hier sofort integriert hat. Nils hat tolle Sachen gezeigt, ist mit Toren, vielen Assists und positiven Aktionen im Kopf geblieben.“ Dadurch, dass Karl Roosna nach überstandener Verletzung in den rechten Rückraum zurückkehrt, könnte Lichtlein in der Zentrale für Furore und Glanzpunkte sorgen.

Wer schließt nun also die Lücke, die Münchberger in der Aufstiegsrunde hinterlässt? „Die kann niemand alleine schließen, dafür fehlt Yannik als Mensch und als Spieler zu sehr“, stellt Matti Spengler klar. Die Kommunikation mit seinen Nebenleuten sei gut, für die Gegner ist man durch die eventuelle Rotation sogar schwerer ausrechenbar: „Unser Spielstil unterscheidet sich, was kein Nachteil ist. Dadurch entstehen Überraschungsmomente.“ Diese sollen dabei helfen, den starken Gast aus Niedersachsen zu besiegen. „Unser erstes Ziel ist es, mehr auf Augenhöhe zu agieren als in Hagen, wo wir aber trotzdem nicht enttäuscht haben“, sagt Daniel Deutsch. Und fügt an: „Hildesheim will hoch, wir wollen hoch. Da müssen wir uns darauf einstellen, dass es ein echter Fight wird.“