06. August 2017 / 21:24 Uhr

Rote Karte hilft FC Höherberg

Rote Karte hilft FC Höherberg

Christian Roeben
Göttinger Tageblatt
FC Höherberg möchte in der Kreisliga weiter jubeln.
Kommt rein und dreht gleich auf: André Lehmkuhl vom FC Höherberg (l.) erzielt nach seiner Einwechslung zwei Treffer und bereitet ein Tor vor. © Schneemann
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Kreisliga: Eichsfelder siegen nach 0:2-Halbzeitrückstand gegen Groß Schneen noch mit 5:2

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Wollbrandshausen. Der FC Höherberg ist mit einem Heimsieg in die neue Fußball-Kreisliga-Saison gestartet. In Wollbrandshausen setzten sich die Eichsfelder nach 0:2-Halbzeitrückstand am Ende noch deutlich mit 5:2 (0:2) durch und grüßen damit als erster Tabellenführer der Spielzeit von der Spitze.

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Die entscheidende Szene ereignete sich kurz nach dem Seitenwechsel beim Stand von 1:2 aus Sicht der Hausherren. Protagonist Joschka Grunewald tat sich dabei jedoch nicht als strahlender Held, sondern eher als Unglücksrabe hervor. Groß Schneens Nummer 21 foulte an der Seitenlinie Marius Kurth – nach seiner Attacke von hinten zückte Schiedsrichter Felix Gross die rote Karte (50.). In Unterzahl waren die Gäste anschließend chancenlos, kassierten fünf Zeigerumdrehungen später das 2:2 und lagen elf Minuten danach aussichtslos mit 2:5 in Rückstand.

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Grunewald selber wusste am besten, welchen Bärendienst er seinem Team erwiesen hatte. Deprimiert und zusammengekauert verfolgte er kopfschüttelnd, wie die Höherberger Tor um Tor erzielten und der Traum vom Auswärtssieg für den TSV platzte. „Der Anschlusstreffer und die kurz darauf folgende rote Karte waren die Knackpunkte. Danach sind die Köpfe bei uns runter gegangen“, analysierte Groß Schneens Trainer Christian Ernst nach der Saisonauftaktpleite.



Beim dem Platzverweis folgenden Sturmlauf mit Torhagel spielte sich speziell ein Youngster in den Vordergrund, der erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden war. André Lehmkuhl erzielte das 2:2 (55.) und 3:2 (61.) und bereitete zudem das 5:2 durch Julius Meyer (66.) durch eine Maßflanke vor. Der wieselflinke Linksfuß, der noch für die A-Junioren der JSG Höhbernsee aufläuft, war von den in der ersten Halbzeit noch so konsequent und konzentriert im Zweikampf auftretenden Abwehrrecken Groß Schneens einfach nicht zu bremsen. „Er hat eine überragende Schnelligkeit“, lobte Höherbergs Trainer Thorsten Breit, der den FC gemeinsam mit Ansgar Kühne betreut.

Auch Dominic Schüssler, der 
in den ersten 45 Minuten kaum zur Geltung gekommen war, profitierte sichtlich von der numerischen Überlegenheit und den damit verbundenen größeren Räumen, die die Höherberger nach dem gegnerischen Platzverweis vorfanden. Den Ausgleichstreffer legte die Nummer zehn des FC vor, auch zum 3:2 und 4:2, das Meikel Lustig unbedrängt per Flachschuss aus zehn Metern markieren konnte, hatte Schüssler die direkte Vorarbeit geleistet. „Natürlich hat uns die rote Karte in die Karten gespielt, aber in der zweiten Halbzeit hatten wir auch eine viel bessere Einstellung als noch in der ersten. Da haben wir es schlecht gemacht, sind viel zu lethargisch aufgetreten“, befand Breit. „In der Halbzeit sind wir aber ganz ruhig geblieben, und Ansgar hat genau die richtigen Worte gefunden.“

Das war auch nötig, denn in den ersten 45 Minuten war dem späteren Gewinner gegen die Viererkette und das kompakte Mittelfeld Groß Schneens nicht viel eingefallen. Die Gäste verzichteten auf frühes Pressing, verschoben aber geschickt und zeigten sich präsent in den Zweikämpfen. Maik Schulze lief nach einem langen Ball alleine auf Höherbergs Keeper Alexander Blümel zu und schob nervenstark und flach zum 0:1 ein (15.). In der Folgezeit versuchte es der FC zu oft mit langen Schlägen und sicherte sich auch die zweiten Bälle nicht. Kapitän Marius Reinelt nutzte einen Blümel-Fauxpaus in der 36. Minute per Heben zum 0:2 aus. Doch mit der roten Karte musste Groß Schneen schließlich alle Hoffnungen auf Zählbares zum Auftakt begraben

Tore: 0:1 Schulze (15.), 0:2 Reinelt (36.), 1:2 M. Jünemann (49.), 2:2/3:2 Lehmkuhl (55./61.), 4:2 Lustig (63.), 5:2 Meyer (66.). – Bes. Vork: Rote Karte für Groß Schneens Joschka Grunewald (50.)