03. Juni 2021 / 17:42 Uhr

"Rote Kurve" begrüßt Vorstoß des e.V.: "Hoffen sehr, dass Martin Kind einlenkt"

"Rote Kurve" begrüßt Vorstoß des e.V.: "Hoffen sehr, dass Martin Kind einlenkt"

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Fangruppierung Rote Kurve hat sich in einer Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen bei Hannover 96 geäußert.
Die Fangruppierung "Rote Kurve" hat sich in einer Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen bei Hannover 96 geäußert. © Florian Petrow
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Der Hannover 96 e.V. wendete sich am Mittwochvormittag an Profiboss Martin Kind, um ihm Vorgaben, welche die Tätigkeiten des neuen Geschäftsführers Robert Schäfer betreffen, zu erteilen. Die Fangruppierung "Rote Kurve" begrüßte diesen Vorstoß nun und hofft, dass "sich Kind den Weisungen unterordnet". 

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In überraschend scharfer Form erteilte der Hannover 96 e.V. am Mittwochvormittag Profi-Boss Martin Kind Weisungen, welche die Tätigkeiten des neuen Geschäftsführers Robert Schäfer betreffen. In der Pressemitteilung hieß es: "Robert Schä­fer darf (...) keine Tätigkeiten für die KGaA, also für das Profiunternehmen ausüben." Es folgten Vorgaben, wie und was der neue Ge­schäfts­füh­rer zu tun und zu lassen habe. Der e. V. positioniert sich in dieser Angelegenheit klar – der Streit um die Personalie Schäfer eskalierte.

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Sollte Schäfer wie von Kind angekündigt später mal zu seinem Nachfolger in der Profifirma gemacht werden, müssten die e.V.-Vertreter zustimmen. Schäfer sei "der Mann der Zukunft", erklärte Kind am Dienstag bei dessen Präsentation. Der 45-Jährige solle ein halbes Jahr lernen, danach "allein laufen". Kind wollte sich dann zurückziehen.

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Deutliche Stellungnahme der "Roten Kurve"

Dazu bräuchte Schäfer aber die Stimme des e.V.-Vertreters im paritätisch besetzten Aufsichtsrat der Management GmbH. Dort habe man sich „auf ein Profil für einen Geschäftsführer verständigt“, sagt e.V.-Vorstand Sebastian Kramer. In das passt Schäfer aber nicht rein. Es wurde also auch nicht über ihn abgestimmt. Im Schlussabsatz der Vereinsmitteilung wird noch gefordert, klarzustellen, dass Schäfer ab 1. Juli "keinerlei offizielle Funktion in der KGaA bekleidet, solange der Mutterverein dem nicht zugestimmt hat".

Während Kind ankündigte, nicht auf die Forderungen des e.V. zu reagieren ("Wir haben entschieden, dazu nichts zu sagen. Wir machen gar nichts."), begrüßte die Fangruppierung "Rote Kurve" den Vorstoß. In einer Stellungnahme heißt es deutlich: "Personen wie Robert Schäfer, die öffentlich Lizenzbedingungen des DFB und der DFL, wie die Geltung und Notwendigkeit der 50+1 Regel in Frage stellen, dürfen in einem Traditionsverein wie Hannover 96 keinerlei Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Wir hoffen sehr, dass Martin Kind einlenkt und sich den Weisungen unterordnet, da er sonst die Lizenz des Profifußballs von Hannover 96 gefährden würde."

"Erneuter Alleingang" von Martin Kind

Die "Rote Kurve" schlägt sich damit klar auf die Seite des e.V. um Vorstand Sebastian Kramer und spart auch nicht mit Kritik an Martin Kind und seinem Vorgehen gegen die 50+1-Regel. Die Forderung: "Ohne die Zustimmung des Vorstandes des e.V. dürfen zukünftig weder Trainer noch Sportliche Leiter von Martin Kind bestellt oder entlassen werden. Dies entspricht der Lizenzlage und ist Beleg für die jetzt auch vom Bundeskartellamt bestätigte Geltung der 50+1- Regel."

Die Einstellung von Schäfer sei ein "erneuter Alleingang" von Martin Kind gewesen und könne so nicht hingenommen werden. Den handelnden Personen des e.V. blieb somit "kaum eine andere Wahl als zu handeln", heißt es in der Stellungnahme weiter. Es müsse nun darum gehen, dass "endlich Ruhe im und im Umfeld des Vereins" einkehrt. Deshalb die Bitte: "Wir appellieren an alle Verantwortlichen sich ohne Beteiligung der Öffentlichkeit, an einen Tisch zu setzen und sich über die Bestellung des neuen Geschäftsführers, welcher sich klar zu 50+1 bekennen muss, einig zu werden."