07. August 2019 / 20:18 Uhr

Roter Stern feiert Fußballfest gegen den Clapton CFC

Roter Stern feiert Fußballfest gegen den Clapton CFC

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Der Rote Stern Leipzig ist in der Vergangenheit Opfer politisch motivierter Anschläge geworden. Nun treten sie gegen Teams an, in deren Reihen sich möglicherweise Tatbeteiligte befinden.
Der Rote Stern Leipzig und der befreundete Clapton CFC sind in der Vergangenheit Opfer politisch motivierter Anschläge geworden. Nun treffen beide Vereine erstmals in einem freundschaftlichen Vergleich aufeinander um zusammen zu feiern aber auch zu mahnen. © Hans-Christian Karger
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Spiele gegen englische Teams scheinen im Moment in Trend zu liegen. Nach dem freundschaftlichen Vergleich zwischen Lipsia Eutritzsch und Sheffield empfängt nun der Rote Stern Leipzig das befreundete Team vom Clapton CFC. 

Leipzig. Am Sonnabend, 16 Uhr, wird es im Sportpark Dölitz international. Dann empfangen die Landesklasse-Fußballer von Roter Stern den Clapton CFC aus Londons Nordosten. Die Gäste nennen sich „The Tons“, die Tonnen, was allerdings wohl keine Rückschlüsse auf ihre Figuren zulässt. Der Spitzname muss einen anderen Hintergrund haben. Politisch sind die „Tonnen“ ähnlich orientiert wie die Sterne, nämlich links. So kam auch der Kontakt zustande.

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Ein ehemaliges Mitglied von Roter Stern war nach London verzogen und bekam dort im Jahr 2015 mit, wie Fans des Clapton CFC von englischen Rechtsextremen überfallen wurden. Der Ex-Stern „funkte“ das Erlebnis nach Leipzig, worauf Sterne-Fans sogenannte Solidaritäts-Tapeten nach East London schickten. Dadurch wurden die Roten Sterne auch dort bekannt. Fortan tauschte man sich bei entsprechenden Anlässen nachrichtlich und anderweitig aus. Im Herbst 2017 fuhren erstmals 15 RSL-Anhänger nach London, einige Monate später kamen Clapton-FC-Fans nach Leipzig.

So wird es auch diesmal sein, und zwar schon einen Tag vor dem Match beider Mannschaften. Am Freitag muss Roter Stern erst noch im Sachsenpokal gegen die SG Taucha ran. Das wollen sich die Londoner ebenfalls ansehen. Sicher nicht, um RSL taktisch auszuspähen, sondern um die Gastgeber zu unterstützen. Keine 24 Stunden später steigt dann der freundschaftliche Kick mit den Jungs aus der „Essex Senior Football League“. Das Ergebnis ist dabei eher nebensächlich, aber blamieren will sich bestimmt auch niemand. Fest steht, dass die Fans schon während der Partie brüderlich feiern werden – und die Spieler danach auf jeden Fall auch.

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