11. September 2014 / 09:05 Uhr

Roter Stern Leipzig baut Haus in Haus

Roter Stern Leipzig baut Haus in Haus

Schmidt Benjamin
SPORTBUZZER-Nutzer
Blick ins Innere der alten Turnhalle, in der der neue Sozialtrakt entstehen soll. USER-BEITRAG
Blick ins Innere der alten Turnhalle, in der der neue Sozialtrakt entstehen soll. © Benjamin Schmidt
Anzeige

Der geplante Sozialtrakt des Stadtligisten wird dank zahlreicher helfender Hände in eine alte Turnhalle gebaut. (mit Fotos)

Leipzig. Die Roten Sterne aus Connewitz haben in den letzten 15 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Nicht nur die bis heute kontinuierlich steigenden Zahlen im Bereich der Mitglieder und der Jungendabteilung machen im Leipziger Süden euphorisch. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass der Verein, trotz seiner vermeintlichen Unterklassigkeit in der Stadtliga zu Heimspielen im Schnitt 400 Zuschauer begrüßt und die Bemühungen des RSL 2009 sogar mit dem Demokratiepreis sowie 2010 mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet wurden. Die Verantwortlichen haben alle Hände voll zu tun, den gerade im Jugendbereich gestellten Erwartungen, gerecht zu werden. „Organisatorisch ist das nicht immer einfach. Wir haben allein bei den Bambini zwei Mannschaften mit ca. 30 Kindern, macht zusammen 60 Kinder, die im Trainingsbetrieb mit anderen Jungendmannschaften untergebracht werden müssen. Im Winter sieht das alles noch bescheidener aus“, so Geschäftsführer Adam Bednarsky.

Anzeige

Bilder: Hier soll der Sozialtrakt der Roten Sterne entstehen Alle Fotos ansehen ›

Aufgrund der schwierigen Sportplatzsituation im Süden der Stadt Leipzig ist der Rote Stern froh, dass vornehmlich die Jugend- und Frauenteams auf der Sportplatzanlage „Am Goethesteig“ ein Zuhause gefunden haben. Umziehen müssen sich die kleinen und großen Sportler allerdings in Interims-Containern, die sich in einem sehr schlechten Zustand befinden. „Darum ist der gerade angelaufene Bau des Sozialtraktes ein schweres, aber für die weitere Zukunft unerlässliches Projekt“ erklärt Bednarsky. Verwirklicht wird der dringende Wunsch mit einem so genannten „Haus-in Haus-Konzept. Dazu wird eine alte Turnhalle um- bzw. in diese Halle hineingebaut. Das Vorhaben soll Mitte 2015 beendet sein. RSL rechnet mit Kosten von rund 600.000 Euro und setzte beim Bau vor allem auch auf freiwillige Unterstützer.

Anzeige

Baujahr der Turnhalle ist das Jahr 1932. Vor gut zehn Jahren wurde sie aufgrund von Müllentsorgungen und Vandalismus zugemauert und steht bis heute ungenutzt auf der Sportanlage. Das alte Gebäude „Am Goethesteig“ steht in einem Landschaftsschutzgebiet. Sein schlechter Zustand und fortgeschrittener Verfall sind, wie bei der Container-Notlösung auch, offensichtlich und nicht zu übersehen. Nun soll ein Sozialgebäude mit Umkleiden, Duschen und WCs sowie einem Vereinsraum daraus werden. Bednarsky dazu: „ Unsere Aufgabe ist es, den Kinder und Jugendlichen ein angemessenes Umfeld für ihren Sport zu gewährleisten. Ein erster Schritt waren die umfangreichen und kostenintensiven Baumaßnahmen an den Rasenplätzen im Jahr 2010. Nun folgt der unausweichliche nächste Schritt. Dabei achten wir darauf, dass alles in unseren geplanten finanziellen Rahmen passt“.

Die bauliche Struktur der alten Halle ist natürlich nicht vordergründig für diese Art der Nutzung geeignet. Andere Pläne - wie die eines Neubaus zum Beispiel - konnten aber aufgrund der planungsrechtlichen Situation im Landschaftsschutzgebiet nicht realisiert werden. Die Planungsgruppe rund um Bednarsky machte sich auf die Suche nach einer kostengünstigen und nachhaltigen Lösung. Im wöchentlichen Plenum der Roten Sterne, an dem Mitglieder und Interessierte ebenfalls teilnehmen können, kam nach der Abwägung anderer Alternativen nur eine Lösung in Frage: ein Haus-in-Haus-Konzept.

Mehr zum Thema

Das bedeutet, dass die eigentliche Fassade und das Dach der Turnhalle wieder so in Stand gesetzt werden, dass sie als Wetterschutz ausreichend gut funktionieren. Das eigentliche Gebäude entsteht im Inneren der Halle. Der Verein erhofft sich dadurch Vorteile beim Bau und bei der Unterhaltung des Traktes (Heizkosten, etc.). Neben den vier großen und vier kleinen Garderoben für die Spieler, sollen Duschen, WCs, Garage, Ball- und Geräteraum, Schiedsrichter-Garderoben und ein Vereinsraum entstehen. Insgesamt stehen hierfür rund 510 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Für das gesamte Projekt kalkuliert der Verein mit Kosten von rund 600.000 Euro. Die Finanzierung des Vorhabens wird von vier großen Säulen getragen: Eigenmittel des Vereines, Eigenleistungen von Arbeitern, Förderung der Stadt Leipzig und Förderung des Freistaates Sachsen. Eine Summe von rund 400.000 Euro wurde bereits im Dezember 2013 zusammen mit dem Haushaltsplan für 2014 verabschiedet. Bei den Eigenmitteln des Vereins bauen die Verantwortlichen auf ihre Mitglieder, die mit rund 700 an der Zahl nicht wenige sind, dem Crowdfunding, bei dem der Verein auf eine Vielzahl von Geldgebern hofft, und dem Club der 200. Dort sind Personen versammelt, die mindestens einmal im Jahr 200 Euro an den Roten Stern spenden. Das Engagement beläuft sich auf die Dauer der Baumaßnahmen oder kann darüber hinaus auch verlängert werden.

Bis sich die ersten Spieler und Spielerinnen Mitte 2015 im neuen Sozialtrakt umziehen können, fließt noch viel Schweiß die Stirn der fleißigen Helfer herunter. Auch wenn noch viel Arbeit vor dem Verein liegt: Schaut man sich an, was bis zum heutigen Tag geleistet wurde, braucht man sich bei diesem Projekt keine Sorgen zu machen.

Der Sportbuzzer wünscht viel Erfolg!