08. Mai 2022 / 13:15 Uhr

Roter Stich ins Schwarz-Gelbe Herz: Borna verliert gegen Roter Stern Leipzig

Roter Stich ins Schwarz-Gelbe Herz: Borna verliert gegen Roter Stern Leipzig

Ingo Dießner
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Borna verliert gegen den Roten Stern aus Leipzig. © IMAGO/foto2press
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Dank zweier Tore in der Nachspielzeit gelingt RSL ein Auswärtssieg. Borna setzt zu sehr auf Verwaltung der Führung und wird bitter bestraft.

Borna. Der Rote Stern Leipzig wird so langsam zum Angstgegner für den Bornaer SV. Nachdem die Gruhne-Truppe bereits vor drei Wochen dort verloren, dabei unter anderem zwei Elfmeter kläglich vergeben hatte, gab es nun auch daheim eine 2:3-Niederlage. Zwei der drei Gegentore fielen um die 90. Minute herum. Und all das vor 117 Zuschauern und erneut unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

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Zweite Halbzeit nimmt Fahrt auf

Borna begann stark. Bereits nach vier Minuten spielte Yannick Richter einen perfekten Pass zum gestarteten Etienne Wangermann, dessen Heber ging um Haaresbreite über den Kasten. Keine fünf Minuten später scheiterte Wangermann nach Zuspiel von Marvin Strankmüller, an Gästetorwart Julius Felter. Nach einer Viertelstunde befreiten sich die Leipziger aus der Umklammerung, kamen zu Chancen, auch weil die BSV-Abwehr nur bedingt sattelfest wirkte. Beckers Pass in die Spitze wurde unglücklich abgefälscht, so zur perfekten Vorlage für Eckard, dessen Schuss aus halbrechter Position klärte Keeper Maximilian Welz mit dem Fuß klären (30.).

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Die Partie hatte nun stark an Qualität verloren, viele Fehlpässe auf beiden Seiten. Borna wirkte nervös, wollte keinesfalls verlieren. Dann wurde es mal wieder vor dem Leipziger Tor gefährlich. Ein langer Ball von Kevin Kutzner auf Wangermann, der Majd Almoussa bediente. Doch im letzten Moment rettete Herzog mit einer beherzten Aktion retten. Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel, Langeweile auf dem Grün.

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Die war aber nach dem Seitenwechsel wie weggeblasen. Plötzlich kamen die Gelb-Schwarzen mit Elan aus der Kabine, störten frühzeitig, was dem Roter Stern gar nicht schmeckte. Die beste Möglichkeit von vielen hatte Almoussa, der aber alleinstehend vor Felter zu lange zögert, der Nachschuss von Wangermann strich knapp am Pfosten vorbei. Dann sorgten die Gäste selbst für ein Raunen unter den Zuschauern, Rückpass Reichwald zu Felter, dem rutschte der Ball unter dem Fuß durch, er löschte die Situation aber und klärte den Ball vor der Linie.

Anlaufen bringt nichts

In die unvermindert anhaltenden Angriffe des BSV dann die Führung der Leipziger. Ein schneller Konter, Herzog wurde nicht energisch genug angegriffen, passte zu Eckard passen und der traf flach ins untere Eck zur Führung (65.). Borna wusste nun, was die Stunde geschlagen hatte und erhöhte die Schlagzahl. Der Ausgleich kam nur fünf Minuten später. Eine Ecke konnte nicht geklärt werden und aus dem Gewühl heraus drückte Rodger Baetge das Leder über die Linie (70.).

Die Hausherren machten weiter, drückten, kämpften, wollten den Sieg. Ein langer Einwurf von Marik Mäder flog in den Strafraum, Wangermann schraubte sich hoch und brachte das Leder im langen Eck unter (75.). Großer Jubel beim BSV, aber nun passierte das, was man leider schon zu oft sah. Borna ließ sich nach hinten fallen, wollte das Ergebnis verwalten. Was, ob der löchrigen Abwehr eine Harakiri-Taktik war. Die auch dieses Mal mächtig ins Höschen ging.

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Zuerst noch Glück für die Hausherren: An einer Flanke von Herzog rutschte Wagenknecht knapp vorbei. Dass er dabei völlig frei stand, hätte bei allen Bornaer Akteuren die Alarmglocken läuten müssen. Aber scheinbar war es nicht mal ein Glöckchen, was bimmelte. Kein Gegnerdruck, Leipziug konnte sich das Leder fast unbedrängt eine halbe Minute lang vor dem Strafraum des BSV zuspielen, den Schuss von Reupke wollte oder konnte auch keiner verhindern, plötzlich zappelte das Leder im Netz (90.). Zuvor hatte Philip Weber die Möglichkeit zum 3:1. Perfekt von Erik Preiß geschickt scheiterte er aber kläglich an Felter. Selbst ein Querpass zum mitgelaufenen Almoussa wäre möglich und die bessere Alternative gewesen. So aber kam, was kommen musste. Kutzner verlor in der eigenen Hälfte einen Zweikampf und den Ball. Dann ging es ganz schnell, Herzog zog ab, der Ball klatschte an den Innenpfosten und von da ins Netz zum Gästesieg und ins Schwarz-Gelbe-Herz (93.)