10. Dezember 2019 / 08:39 Uhr

Nach der Glasner-Schelte: Braucht der VfL doch Winter-Neuzugänge?

Nach der Glasner-Schelte: Braucht der VfL doch Winter-Neuzugänge?

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jerome Roussillon ist seit Monaten auf der Suche nach seiner Form.
Jerome Roussillon ist seit Monaten auf der Suche nach seiner Form. © Swen Pförtner/dpa
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In der vergangenen Saison war Jerome Roussillon einer der besten Spieler beim VfL Wolfsburg. Nun steckt er im Formtief. Auch andere VfLer sind nicht gut drauf. Ist das ein Grund für Manager Jörg Schmadtke, um im Winter personell nachzubessern?

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Das 0:1 in Freiburg – eine VfL-Niederlage, die nachwirkt. Trainer Oliver Glasner hat die Mentalität seines Kaders öffentlich infrage gestellt und das Formtief vieler Profis des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten mit mangelnder Einstellung erklärt. Vier Pflichtspiele vor der Öffnung des Transferfensters stellt sich damit zwangsläufig die Frage: Braucht dieser Kader Blutauffrischung, braucht er im Winter vielleicht doch Neuzugänge? Manager Jörg Schmadtke will solche Grundsatz-Diskussionen weiterhin am liebsten schnell bremsen: „Die Kadergröße ist ausreichend. Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht alles in die Tonne kloppen“, sagt er. 

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Allerdings: Ob auch genügend Qualität im Kader vorhanden ist, muss er spätestens nach dem letzten Spiel des Jahres in München bewerten. Glasner jedenfalls scheint da skeptisch: „Ich bin gespannt und werde es genau beobachten, welche Spieler bereit sind, unseren Weg mitzugehen.“

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<b>Koen Casteels:</b> Hielt das, was er halten konnte. Situationen, in denen er sich wirklich auszeichnen konnte, gab es aber selten - Note: 3. Zur Galerie
Koen Casteels: Hielt das, was er halten konnte. Situationen, in denen er sich wirklich auszeichnen konnte, gab es aber selten - Note: 3. ©

Roussillon im Formtief

Bis dahin haben Glasner und Schmadtke zwei Hoffnungen. Zum einen sollen die Rückkehrer neue Optionen bieten. Mit Xaver Schlager und Daniel Ginczek, die nach Verletzungen wieder da sind, kann der VfL-Coach wieder seinen ursprünglichen Plan verfolgen, Kapitän Josuha Guilavogui in der Abwehr-Dreierkette spielen zu lassen, damit für Schlager neben Maximilian Arnold Platz im Mittelfeld ist.

Zum anderen hoffen die Verantwortlichen des VfL auch, dass die Spieler, die seit Monaten ihrer Form hintergelaufen und auf dem Platz teilweise nicht fokussiert oder überfordert wirken, endlich die Kurve kriegen. 

Linksverteidiger Jerome Roussillon gehört zu den Negativ-Beispielen in dieser Saison. In 17 Pflichtspielen hat er erst zwei Torbeteiligungen – obwohl er mit einer neuen Rolle eigentlich mehr Torgefahr ausstrahlen sollte. In der vergangenen Saison hatte er als klassischer Linksverteidiger neun Scorer-Punkte, sein Antritt mit Ball war seine große Stärke, im Spiel nach vorn war er nur schwer aufzuhalten. Im Sommer soll selbst der FC Barcelona auf Franzosen geschaut haben. Doch Roussillon verlängerte seinen Vertrag.

Unter Glasner hat die Abwehrrakete Probleme, findet allein auf der linken Seite nicht immer die richtigen Lösungen. Mitte September meinte er bereits: „Jetzt kriege ich den Ball oft im Stand. Das ist schwer für mich.“

Auch Brekalo und Mbabu nicht in der Spur

Ähnlich schwer fällt es auch Josip Brekalo. Zu Saisonbeginn blühte der 21-Jährige noch auf, schoss Tore und legte Treffer auf. Doch seit dem 6. Oktober kam kein Scorer-Punkt mehr hinzu. Dem kroatischen Nationalspieler fehlt die Leichtigkeit. Schwankungen im Saisonverlauf, so Glasner, seien normal. Doch Brekalo ist nicht der einzige Offensivspieler, der im Leistungstief ist. Auch Felix Klaus, Joao Victor und zuletzt auch Admir Mehmedi fehlen die zwingenden Ideen nach vorn. Die Laufwege stimmen teilweise nicht, Stürmer Wout Weghorst kriegt zu wenig Zuspiele.

Einer, der noch gar nicht zündet, ist Neuzugang Kevin Mbabu. Im Sommer war er mit Vorschusslorbeeren nach Wolfsburg gewechselt – viele Top-Klubs in Europa hatten ihn auf dem Schirm. In Bern war er der Fanliebling, weil er mit Einsatzbereitschaft und seiner extremen Schnelligkeit punkten konnte. Beim VfL spielte er kaum eine Rolle. In den Partien, in denen er zum Einsatz gekommen war, wirkte er mutlos und überfordert.

Zu viele Wolfsburger sind in dieser Saison gehemmt, können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Dazu gibt es mit Yannick Gerhardt, Yunus Malli und Elvis Rexhbecaj schon jetzt VfL-Profis, die unzufrieden sind, weil sie keine Rolle spielen. Sollte einer von ihnen gehen, könnte der VfL vielleicht doch noch einmal personell nachlegen – und müsste die Kadergröße dafür nicht verändern.

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