07. Dezember 2017 / 16:11 Uhr

Rückblick auf das erste Mal: RB Leipzigs Premierensaison in der Königsklasse

Rückblick auf das erste Mal: RB Leipzigs Premierensaison in der Königsklasse

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
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Die erste Saison für RB Leipzig in der Champions League ist Geschichte. Ein Rückblick auf die spannendsten Duelle, größten Höhepunkte, bittersten Momente und ohrenbetäubendsten Erlebnisse.

Leipzig. RB Leipzigs Bilanz nach drei Monaten und sechs Partien in der Champions League: Zwei Siege, ein Remis und drei Niederlagen. Die legendäre Hymne ertönte zum ersten Mal im eigenen Stadion, Emil Forsberg erzielte ein historisches Tor, die Lautstärke in Istanbul sprengte jegliche Vorstellungskraft. Ein Rückblick auf die ersten Male des Neulings RB Leipzig in der Königsklasse:

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RB Leipzig - Besiktas Istanbul (Imago) (1) Zur Galerie
RB Leipzig - Besiktas Istanbul (Imago) (1) ©

Die erste Bilanz:

Der Vizemeister absolvierte eine respektable Vorrunde in der Königklasse. Das wird auch deutlich, weil die Leipziger mit sieben Punkten zu den vier besten Gruppendritten gehören. Coach Ralph Hasenhüttl zieht folgendes Fazit: „Wir haben sicher ein bisschen Lehrgeld zahlen müssen im ersten Jahr. Es wäre mehr möglich gewesen. Aber unterm Strich hat es diese junge Mannschaft ordentlich gemacht.“ Lob für die Leipziger gab es am Mittwochabend vom Trainer des ungeschlagenen Gruppensiegers Besiktas Istanbul, Senol Günes: „Wir haben gegen einen sehr starken, vielleicht den stärksten Gegner in der Gruppe gespielt.“

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Peter Gulacsi: Klasse-Partie des Ungarn, hält RB lange im Spiel. Note 2. (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Klasse-Partie des Ungarn, hält RB lange im Spiel. Note 2. (@ GEPA Pictures) ©

Das erste Tor:

Emil Forsberg hat sich am 13. September 2017 in die Geschichtsbücher des Vereins eingetragen: Bei der ersten Champions-League-Partie von RB Leipzig sorgte der schwedische Nationalspieler gegen AS Monaco nach 33 Minuten im eigenen Stadion für das 1:0. In sechs Spielen erzielte das Hasenhütt-Team insgesamt zehn Treffer. Doch bei der Fülle an Chancen, wie etwa am Mittwoch mit 22 Torschüssen gegen Istanbul, wären mehr Treffer für das Achtelfinale nötig und möglich gewesen. Zum besten Schützen avancierte Nationalstürmer Timo Werner mit drei Treffern. Forsberg und Naby Keita erzielten in der Gruppenphase jeweils zwei Tore.

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RB Leipzig - AS Monaco (Imago) ©

Das erste Auswärtsspiel:

Die Hölle von Istanbul und ein unvergessliches Szenario erlebte RBL am 26. September. Die mehr als 40.000 türkischen Fans erzeugten im lautesten Stadion der Welt mit gellenden Pfeifkonzerten einen ohrenbetäubenden Lärm. Der Coach hatte keine Möglichkeit, vernünftig mit seinen Spielern zu kommunizieren. Das Hasenhüttl-Team ließ sich von der Atmosphäre beeindrucken. Noch Tage später klagte der 50-Jährige über Ohrenschmerzen. Stürmer Werner wurde schon nach einer halben Stunde wegen einer Halsblockade ausgewechselt. Doch nicht genug: Als die Gäste in der zweiten Halbzeit zu ihrem Spiel fanden und auf den Anschluss drängten, fiel für zehn Minuten das Flutlicht aus. Besiktas wurde im Nachhinein von der UEFA bestraft, musste 25.000 Euro zahlen.

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Peter Gulacsi: Verhindert kurz vorm Ende das 0:3, ist bei den Gegentoren machtlos. Note 3. (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Verhindert kurz vorm Ende das 0:3, ist bei den Gegentoren machtlos. Note 3. (@ GEPA Pictures) ©

Die erste Niederlage:

In Istanbul kassiert der Neuling in seiner zweiten Champions-League-Partie seine erste Niederlage. Mit 0:2 fiel diese noch human aus, weil sich RB Leipzig trotz katastrophalem Start und schwierigen Gegebenheiten zurück ins Spiel kämpfte. Chancen, um die Partie noch einmal spannend zu gestalten, hatte das Hasenhüttl-Team genug. „Natürlich haben wir gegen ein paar sehr abgezockte Mannschaften gespielt. Wir waren nicht immer die schlechtere Mannschaft, aber die uneffektivere. Daran gilt es einfach zu feilen, sich auch eine Spur cleverer anzustellen“, bilanziert der Trainer. Denn wie auch bei der 1:3-Niederlage in Porto betrieb Leipzig oft einen hohen Aufwand, wurde durch kleine Fehler aber schnell mit Gegentoren bestraft. Die Abwehr zeigte sich auf internationalem Niveau noch anfällig: Elf Gegentreffer und damit fast zwei pro Partie, kassierte RB in sechs Spielen, zudem viele unnötige Tore nach Standards.

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FC Porto -RB Leipzig (Imago) (8) ©

Der erste Sieg:

Am 17. Oktober feierte Leipzig dank einer starken Leistung mit einem 3:2 gegen den FC Porto im dritten Spiel der Gruppenphase seinen Premierensieg in der Königsklasse. Willi Orban brachte die Hausherren in der achten Minute in Front, doch Porto glich zehn Minuten später aus. Danach trafen Forsberg und Jean-Kevin Augustin. Kurz vor der Pause schafft Porto das 2:3. In Hälfte zwei musste Leipzig zittern, siegte aber verdient. Hasenhüttl hob folgende Tugenden seiner Mannschaft im internationalen Geschäft hervor: „Am Willen und am fußballerischen Vermögen hat es nicht gemangelt. Da waren wir mindestens auf Augenhöhe.“

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RB Leipzig - FC Porto (Imago) (21) Zur Galerie
RB Leipzig - FC Porto (Imago) (21) ©

Die erste internationale Ko-Phase:

„Den dritten Platz schon einen Spiel vor dem Ende zu sichern, war eine große Sache für uns“, erklärte Keeper Peter Gulacsi, der in dieser Saison mit seinen starken Paraden einen wichtigen Rückhalt darstellt. Der furiose 4:1-Sieg in Monaco am 21. November bedeutete das sichere Überwintern in Europa. Auch wenn es nach der 1:2-Niederlage am letzten Spieltag gegen Besiktas in dieser Saison nun erst einmal in der Europa League weiter geht, soll es bald die nächsten Auftritte im königlichen Wettbewerb geben: „Natürlich ist es unser großes Ziel, nächstes Jahr nochmal in der Champions League zu spielen“, sagte der ungarische Nationaltorhüter.