25. März 2020 / 12:50 Uhr

Rückblick: Heißbegehrte Tickets für Premiere der Muldental-Liga 1994/1995

Rückblick: Heißbegehrte Tickets für Premiere der Muldental-Liga 1994/1995

Wilko Finke
Leipziger Volkszeitung
SVGrossbardau9394_2
Meister SV Großbardau setzte sich in der 1. Kreisklasse Grimma durch. © Bettina Finke
Anzeige

Ab 1994/95 kämpften regionale Fußballvereine in der neu gegründeten Muldental-Liga um Punkte.

Anzeige
Anzeige

Wurzen/Grimma. Die Reform, aus Grimma und Wurzen den Muldentalkreis ins Leben zu rufen, ging kurz nach der Wende auch am Sport nicht spurlos vorüber. Die Bildung neuer Spielklassen folgte, ab 1994/95 startete die Fußball-Muldentalliga für 16 Jahre den Spielbetrieb. Der Run auf die begehrten Plätze begann im Spieljahr 1993/94 in verschiedenen Klassen. Für die Premierensaison qualifizierten sich der SV Lüptitz, SSV Thallwitz, SV Trebsen, SV Großbardau, die SG Blau-Weiß Altenhain, der TSV Großsteinberg, Lok Beucha, SV Sachsen Püchau, der SV 1919 Grimma II, Eintracht 07 Gerichshain, Blau-Gelb Großzschepa, TSV Rot-Weiß Brandis, der Hohnstädter SV sowie der SV Grün-Weiß Großbothen II.

Unter Schirmherrschaft von Manfred Kurth, Präsident des Grimmaer Fußballverbandes, Ulrich Mews, den späteren Staffelleiter dieser neu gebildeten Spielklasse, und Helmuth Frees, Präsident des Wurzener Fußball-Bundes, wurden die Regularien festgelegt, wer sich qualifizieren kann, wie später der Ablauf der Muldental-Liga-Meisterschaft erfolgen soll und über vieles mehr, was es alles zukünftig zu beachten galt.

Unterteilung in Staffel eins und zwei

Festgelegt wurde, dass eventuelle Vertretungen aus dem Muldental beider Bezirksklassestaffeln (1993/94) in die nun höchste Kreisspielklasse absteigen. In Frage kamen da der Otterwischer SV, der FC Bad Lausick 1990, Eintracht Sermuth, SV Naunhof und der SV Grün-Weiß Großbothen (Staffel 1). Letztlich hatten diese fünf Vertretungen keinen Einfluss auf die Bestückung der Muldental-Liga 1994/95, weil sie den Klassenerhalt schafften und der Bezirksklasse treu blieben.

Ein bisschen anders sah die Situation in Staffel zwei aus. Der ATSV Frisch Wurzen II schaffte den Klassenerhalt, der TSV Rot-Weiß 90 Brandis hielt die Klasse nicht, spielte aber nur für ein Jahr Muldental-Liga, weil die Rot-Weißen mit dem Gewinn der Meisterschaft den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksklasse schafften.

Sechs Vertretungen können Muldentalligist werden

Da es mit Rot-Weiß Brandis einen Bezirksklasse-Absteiger gab, bedeutete dies für die 1. Kreisklasse Wurzen, dass nur sechs Vertretungen Muldentalligist werden konnten, sechs in die Röhre gucken würden. Nach Beendigung der Meisterschaft hatten Blau-Weiß Bennewitz, Sachsen Püchau, der ESV Lok Beucha, TSV Blau-Gelb Großzschepa, der SV Eintracht 07 Gerichshain und der SV Lüptitz die Qualifikation in der Tasche.

Die hoch dotierten Vertretungen des SSV Thallwitz und des Hohburger SV enttäuschten. Die Thallwitzer konnten aber noch hoffen. Denn Meister Bennewitz mit dem Trainerduo Rudi Winkelmann und Peter Arnold hatte sich für den Bezirksklasse-Aufstieg entschieden.

Blau-Weiß Bennewitz
Kreismeister Blau-Weiß Bennewitz hätte Muldental-Liga spielen können, entschied sich aber für den Aufstieg in die Bezirksklasse. © Bettina Finke
Anzeige

Um das Ziel zu erreichen, mussten die Blau-Weißen sich im Aufstiegsspiel gegen den SV Blau-Weiß Wermsdorf in einer Relegation (Hin- und Rückspiel) durchsetzen. Das Hinspiel zwischen den beiden Kreismeistern (Oschatz) endete 1:1 (Tor Bennewitz: Jürgen Kundt).

Ein spannendes Rückspiel war zu erwarten. Mit am Spielfeldrand standen zahlreiche Verantwortliche und Spieler des SSV Thallwitz, die den Bennewitzern verständlicherweise die Daumen drückten. Schnell verbesserte sich ihre Laune, denn so nach und nach erhöhte Bennewitz durch die Treffer von Mannagottera (9., 37.), Sakwerda (66.), Kästner (69.) und 5:0 Jeurink (84.) den Spielstand bis auf 5:0 und die Thallwitzer kamen doch noch am Ziel ihrer Wünsche an.

Ein Jahr später schätzten die Bennewitzer ein, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn sie auf den Aufstieg verzichtet hätten. Denn in der Bezirksklasse gab es nicht viel zu holen. Mit nur 8:52 Punkten erkämpften Punkten war der Abstieg lange vor Beendigung der Saison besiegelt.

Grimma-Döbeln Liga

Und es kam noch schlimmer, mehrere Leistungsträger verabschiedeten sich in Richtung Falkenhainer SV. In der Muldental-Liga der Serie 1995/96 folgte sogar noch die Fahrstuhlfahrt von der Muldentalliga in die 1. Kreisklasse. Die Thallwitzer Kicker nutzten ihre Chance, spielten in der Muldental-Liga in elf Jahren eine gute Rolle mit dem Gewinn der Meisterschaft (2000/01). Es war die Grundlage geschaffen, sogar fünf Jahre Bekanntschaft mit der Bezirksklasse zu machen (beste Platzierung 3.).

Der Spielbetrieb im Grimmaer Fußballverband war ein bisschen anders. In den Jahren 1992/93 und 1993/94 gab es die Grimma-Döbeln Liga. In dieser spielten auch Vertretungen des Fußballverbandes Döbeln. Das waren: Döbelner SC II, SV Leisnig, der BC Hartha II, Aufbau Waldheim, SG Ablaß/Mahlis, der BC Mügeln, der SV 52 Zschaitz und der Roßweiner SV.

Hinter fünf Döbelner Vertretungen war das bestes Team aus dem Fußballverband Grimma der auf Platz sechs platzierte FSV Dürrweitzschen (6.). Der zusammen mit dem Hausdorfer SV (8.) und dem Colditzer SV (9.) aufgrund der Nähe zum Kreis Döbeln in dieser Region (FV Döbeln/Kreisliga) den Spielbetrieb 1994/95 aufnahm.

Vier Startplätze übrig

Der SV 1919 Grimma II (10.), SV GW Großbothen II (11.) und der TSV Großsteinberg (13.) wurden aufgrund der Höherklassigkeit gegenüber der 1. Kreisklasse Grimma so Vertreter der Muldentalliga, der fortan höchsten Spielklasse auf Kreisebene – obwohl sie keine großen Bäume heraus gerissen hatten.

Demzufolge blieben vier Startplätze für die 1. Kreisklasse Grimma übrig. Der Kreismeister SV Großbardau setzte sich zeitig ab und sicherte sich die begehrte Spielklasse (MTL) vorzeitig. Im Kampf um die Medaillen setzte sich der Hohnstädter SV vor BW Altenhain durch. Der SV Trebsen ging im Kampf um Edelmetall leer aus. Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, denn die Muldentalzugehörigkeit wurde trotzdem geschafft.

Saisoneröffnung auf dem Sportplatz in Altenhain

Dem Start in die nun so begehrte Kreisspielklasse stand nichts mehr im Wege. Die qualifizierten Mannschaften unternahmen große Anstrengungen sich personell zu verstärken und einigen gelang es, Spieler, die schon höherklassig unterwegs waren, für ihren Verein zu verpflichten.

Der Startschuss erfolgte im August 1994. Eröffnet wurde die Saison auf dem Sportplatz in Altenhain. Bei den Blau-Weißen, die sich im Trainingslager in England auf Kommendes vorbereitet hatten, reiste der SSV Thallwitz an. Die 500 Zuschauer sahen ein spannendes Spiel, das 1:1 endete.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt