25. Juli 2020 / 14:05 Uhr

Rückkehr in die Bundesliga? Welchen Klubs Sandro Wagner jetzt besonders helfen könnte

Rückkehr in die Bundesliga? Welchen Klubs Sandro Wagner jetzt besonders helfen könnte

Jan Jüttner und Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB, Schalke, Werder: drei Optionen für ein Bundesliga-Comeback von Sandro Wagner?
BVB, Schalke, Werder: drei Optionen für ein Bundesliga-Comeback von Sandro Wagner? © imago images/Montage
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Sandro Wagner und die Bundesliga – das ist eine Kombination mit Geschichte. Nun könnte der frühere Bayern-Star nach seiner Vertragsauflösung in China erneut im deutschen Oberhaus anheuern. Bei welchen Vereinen würde er gut in den Kader passen? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Seinen Vertrag bei China-Klub Tianjin Teda hat er aufgelöst, seine Zukunft ist ungewiss: Sandro Wagner ist bis auf Weiteres vereinslos. Der Ex-Nationalspieler, in Deutschland zuletzt beim FC Bayern München unter Vertrag, muss sich auf die Suche nach einem neuen Klub begeben. An Interessenten dürfte es nicht mangeln: Wagner ist zwar mit 32 Jahren schon im fortgeschrittenen Fußballer-Alter, jedoch noch immer topfit – und sicherlich auch für zahlreiche Bundesligisten zumindest ein Spieler, bei dem man zumindest aufmerkt. Insbesondere bei vier Klubs aus dem deutschen Fußball-Oberhaus könnte der Angreifer sehr gut passen.

Borussia Dortmund:

Beim BVB wünscht sich Trainer Lucien Favre eigentlich einen Backup für Erling Haaland – damit der Jungstar der Dortmunder nicht jedes Spiel über 90 Minuten bestreiten muss. "Ich denke, das ist klar", sagte der Schweizer Mitte Juni, als er auf die Stürmer-Frage angesprochen wurde. "Wenn man eine englische Woche hat, kann man das nicht allein machen. Haaland hat sich zwei, drei Mal verletzt. Wir müssen da aufpassen und dosieren, sonst wäre es gefährlich."

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Wagner würde in dieser Hinsicht perfekt passen. Der 32-Jährige hat nicht mehr den unbedingten Anspruch, immer auf dem Platz zu stehen – dass ihm auch eine Joker-Rolle liegt, hat er zwischen Januar 2018 und Januar 2019 schon beim FC Bayern unter Beweis gestellt. Der ablösefreie Mittelstürmer wäre für den BVB sicherlich auch zu finanzieren, wird nach seinem 18-monatigen China-Abenteuer wohl nicht mehr das ganz große Gehalt fordern. Und: Eine Ablöse müsste Dortmund auch nicht mehr berappen.

Nur: Nach den Transfers von Thomas Meunier und Jude Bellingham haben die Dortmunder ihre Transfer-Planungen zumindest bei den Zugängen eigentlich für beendet erklärt. "Wir planen keine Neuzugänge mehr", erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich. "Jeder Trainer auf diesem Planeten hat irgendwann realisiert, dass wir in Corona-Zeiten leben." Der BVB hatte tags zuvor bekannt gegeben, dass der Klub für das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Fehlbetrag von 45 Millionen Euro kalkuliert. Die Gelegenheit, sich für kleines Geld mit einem gestandenen Torjäger zu verstärken, der noch dazu auch eine gesunde Mentalität mitbringt, dürfte den Dortmundern allerdings zu denken geben.

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Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. Zur Galerie
Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der SPORTBUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. ©

FC Schalke 04:

Die Schalker haben sich nach einer enttäuschenden Saison von Europapokalambitionen verabschiedet, Trainer David Wagner muss einen kontrollierten Neuaufbau einleiten. Da würde sein Namensvetter Sandro Wagner trotz seiner 32 Jahre durchaus reinpassen – denn nur mit jungen Spielern wie Matondo (19), Kutucu (20) oder Bozdogan (19) lässt sich in der Offensive wenig bewegen. Der einzige gestandene Mittelstürmer im Kader ist Guido Burgstaller, der nach einer Knieverletzung allerdings nicht fit ist und noch dazu im Vorjahr komplett torlos geblieben ist.

"Wir hatten keine gute Balance im Sturm unseres Kaders", bemängelte David Wagner auf der Bilanz-Pressekonferenz nach der enttäuschenden Schalke-Saison. Sportvorstand Jochen Schneider ergänzte: "Wir haben zu wenige Stürmertore gemacht." Wenn S04 Transfer-Erlöse generieren kann, wäre das Geld in einem neuen Mittelstürmer somit wohl am besten investiert – denn den suchte Schalke in den vergangenen Jahren schon mehrfach händeringend. Sandro Wagner war bereits im Dezember 2018 ein Thema in der Veltins-Arena, damals sagte er den "Knappen" jedoch ab und wechselte wenig später in die Chinese Super League.

Schneider betonte zuletzt zwar, dass man sich "gestandene Topspieler (…) in den nächsten Jahren nicht leisten" könne. Sollte Wagner nach seinen Millionen-Einkünften in China aber beim Gehalt Abstriche in Kauf nehmen, könnte er sich für S04 als lohnende Alternative zum aktuellen Personal erweisen.

Werder Bremen:

Nach einer Saison zum Vergessen, die am Ende doch noch mit dem Klassenerhalt endete, ist man bei Werder Bremen bemüht, das Geschehene schnell vergessen zu machen. Vor allem die sonst so starke Offensive der Bremer war in der letzten Saison eine einzige Enttäuschung und trieb jedem Fan Sorgenfalten auf die Stirn.

Wagner könnte dem Team von Florian Kohfeldt die dringend benötigte Torgefährlichkeit zurückgeben und bei den leidgeplagten Fans die Lust auf Werder-Spiele erhöhen. Zudem ist Stammstürmer Niclas Füllkrug verletzungsanfällig, Flügel-Flitzer Milot Rashica wird den Klub aller Voraussicht nach verlassen. Und dazu müssten die chronisch klammen Bremer keine Ablöse für den vertragslosen Wagner zahlen – keine schlechten Aussichten für einen Transfer.

Zudem kann Kohfeldt auch mit schwierigen Typen wie Wagner umgehen, wie das Beispiel Max Kruse zeigt. Der ehemalige Bremer soll ein Kandidat für eine Rückkehr an die Weser sein. Falls sich jedoch der Transfer zerschlägt, könnte auch Wagner den Traditionsklub mit seiner Kaltschnäuzigkeit und körperlichen Präsenz vor dem Kasten verstärken. Einzig die hohen Gehaltsforderungen von Wagner könnten dem Transfer im Wege stehen.

FC Bayern München:

Und dann wären da noch die Bayern: der Rekordmeister hat den Stürmer seit seinem Abgang vor mittlerweile anderthalb Jahren nicht gleichwertig ersetzt. Beim FCB war der Ex-Nationalstürmer ein grundsolider Eins-zu-Eins-Backup für Superstar Robert Lewandowski, schoss in einem Kalenderjahr acht Tore und kam meistens von der Bank. Verkauft wurde er insbesondere, um ihm den Mega-Vertrag in China zu ermöglichen und weil Ex-Trainer Niko Kovac nicht mehr auf ihn setzte.

Arp, Zirkzee und Co.: Die Talente des FC Bayern München im Check

Jann-Fiete Arp (von links), Joshua Zirkzee und Jamal Musiala zählen zu den großen Talenten des FC Bayern. Zur Galerie
Jann-Fiete Arp (von links), Joshua Zirkzee und Jamal Musiala zählen zu den großen Talenten des FC Bayern. ©

Es gibt bereits erste Gerüchte, wonach es Wagner erneut nach München ziehen könnte, wo seine Familie weiterhin zuhause ist. Ob die Münchner ihren vielversprechenden Talenten um Joshua Zirkzee allerdings einen weiteren erfahrenen Spieler vor die Nase setzen wollen? Eher unwahrscheinlich. Nach Informationen der Bild am Sonntag ist es für Wagner auch eine Option, seine Karriere nach dem China-Abenteuer vorzeitig zu beenden. Denkbar wäre auch eine Konstellation, in der Wagner die starke Drittliga-Mannschaft des FCB unterstützt – etwa in Kombination mit einem Job im Trainerstab, der bereits vereinbart scheint.