10. Februar 2021 / 19:55 Uhr

Rückkehr der Zuschauer: RB Leipzig erwartet positive Entwicklung noch in dieser Saison

Rückkehr der Zuschauer: RB Leipzig erwartet positive Entwicklung noch in dieser Saison

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Bundesligist RB Leipzig hofft zeitnah auf die Rückkehr von Fans ins Stadion.
Bundesligist RB Leipzig hofft zeitnah auf die Rückkehr von Fans ins Stadion. © an Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Dass der Fußball von seinen Fans lebt, ist in der Pandemie deutlicher denn je. Die coronabedingten Geisterspiele in der Bundesliga schlagen nicht nur den Anhängern aufs Gemüt, die die Spiele nicht besuchen dürfen. Sie sind auch für die Fußball-Profis nicht wirklich angenehm. RB Leipzig kämpft deshalb um eine Rückkehr seiner Fans ins Stadion, und zwar noch in dieser Saison.

Leipzig. Es mag zwar weit entfernt sein, dennoch ist es ein willkommene Nachricht in der stetigen Pandemie-Lage: Dank der sinkenden Inzidenz-Zahlen fasst RB Leipzig eine Rückkehr der Fans in die Red-Bull-Arena ins Auge. Am Dienstagabend zeigte sich Operations-Direktor Ulrich Wolter bei einem Fan-Update zuversichtlich: „Ich bin optimistisch, dass wir in dieser Saison nochmal Zuschauer im Stadion erleben werden. Wie viele und wann genau – das ist momentan noch ein bisschen der Blick in die Glaskugel.“ Er erwartet, dass dahingehende Gespräche bereits Mitte März möglich sein werden. Früher wird es wohl auch deshalb nichts, weil die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwochabend eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März beschlossen.

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"Sind an verschiedenen Stellen dran"

Dasselbe Gremium hatte vor Weihnachten bereits einmal das Thema Veranstaltungen verhandelt. Damals wurde festgehalten, dass bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wieder Veranstaltungen mit Zuschauern unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen möglich sein sollen. „Das sind Dinge, die wir aus der ersten Phase kennen, als wir schon mit 8.500 Fans im Stadion gespielt haben“, sagte Wolter. „Unser Konzept, das vom Gesundheitsamt Leipzig genehmigt wurde, ist weiterhin aktuell und funktioniert. Das könnten wir dann umsetzen. Offen ist noch, mit wie vielen Zuschauern.“ Offen ist auch, ob die Beschlüsse aus dem Dezember weiter Gültigkeit besitzen. Denn am Mittwoch beschlossen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten: Lockerungen, wie die Öffnung des Einzelhandels, soll es nun erst ab einer Inzidenz von 35 geben. Dass Fans ins Stadion dürfen, bevor dieser Schritt erfolgt ist, erscheint unwahrscheinlich.

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Zudem bezog sich Wolter auf das Konzept „Re-Start“, an neben RB auch Handball-Bundesligist SC DHfK maßgeblich mitarbeitete: „Das Konzept könnte für die Veranstaltungsbranche, die Gastronomie und die Unternehmen in Sachsen Gültigkeit haben.“ Darin setze man sich damit auseinander, ab welchem Inzidenzwert und unter welchen Bedingungen Veranstaltungen wieder ermöglicht werden könnten. „Das haben wir mit Ministerin Klepsch geteilt, die das mit der Landesregierung besprochen hat. Wir sind an verschiedenen Stellen dran, sowohl hier in der Stadt, als auch auf Landesebene“, so Wolter.


Nagelsmann will sich nicht zu früh freuen

„Es ist durchaus realistisch, dass wir die 50er-Inzidenz im Februar erreichen“, sagte Wolter am Dienstag. Da lag der Wert sachsenweit bei etwa 62,5. „Wir warten und freuen uns auf euch und hoffen, dass die Rückkehr möglichst zeitnah passiert“, richtete sich Wolter an die Fans. „Wir müssen aber auch die aktuelle Entwicklung im Blick haben.“ Und die schwankt. So wies die Inzidenz im Freistaat am Mittwoch einen Wert von 78,8 auf und fiel damit deutlich höher aus als am Vortag.

Deshalb zügelte auch RB-Trainer Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr/DAZN) seine Hoffnungen: „Das ist ein Thema, das wir nicht beeinflussen wollen. Ich will bei der Mannschaft keine Erwartungen schüren.“ Deshalb habe er mit seinen Jungs nicht darüber gesprochen. „Natürlich würden wir uns extrem freuen, wenn das der Fall ist, dass endlich wieder Zuschauer kommen können und dass uns unsere Fans unterstützen können. Das fehlt extrem.“ Nicht nur im eigenen Stadion, sondern auch auswärts sei es interessanter mit Anhängern auf den Rängen zu spielen, obwohl es nicht immer angenehm sei.