07. März 2019 / 18:30 Uhr

Rückkehr nach 133 Tagen: „Filmstadt Inferno“ zieht wieder in die Nordkurve

Rückkehr nach 133 Tagen: „Filmstadt Inferno“ zieht wieder in die Nordkurve

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Fans des SV Babelsberg 03 zeigten vor dem Heimspiel gegen Lok Leipzig diese Choreo.
Beim vergangenen Heimspiel gegen Lok Leipzig kündigte das „Filmstadt Inferno“ mit einer Choreographie seinen Umzug an. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: SV Babelsberg 03 empfängt den SV Wacker Nordhausen im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion.

Nicht wenige konnten dem Umzug der Babelsberger Ultra-Gruppe „Filmstadt Inferno“ von der Nordkurve auf der Gegentribüne in den O-Block rechts von der Haupttribüne des Karl-Liebknecht-Stadions durchaus Positives abgewinnen. „Für mich hat der Stimmungsblock im Ostblock ein sehr geiles Bild abgegeben und das sollte das so beibehalten werden. Es kommt viel mehr Sound ins Stadion und die Party sieht unterm Dach einfach geil aus. In der Nordkurve verschwindet dieses Potenzial einfach direkt“, beschreibt ein User im Fan-Forum des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 sein Stadionerlebnis beim 3:0-Erfolg über Lok Leipzig vor zwei Wochen.

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Ein anderer Teilnehmer schlägt in die gleiche Kerbe. „Ich fand die Zuschauerkonstellation nahezu perfekt. Unterm Dach lässt sich einfach sehr gut Stimmung machen und in der Nordkurve haben die sehr spielbezogenen Zuschauer ausreichend Platz.“ Zudem begrüßten viele Fans die durch den Umzug entstehende räumliche Trennung von Ultras und den Gästefans, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder als problematisch erwies.

In Bildern: Der SV Babelsberg 03 gewinnt mit 3:0 bei Optik Rathenow

Der SV Babelsberg 03 (blaue Trikots) gewinnt mit 3:0 bei Optik Rathenow. Zur Galerie
Der SV Babelsberg 03 (blaue Trikots) gewinnt mit 3:0 bei Optik Rathenow. © Christoph Laak

Am Freitagabend (19 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) gegen den Tabellenvierten FSV Wacker Nordhausen will das seit 1999 bestehende „Filmstadt Inferno“ ihr auf Rang sechs des Klassements rangierendes Team nach 133 Tagen Abstinenz dennoch wieder aus der Nordkurve anfeuern. Das kündigte die Gruppe mit einer Choreographie gegen Lok („Der Kurs steht auf Nord“) an und informierte in einem Flyer: „Heute ist für uns die Zeit gekommen, uns erhobenen Hauptes aus Block O zu verabschieden. Zum nächsten Heimspiel ist es dann endlich wieder an der Zeit in unsere angestammte Kurve zurückzukehren.“

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Doch warum kam es Ende Oktober – erstmals standen die Mitglieder des Filmstadt Infernos und deren Unterstützer beim 2:0 gegen die VSG Altglienicke unter dem Dach des O-Blocks – überhaupt zum Umzug? „Wie zuletzt kaum zu übersehen, befinden wir uns in einem offenen Konflikt mit den Underdogs Babelsberg. Dieser Konflikt hat sich insbesondere innerhalb des letzten Jahres zugespitzt und kann getrost als eskaliert bezeichnet werden“, begründete das „FI“ seine Entscheidung, ohne konkrete Punkte zu nennen und hatte zuvor bei einem Nordkurve-Plenum den Ausschluss der Gruppe „Underdogs Babelsberg“ aus der Nordkurve gefordert.

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Das sei auf ein geteiltes Echo gestoßen, weshalb das „Filmstadt Inferno“ umzog, um dem schwelenden Konflikt aus dem Weg zu gehen. „Wir sind uns sicher, dass jeglicher noch so kleine Zwischenfall das Pulverfass sprengen würde. Wir werden daher schweren Herzens die Konsequenzen ziehen und unsere Nordkurve bis auf weiteres verlassen.“ Auf SPORTBUZZER-Nachfrage war von den Fangruppen kein zusätzliches Statement zur Thematik in Erfahrung zu bringen, der Fanbeirat hält sich ebenfalls bedeckt. „Der Fanbeirat hat sich in diesem Konflikt aus Befangenheitsgründen neutral verhalten und möchte das nicht weiter kommentieren.“

Gegen den FSV Wacker Nordhausen sollen jetzt scheinbar die Standorte getauscht werden: Das „Filmstadt Inferno“ steht wieder in der Nordkurve, die „Underdogs Babelsberg“ dafür im Block O. Sportlich erwies sich die Konstellation der vergangenen 133 Tage übrigens als Erfolg: In fünf Heimspielen blieb des SVB ungeschlagen und sammelte 13 Punkte.