31. Dezember 2020 / 14:46 Uhr

Rückkehr ohne Groll: Coach Daniel Meyer will mit Braunschweig in Aue punkten

Rückkehr ohne Groll: Coach Daniel Meyer will mit Braunschweig in Aue punkten

dpa
Trainer Daniel Meyer von Eintracht Braunschweig
Trainer Daniel Meyer von Eintracht Braunschweig © Swen Pförtner/dpa
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Daniel Meyer kehrt am Sonntag mit Eintracht Braunschweig nach Aue zurück. Der ehemalige Trainer der „Veilchen“ will beim Wiedersehen aber keine Geschenke verteilen. Die Begegnung der 2. Bundesliga soll 13.30 Uhr angepfiffen werden.

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Aue. An seine Zeit beim FC Erzgebirge Aue denkt Daniel Meyer ganz ohne Verbitterung zurück. Die Vergangenheit holt ihn bei seiner Rückkehr mit Eintracht Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr) aber wieder ein. „Es ist das erste Mal, dass ich seit der Trennung nach Aue zurückkehre. Ich freue mich darauf und bin sehr entspannt. Emotionaler wäre es sicherlich in einem vollen Stadion gewesen – auch um zu erleben, wie die Fans reagiert hätten“, sagt der ehemalige Chefcoach der „Veilchen“, der seit Sommer auf der Trainerbank des Aufsteigers aus Niedersachsen sitzt.

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Leonhardt und Meyer pflegen „ganz normales Verhältnis“

Am 19. August 2019 trennten sich die Wege von Meyer und dem FC Erzgebirge. Eine Begründung blieben damals beide Seiten schuldig. Weil die Auer mit sechs Punkten aus drei Spielen gut in die Saison gestartet waren, kochten die Gerüchte hoch. „Der Auslöser war tatsächlich der Unglücksfall in meiner Familie. Sonst wäre man zu diesem Zeitpunkt nie an die Schwelle einer Trennung gekommen. Aus heutiger Sicht war die Kommunikation damals suboptimal“, erklärt Meyer rückblickend. Aus der familiären Perspektive sei es aber der richtige Weg gewesen. „Das war auch mit dem Klub so abgesprochen“, sagt der 41-Jährige.

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Keine Blöße gaben sich die Kicker des FC Erzgebirge Aue und gewannen das Heimspiel gegen den Karlsruher SC mit 4:1. ©

Auch zu Aue-Boss Helge Leonhardt pflegt Meyer damals wie heute „ein ganz normales Verhältnis“, wie der gebürtige Hallenser betont. „Der Präsident war quasi fester Bestandteil des Kaders und der Kultur in Aue. Er war fast täglich auf dem Trainingsplatz präsent, es gab immer einen engen Austausch.“ Spekulationen über Differenzen bei der Trainingsgestaltung gegen Ende seiner Amtszeit im Erzgebirge wurden laut Meyer „eher von Dritten außerhalb herangetragen“.

Meyer hatte die Auer im Sommer 2018 als Cheftrainer übernommen und nach einem schwierigen Start am Ende der Saison 2018/19 zum Klassenverbleib geführt. Der Fußball-Lehrer wollte nicht nur die Mannschaft weiterentwickeln, sondern auch den Club voranbringen.

Daniel Meyer: „Hinterher ist man immer schlauer“

Diverse Missstände sprach Meyer öffentlich an – nicht immer zum Gefallen der Vereinsführung. „Wenn man es mit der Wirtschaft vergleicht, ist man als Cheftrainer leitender Angestellter. Mein Anspruch war auch schon in Aue, kein Verwalter zu sein, sondern eine Entwicklung einzuleiten“, sagt Meyer. „Hinterher ist man immer schlauer, ob es der richtige Weg war, gewisse Dinge öffentlich zu sagen. Ich glaube aber, dass schon während meiner Zeit in Aue der Grundstein dafür gelegt wurde, dass sich der Verein inzwischen nicht mehr nur mit dem Abstieg beschäftigen muss.“

Vor dem Duell am Sonntag liegen sieben Punkte zwischen beiden Teams. Während der FC Erzgebirge mit 19 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz rangiert, stehen Meyers Braunschweiger mit zwölf Punkten an 15. Position. „Wir sind gerade so im Soll, aber aufgrund des Abstandes zum Mittelfeld sind alle Sinne geschärft“, meint der Eintracht-Coach. Trotz einiger Verletzungssorgen und der Tatsache, dass Abwehr-Neuzugang Brian Behrendt von Arminia Bielefeld in Aue noch nicht spielberechtigt ist, will Meyer an seiner alten Wirkungsstätte punkten: „Dafür werden wir viel Aufwand betreiben müssen. Wir werden sicherlich nicht kommen und Hurra-Fußball veranstalten.“

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Vom bisherigen Saisonverlauf des FC Erzgebirge ist Meyer angetan. Die Erfahrung und Routine, die im Auer Kader steckt, fehle dem Braunschweiger Team noch. „Dazu ist die Offensive in der Kombination mit Pascal Testroet, Florian Krüger und Ben Zolinski überragend und für die 2. Liga überdurchschnittlich gut besetzt“, lobt Meyer die Angriffswucht der Sachsen. Mit fünf Toren und fünf Vorlagen gehört U-21-Nationalspieler Krüger zu den bislang torgefährlichsten Auern. Der Stürmer freut sich auf den Heimstart gegen Braunschweig: „Wir wollen wieder angreifen und daran anknüpfen, wo wir vor der Pause aufgehört haben.“

Sebastian Wutzler