02. Mai 2021 / 09:22 Uhr

Rückschlag im Aufstiegsrennen: Vinnhorst verliert nach Krimi-Schlussphase gegen Rostock

Rückschlag im Aufstiegsrennen: Vinnhorst verliert nach Krimi-Schlussphase gegen Rostock

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Niederlage: Vinnhorsts Maurice Dräger zieht das Trikot vors Gesicht.
Niederlage: Vinnhorsts Maurice Dräger zieht das Trikot vors Gesicht. © Florian Petrow
Anzeige

Die Handballer des TuS Vinnhorst haben ihr Spiel in der Aufstiegsrunde gegen den HC Empor Rostock verloren. Die Hannoveraner hielten bis zum Schluss gut mit. Gegen den von Trainer Davor Dominikovic ernannten "Top-Favoriten" unterlag der TuS letztlich aber mit 25:27.

Anzeige

Nils Eichenberger musste Finn Backs nach der bitteren 25:27 (12:13)-Niederlage der Vinnhorster Handballer gegen Empor Rostock trösten. Der Linksaußen verpasste 34 Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich, während Per Oke Kohnagel im Gegenzug der entscheidende Treffer der Gäste gelang. Für den TuS in der Aufstiegsrunde ein herber Rückschlag im Kampf das Viertelfinale.

Anzeige

Wären Zuschauer erlaubt gewesen, es hätte in der Schlussminute niemanden auf seinem Platz gehalten. Trainer Davor Dominikovic nahm die Auszeit, um zumindest den Punkt zu retten. Der Plan nicht auf, denn Backs scheiterte und Rostock feierte. Dominikovic war sichtlich angefasst: „Alle haben super gekämpft, aber wir haben einige Chancen nicht getroffen.“

Bilder zu Handball-Begegnung zwischen dem TuS Vinnhorst und dem HC Empor Rostock

Vinnhorsts
Ruben Carlos Sousa wird gefoult. Zur Galerie
Vinnhorsts Ruben Carlos Sousa wird gefoult. ©

"Eine Abwehrschlacht, 60 Minuten am Limit"

Vor allem Matheus Costa Dias und Tim Otto hatten einen schwarzen Tag. Ein Knackpunkt war beim Stand von 22:21 (51.) auch die Rote Karte gegen Maurice Lungela, der beim Versuch einen Gegenstoß zu stoppen, zu spät kam. „Keinen Kommentar“, sagte Dominikovic und damit eine ganze Menge. Sein Gegenüber Till Wiechers war dagegen bester Laune, zumal Empor bei einer Niederlage wohl aus dem Rennen gewesen wäre: „Es war eine Abwehrschlacht, 60 Minuten am Limit. Das hätte in beide Richtungen gehen können.“

Wie schon in den ersten beiden Spielen gegen Hagen und in Hildesheim kam der TuS im Angriff aber schwer ins Spiel, weil im Rückraum die nötige Abstimmung fehlte. Rostock verhinderte die Anspiele an den Kreis, wo überraschend Ruben Carlos Sousa für den in Hildesheim überragenden Milan Mazic begann. Während die Gastgeber für jedes Tor hart arbeiten mussten, nutzte Rostock die erste Überzahl zur 7:4-Führung (13.).

Verbissene Kämpfe um jeden Ball

Dominikovic brachte im Tor Mustafa Wendland für den glücklosen Milos Mojsilov, der keine Hand an den Ball brachte. Mit der Einwechslung von Mazic kam mehr Schwung in die Offensivbemühungen. Hendrik Pollex und Florian Freitag gelangen zum 6:8 (19.) und 7:8 (20.) endlich zwei leichte Tore aus dem Rückraum. Auch das Glück kam jetzt dazu: ein eigentlich harmloser Versuch Eichenbergers aufs leere Tor rollte abgefälscht an Rostocks rechtzeitig zurückgeeiltem Keeper Robert Wetzel vorbei zum 9:10 (25.) ins Netz.

In der Pause gab es eine herzliche Umarmung zwischen Wetzel und Wendland, die in der Saison 2015/2016 mit den Handballfreunden Springe in der zweiten Liga spielten. Auf dem Weg dahin hatte die Partie große Bedeutung – das war beiden auch nach Wiederanpfiff anzumerken. Verbissen wurde um jeden Ball gekämpft, doch Rostock wirkte abgeklärter und setzte sich auf 18:15 (40.) ab. Doch Vinnhorst verlor nicht den Kopf. Nur dem Trainer gingen die Emotionen durch. Weil er den folgenden Siebenmeter lautstark kommentierte, es gab eine Zeitstrafe gegen die Bank.

Mehr zu Handball

Nicht nur in dieser Szene haderte der Kroate mit den Unparteiischen, die mit ihren Entscheidungen auf beiden Seiten oft daneben lagen. Der Ausbruch war ein Weckruf für sein Team, das nach der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr viele Ballgewinne erzwang. Yannik Müßner traf zum 21:20 (48.) und alles sah nach dem so wichtigen Sieg aus. Der muss nun am Samstag beim TuS Spenge her, um den Traum vom Aufstieg zu wahren.