17. Juli 2021 / 14:01 Uhr

Rücktritt vom Rücktritt: Peschel-Comeback beim Roßweiner SV mit Pokalsieg

Rücktritt vom Rücktritt: Peschel-Comeback beim Roßweiner SV mit Pokalsieg

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Eigentlich kennt man Patrick Peschel im Dress des Döbelner SC (im Bild). Nach seinem Comeback läuft er für den Roßweiner SV auf.
Eigentlich kennt man Patrick Peschel im Dress des Döbelner SC (im Bild). Nach seinem Comeback läuft er für den Roßweiner SV auf. © Sven Bartsch
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Eigentlich war Schluss, aber: Das Döbelner Urgestein trumpft noch einmal in Roßwein auf und heimst mit dem RSV gleich den Kreispokal ein.

Roßwein. Was für ein Comeback! Das DSC-Urgestein Patrick Peschel hat sich knapp zwei Jahre nach dem eigentlichen Ende seiner aktiven Laufbahn dazu überreden lassen, 33-jährig nochmal die Fußballschuhe zu schnüren. Und dann holt er mit dem Roßweiner SV gleich den Kreispokal – mit einem am Ende souveränen 3:1 bei Einheit Frohburg.

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„Als Siebenjähriger dort angefangen“

„Schuld“ am Überreden wie am Pokalgewinn haben maßgeblich seine Kumpels Martin Schwibs, Torsten Jentzsch, Stephan Krondorf und nicht zuletzt Jörg Soujon als jetziger RSV-Trainer. „Die alten Freunde sagen, ich sei positiv bekloppt, und so einen hätten sie hier noch gebraucht“, schildert Peschel etwas verkürzt die „Argumentation“ seiner Mannschaftskameraden, die er aus Döbelner Zeiten kennt.

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Im Gegensatz zu diesen spielte Peschel sein Fußballerleben lang nur für einen einzigen Verein, eben den Döbelner SC. „Als Siebenjähriger habe ich 1995 dort angefangen“, erinnert er sich. Er blieb dem DSC bis zum Laufbahnende treu, litt den Gang bis in die Kreisoberliga mit und wirkte die letzten vier Jahre bis 2019 als Mannschaftskapitän. Dabei war es nicht so, dass es keine Gelegenheit gegeben hätte, mal den Verein zu wechseln. Das Können des Abwehrspielers fiel auch andernorts auf. „Trainer Daniel Wohllebe vom FC Grimma war zum Beispiel interessiert, machte mir ein Angebot, das ich aus privaten Gründen damals aber nicht angenommen habe, weil mein Sohn Pepe Patrick gerade geboren war.“

„Gesundheit muss natürlich mitspielen“

Mit den Döbelnern spielte er immerhin auch so drei Jahre in der Sachsenliga mit, nachdem ihnen 2012 der Wiederaufstieg gelungen war. Auf 63 Spiele brachte es der gelernte Zimmermann in Sachsens höchster Spielklasse. Es wären wahrscheinlich deutlich mehr „Kappen“ geworden, wenn er in der davor liegenden immerhin elf Jahre währenden ersten Sachsenliga-Phase des DSC nicht noch zu jung gewesen wäre. Damals durchlief er noch die Nachwuchsabteilung. Auch im Männerbereich blieb er seinem Verein treu, was heutzutage fast schon eine Rarität darstellt. Zumal er wie gesagt auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten weckte. „Aber aus beruflichen Gründen und eben wegen meiner Familie habe ich das nicht ernsthaft in Erwägung gezogen.“ Das waren wohl auch die Gründe dafür, um vor rund zwei Jahren die Schuhe an den Nagel zu hängen. Bis die Roßweiner mit seinen Ex-Kameraden bei ihm anklopften. Da muss es Peschel dann doch nochmal in den Füßen gejuckt haben. „Ich bin immer noch ehrgeizig, kann nicht anders, als mich richtig reinzuknien.“ Genau das schätzen seine Teamkollegen. „Und es macht mir einfach noch Spaß“, ergänzt Peschel.

Bleibt die Frage, wie lange seine zweite Fußballerära in Roßwein nun dauern wird. Stattliche 24 Jahre wie in Döbeln werden es wohl nicht werden. „Mal sehen, die Gesundheit muss natürlich mitspielen.“ Die kommende Saison will er auf jeden Fall noch am Ball bleiben.