12. April 2021 / 09:31 Uhr

Ruderin Nwajide vom DRC Hannover holt Bronze bei EM in Italien

Ruderin Nwajide vom DRC Hannover holt Bronze bei EM in Italien

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bronze in Varese: Friede Hämmerling, Carlotta Nwajide und Franziska Kampmann (von links).
Bronze in Varese: Friede Hämmerling, Carlotta Nwajide und Franziska Kampmann (von links). © Detlev Seyb
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Sie hatte sich mit ihrem Team mehr erhofft, am Ende wurde es "nur" Bronze: Carlotta Nwajide vom DRC Hannover hat mit dem Frauen Doppelvierer Platz drei bei der Europameisterschaft in Italien geholt. Es war ein Test für die Olympiaqualifikation in fünf Wochen in Luzern.

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Sie wollten Titelverteidiger Niederlande attackieren und Gold holen bei dieser EM im italienischen Varese. Diesen Angriff hat aber nicht der deutsche Frauen-Doppelvierer geführt. Überraschend drängelte sich Großbritannien zwischen die Favoriten und gewann Silber – Carlotta Nwajide vom DRC Hannover musste sich mit Bronze begnügen. „Zufrieden mit der Platzierung und dem Rennen sind wir nicht wirklich“, sagte die 25-Jährige.

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Das Team mit der Hannoveranerin, Schlagfrau Franziska Kampmann (Waltrop), Frieda Hämmerling (Kiel) und Bugfrau Daniela Schultze (Potsdam) war vom Blitzstart der Holländerinnen überrascht worden. Dieser Rückstand war zu groß, allein das britische Quartett konnte später noch gefährlich nahekommen. „Das Boot lief nicht so gut, deshalb konnten wir auf die Angriffe der anderen nicht reagieren“, so Nwajide. Die Kraft auf den Ruderschlag umzusetzen gelang nicht wie gewünscht. „Wir konnten die Leistungen aus dem Training nicht abrufen, es liegt noch viel Arbeit vor uns“, räumte Nwajide ein. Es war allerdings nicht so, dass das Quartett nicht alles gegeben hätte. Kurz nach der Siegerehrung klappte Schultze mit Kreislaufproblemen zusammen, die Belastung war einfach zu groß gewesen. „Ich hatte gehofft, dass der Vierer deutlicher um Gold kämpfen kann“, sagte Thorsten Zimmer, Trainer am Bundesstützpunkt Hannover. Der Vierer ist aber bereits für die Spiele in Tokio qualifiziert.

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Olympiaquali in fünf Wochen in Luzern

Der Frauen-Achter hat sich im Vergleich zum Bahnverteilungsrennen am Freitag zwar klar gesteigert, eine Medaille aber klar verpasst. Mit Marie-Cathérine Arnold vom Hannoverschen RC (HRC) an der Schlagposition und Frauke Hundeling vom DRC im Maschinenraum reichte es im Endlauf zu Rang fünf. Der Titel ging an Rumänien vor den Niederlanden und Russland. „Das Abschneiden ist aber keine riesige Enttäuschung oder Überraschung“, sagte Arnold. Die EM habe mehr zum Probieren gedient, „sie stand auf der Prioritätenliste nicht oben“. Der deutsche Achter zeigte sich verhalten, er hatte am Start Pro­ble­me, die Schlagfrequenz war nicht hoch. Das sei aber kein Wunder, sagte Zimmer, immerhin sei die Crew „direkt aus dem Training gefahren“, ferner habe mit Tabea Schendekehl (Dortmund) eine wichtige Stammkraft gefehlt.



Die EM war ein Test für die Olympiaqualifikation in fünf Wochen in Luzern. Dann dürfte der DRV-Achter alles auf eine Karte setzen, mutmaßt Zimmer und traut dem Team zu, dass es in Tokio dabei sein kann: „Insgesamt ist der Achter auf einem guten Weg.“ Noch zwei Startplätze werden im Mai im Achter für Tokio vergeben. „Das ist dann unser Saisonhöhepunkt. Jetzt fehlt es noch ein bisschen am Feintunig und spezifischer Vorbereitung“, sagte Arnold.

Der neu formierte Vierer um die 23-jährige Janka Kir­stein vom HRC erreichte nur das B-Finale und war auch dort ohne Chance auf eine vordere Platzierung. Unter dem Strich blieb Rang zwölf. Aber das Nachwuchsboot mit Perspektive auf Olympia 2024 habe sich verbessert, attestierte Zimmer: „Es geht nun darum, sich Stück für Stück heranzukämpfen.“