08. Mai 2021 / 16:37 Uhr

Arnold nicht mehr am Schlag: Achter soll mit mehr Watt zu Olympia in Tokio

Arnold nicht mehr am Schlag: Achter soll mit mehr Watt zu Olympia in Tokio

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marie-Cathérine Arnold vom HRC (links) und Frauke Hundeling vom DRC.
Marie-Cathérine Arnold vom HRC (links) und Frauke Hundeling vom DRC. © IMAGO/Agentur 54 Grad / Christian Held
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Der Frauen-Achter wird vor der Olympiaqualifikationsregatta in Luzern auf vier Positionen umbesetzt. Marie-Cathérine Arnold vom HRC wird als Schlagfrau ersetzt. Außerdem sind zwei neue Ruderinnen an Bord.

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Bei einem Haus würde man wohl von einer Komplettsanierung sprechen: Neue Schlagfrau, Umbesetzungen auf vier Positionen, zwei Ruderinnen neu an Bord. Nur wenige Tage vor der Olympiaqualifikationsregatta in Luzern ist der Frauenachter des Deutschen Ruderverbandes (DRV) mit den beiden Hannoveranerinnen Marie-Cathérine Arnold und Frauke Hundeling an Bord stark verändert worden. Die bisherige Schlagfrau Arnold vom HRC wurde als Taktgeberin abgelöst von Tabea Schendekehl aus Dortmund. „Das war der eine geplante Tausch“, sagt Arnold. Beim Saisonauftakt, der EM vor drei Wochen im italienischen Varese, war der Achter nur auf den fünften Platz gerudert. Das dürfte der Grund für die hektisch anmutenden Wechsel sein. „Da liegt ein gewisses Risiko drin bei der kurzen Vorbereitungszeit“, sagt Thorsten Zimmer, Trainer am Bundesstützpunkt Hannover.

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Schendekehl taktete das Großboot im vergangenen Jahr erfolgreich zu EM-Silber, fehlte aber die vergangenen Monate im Training wegen eines Auslandsaufenthalts. Sie kommt extra für die Quali zurück. Arnold rudert nun auf der Vizeschlagposition. Neu im Boot sind Pia Greiten (Osnabrück) und Michaela Staelberg (Krefeld). Die beiden neuen Besatzungsmitglieder gehörten bis Anfang April noch zur Skull-Nationalmannschaft. Greiten verlor aber die DRV-interne Einer-Ausscheidung. Staelberg galt eigentlich als die etatmäßige Ersatzfrau des Doppelvierers unter anderem mit DRC-Ruderin Carlotta Nwajide, nachdem sie im internen Konkurrenzkampf mit Daniela Schultze (Potsdam) um die lange umstrittene Bugposition unterlegen war.

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Es geht darum, Greiten sowie Staelberg nun rasch zu integrieren. „Ist natürlich vom Zeitpunkt her extrem knapp, aber unser Trainer ist zuversichtlich, dass sie es bis zu den Rennen hinbekommen werden“, sagt Arnold und ergänzt: „Durch die physische Leistungsfähigkeit, die die beiden auf dem Papier haben, erhofft man sich wohl noch mal ein paar Watt auf dem Wasser.“



Keine Änderung für Hundeling

„Das ist das Hin- und Hergerissensein zwischen der Kraft für das Boot und der Harmonie, die nur durch viele gemeinsame Kilometer entsteht“, sagt Zimmer, „aber ich gehe davon aus, dass es getestet worden ist.“ Für Hundeling ändert sich nichts: Die DRC-Ruderin legt sich weiterhin auf der Position sechs im so genannten „Maschinenraum“ des Achters in die Riemen.

Vom 15. bis 17. Mai werden auf dem Schweizer Rotsee die letzten Olympiatickets vergeben. Das Team um Arnold und Hundeling hofft, eine der beiden noch zu vergebenen Tickets für Tokio errudern zu können. „Die Chance für den deutschen Achter is\t schwer einzuschätzen bei den wenigen Wettkämpfen zuvor, aber sie ist nach wie vor da“, sagt Zimmer.