08. Juni 2021 / 09:57 Uhr

DRC-Ass Nwajide holt Weltcup-Gesamtsieg: Ist jetzt auch Gold in Tokio drin?

DRC-Ass Nwajide holt Weltcup-Gesamtsieg: Ist jetzt auch Gold in Tokio drin?

Christian Held
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bereit für mehr: DRC-Ruderin Carlotta Nwajide (2. v. l.) gewann mit ihrem Doppelvierer-Team in Sabaudia und damit auch die Weltcup-Gesamtwertung. Eine Olympia-Medaille in Tokio scheint zum Greifen nah.
Bereit für mehr: DRC-Ruderin Carlotta Nwajide (2. v. l.) gewann mit ihrem Doppelvierer-Team in Sabaudia und damit auch die Weltcup-Gesamtwertung. Eine Olympia-Medaille in Tokio scheint zum Greifen nah. © Detlev Seyb
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Für Carlotta Nwajide und ihren Doppelvierer hätte es beim Weltcupfinale in Italien nicht besser laufen können. Das Quartett gewann den Pokal in der Gesamtwertung. Eine Olympia-Medaille in Tokio scheint zum Greifen nah.

Gelungene Tokio-Generalprobe für Carlotta Nwajide und ihren Doppelvierer: Sieben Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele zeigte sich das Quartett um die 25-jährige DRC-Ruderin beim Weltcupfinale im italienischen Sabaudia bereits in Medaillenlaune. Die vier starken Frauen gewannen zunächst Gold mit einem taktisch klug eingeteilten Rennen und räumten damit auch den Pokal in der Gesamtwertung der diesjährigen Serie ab. „Diese Erfolge motivieren uns natürlich für Tokio“, jubelte Nwajide nach dem Rennen, denn eine Olympiamedaille scheint nun zum Greifen nah.

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Beim letzten internationalen Test vor Tokio versuchten zunächst die Niederländerinnen mit einem Blitzstart und kräftiger Führungsarbeit das deutsche Boot mit Schlagfrau Frieda Hämmerling (Kiel), Nwajide, Franziska Kampmann (Waltrop) und Daniela Schultze (Potsdam) zu schocken. Aber nach der Streckenhälfte erhöhte Hämmerling das Tempo und ihre Mannschaft den Krafteinsatz. Mit wuchtigen Schlägen setzten sich die DRV-Frauen mit fast einer Bootslänge Vorsprung an die Spitze des Feldes.

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Hauptkonkurrentinnen aus China fehlten

„Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich den anderen Teams auf den dritten 500 Metern wegzufahren“, so Nwajide, die auf der sogenannten Schlagübernahmeposition rudert. Während hinter ihnen heftige Bord-an-Bord-Kämpfe um die weiteren beiden Medaillenplätze entbrannten, fuhren die DRC-Frau und ihre drei Mitstreiterinnen unbeirrt weiter und nach 2000 Metern schließlich souverän über die Ziellinie. Ihnen folgten die Boote aus Italien und Polen.

In Sabaudia fehlten allerdings die Hauptkonkurrentinnen aus China, die als Goldfavoritinnen für Tokio gehandelt werden. Trotzdem: Mit zwei Siegen bei den Weltcupregatten in Zagreb Anfang Mai und zuletzt in Sabaudia sowie einem zweiten Rang in Luzern vor zwei Wochen – damals allerdings hinter den Chinesinnen – sicherten sich Nwajide und Co. mehr als nur den Pokal für den Gesamtsieg. Der deutsche Doppelvierer tankte noch einmal kräftig Selbstvertrauen für Olympia und plant in Tokio sogar den Angriff auf die Ruderinnen aus der Volksrepublik. „China haben wir noch nicht abgeschrieben“, kündigt Bugfrau Schultze an.

Straffes Programm für Nwajide und Co.

Thorsten Zimmer, Nwajides Heimtrainer am Bundesstützpunkt in Hannover, zieht eine positive Bilanz der bisherigen Olympiavorbereitung: „Taktisch und kämpferisch hat sich Carlottas Doppelvierer stark verbessert. Aber die engen Ergebnisse zeigen auch, wie dicht die Boote in der Weltspitze beieinanderliegen“, so Zimmer. Für Nwajides Doppelvierer geht es ab diesen Dienstag für knapp drei Wochen ins Trainingslager nach Weißensee in Österreich und bereits Anfang Juli nach Japan. „Wir müssen bis zu unserem Vorlaufstart in Tokio am 23. Juli noch richtig hart arbeiten“, weiß die DRC-Frau.

Für Trainer Zimmer gab es am Wochenende weitere gute Nachrichten: Gleich drei seiner Nachwuchsruderer vom DRC lösten bei einer Regatta in Ratzeburg die Fahrkarten für die U23-WM im Juli in Tschechien: Aaron Erfanian überzeugte die Bundestrainer im Doppelzweier. Ryan Smith und Leon Knaack waren im Vierer erfolgreich.