08. Oktober 2020 / 12:39 Uhr

Regnet es in Posen Edelmetall? Ruderinnen treten bei Europameisterschaft an

Regnet es in Posen Edelmetall? Ruderinnen treten bei Europameisterschaft an

Christian Held
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gibt es Edelmetall in Posen? Janka Kirstein, Frauke Hundeling und Marie-Cathérine Arnold werden alles daran setzen.
Gibt es Edelmetall in Posen? Janka Kirstein, Frauke Hundeling und Marie-Cathérine Arnold werden alles daran setzen. © Tabea Schendekehl
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Vier Ruder-Frauen aus Hannover kämpfen ab Freitag im polnischen Posen um Edelmetall. Für die vier Ruderinnen nimmt damit eine lange coronabedingte Wettkampfpause ein Ende. Vor allem die bereits für Olympia qualifizierte Carlotta Nwajide werden im Doppelvierer die größten Chancen auf eine Medaille zugeschrieben.

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Ein hannoversches Frauenquartett startet ab Freitag im polnischen Posen bei den Rudereuropameisterschaften. Verteilt auf drei Boote rechnen sich Marie-Cathérine Arnold (HRC), Frauke Hundeling (DRC), Janka Kirstein (HRC) und Carlotta Nwajide (DRC) gute Chancen aus, Medaillen mit nach Hause zu bringen. Für alle vier Athletinnen ist es coronabedingt die erste und einzige internationale Regatta in diesem Jahr.

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Arnold feiert Riemen-Debüt

Im neuformierten Achter legen sich Marie-Cathérine Arnold und Frauke Hundeling in die Riemen. Für die 29-jährige Arnold bedeutet der EM-Start sogar den ersten internationalen Auftritt nach zwei Jahren Verletzungsmisere. Die Erfahrenste im Hannover-Quartett feiert zudem eine Wettkampfpremiere: „Nach 13 Jahren in der Skull-Nationalmannschaft wird das nun mein erster Start in der Riemendisziplin – trotz aller Routine eine ganz neue Wettkampferfahrung“, sagt die Maschsee-Ruderin. Sie ist als Verstärkung im Großboot eingeplant. Denn der Frauen-Achter war in den vergangenen Jahren alles andere als das Paradeboot des DRV.

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Das soll sich nun ändern: Im kommenden Mai wollen und sollen Arnold, Hundeling und Co. bei der Olympiaqualifikation in Luzern das Tokio-Ticket lösen. „Die EM in Posen ist für uns ein guter Gradmesser, um zu sehen, an welchem Punkt wir uns auf unserem Weg auf dieses Ziel befinden“, sagt Arnold. Mit Rumänien und den Niederlanden rudern bei der EM die beiden kontinentalen Hauptkonkurrenten mit um die zwei im Mai noch zu vergebenen Tokio-Tickets. „Dazu wird der Achter aus China mit einsteigen in den Olympiaqualifikationswettbewerb“, weiß Hannovers Rudertrainer Thorsten Zimmer. „Deshalb müsste der Achter mit Marie und Frauke sich den anderen Teams auf Schlagdistanz nähern und nicht mit Längen Rückstand hinterherrudern wie in den vergangenen Jahren.“

Talent Kirstein mit ersten Schritten in der Nationalmannschaft

Mit der 23-jährigen Janka Kirstein ist jüngst die dritte Riemenruderin aus Zimmers Ahlemer Trainingsgruppe in die Nationalmannschaft aufgerückt. Kirstein tritt im EM-Vierer an, dem nur Außenseiterchancen auf eine Finalteilnahme eingeräumt werden. „Dass Janka überhaupt dabei ist und nach der EM auch die Vorbereitung für die Olympiaqualifikation absolvieren wird, ist ein Erfolg für sich“, freut sich Zimmer. „Es zeigt, dass wir in Hannover erfolgreich Nachwuchskräfte an die Spitze heranführen können“, sagt der Trainer.

Trumpfass des Hannover-Quartetts bei der EM ist der Doppelvierer mit Carlotta Nwajide. Das Team um die DRC-Ruderin ist bereits für Tokio qualifiziert. Trainer Zimmer hofft, dass durch „einen EM-Erfolg endlich Ruhe ins Boot kommt und die Mannschaft sich konzentriert auf Tokio vorbereiten kann“. Denn hoher Erwartungsdruck seitens des Verbandes lastet auf den vier Frauen, und in der EM-Vorbereitung ging es turbulent zu: Die 25-jährige Nwajide musste im September krankheitsbedingt zwei Wochen mit dem Training pausieren. Dann mangelte es im Training an Tempo, der Doppelvierer kam aus dem Rhythmus. Folge: Kurz vor dem EM-Start wurde bootsintern umbesetzt. Die langjährige Schlagfrau Frieda Hämmerling aus Kiel musste Platz machen für ihre bisherige Vizetaktgeberin Franziska Kampmann (Waltrop).

Nwajide ist auf dem Weg nach Tokio

Trotzdem glaubt Nwajide, dass es EM-Edelmetall gibt: „Unser Abschlusstraining in Berlin war sehr gut, ich bin wieder fit und optimistisch.“ Seit dem Sommer ist Nwajide voll auf Olympiakurs: „Die EM ist nur ein Zwischenschritt. Mein großes Ziel ist und bleibt Tokio.“