22. November 2020 / 12:44 Uhr

Völler zu Kritik an Löw wegen Müller, Hummels und Boateng: "Muss er sich gefallen lassen"

Völler zu Kritik an Löw wegen Müller, Hummels und Boateng: "Muss er sich gefallen lassen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Kritik mit den drei Ausgemusterten muss er sich gefallen lassen, sagt Ex-Bundestrainer Rudi Völler über Jogi Löw, der Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng nicht mehr berücksichtigt. 
"Die Kritik mit den drei Ausgemusterten muss er sich gefallen lassen", sagt Ex-Bundestrainer Rudi Völler über Jogi Löw, der Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng nicht mehr berücksichtigt.  © imago images / Sven Simon
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Rudi Völler hat Bundestrainer nach der 0:6-Pleite in Spanien zwar in Schutz genommen. Die Kritik wegen des ausgemusterten Trios Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng müsse sich Löw jedoch gefallen lassen, sagte Völler bei "Sky 90". Dietmar Hamann sieht die Personalien als "Machtspielchen" beim DFB.

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Ex-Teamchef Rudi Völler hat Joachim Löw nach dem 0:6-Debakel der Nationalmannschaft in der Nations League in Spanien in Schutz genommen. Der Sportchef von Bundesligist Bayer Leverkusen sprach sich zudem dafür aus, mit Löw als Bundestrainer bis zur Europameisterschaft im kommenden Jahr weiterzumachen. "Ja, auf jeden Fall", sagte Völler am Sonntag in der Talksendung Sky90 auf eine entsprechende Frage. "Ich hoffe natürlich, dass es ein einmaliger Ausrutscher war und denke auch, dass der Jogi das noch in den Griff bekommt", sagte Völler weiter, befand allerdings mit Blick auf die Debatte um die ausgemusterten Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng: "Die Kritik mit den drei Ausgemusterten muss er sich gefallen lassen."

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Sky-Experte Dietmar Hamann ergänzte, die Probleme im Defensivverbund seien für ihn "nicht verwunderlich". Der Ex-Nationalspieler verwies auf die international unerfahrenen Spieler Philipp Max (PSV Eindhoven) und Robin Koch (Leeds United) oder Akteure wie Jonathan Tah von Bayer Leverkusen, die in ihren Klubs derzeit keine Stammspieler sind. "Außerdem war Niklas Süle lange verletzt, er wurde beim FC Bayern am Samstag für nicht fit genug befunden, um gegen Werder Bremen überhaupt auf der Bank zu sitzen", sagte Hamann.

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Völler plädierte dafür, zumindest über eine Rückkehr der drei im März 2019 aussortierten Spieler nachzudenken. "Ich glaube gar nicht, dass alle drei vonnöten sind. Hinten ist es vielleicht etwas mehr vonnöten als vorne", sagte der 60-Jährige, der einräumte, zumindest "überrascht" vom Spiel in Spanien gewesen zu sein. "Man hatte nach zehn Minuten schon das Gefühl, die Spanier wollten unbedingt gewinnen, und bei unserer Mannschaft hatte man das Gefühl leider nicht." Hamann ergänzte, er halte es für wenig sinnvoll, Boateng, Müller oder Hummels sofort wieder zum DFB-Team zu holen. "Wenn du sie jetzt zurückholst und einer oder zwei verletzen sich im Januar, dann stehst du wieder vor der Frage, werden sie rechtzeitig zur WM fit", gab Hamann zu bedenken. Die Art und Weise, wie den drei Spieler die Ausmusterung mitgeteilt wurde, habe ihm damals jedoch nicht gefallen. "Das war ein Werteverfall beim DFB", so der Vizeweltmeister von 2002.

Hamann zu Debatte um Hummels, Müller, Boateng: "Ein Machtspielchen"

Die Debatte um die drei Weltmeister von 2014 komme ihm mitterweile "wie ein Machtspielchen vor, zu sagen, das ist die letzte Hoheit, die wir noch haben, den Kader zu besetzen", meinte Hamann. Denn insgesamt würden die Verbände im Vergleich zu den Ligen und den Klubs immer schwächer. Er empfahl dem Bundestrainer: "Wenn du Spieler hast, die dir eine bessere Chance geben, Europameister zu werden, musst du zumindest darüber nachdenken." Hummels, Boateng und Müller stünden für Stabilität, Hunger und Erfolg. Dass Löw sie nicht mehr berücksichtigt, könnten "die Leute nicht mehr nachvollziehen".