13. Mai 2019 / 09:00 Uhr

Rudy und Boujellab werden trotz schlechter Saison nett empfangen

Rudy und Boujellab werden trotz schlechter Saison nett empfangen

Vicki Schwarze
Göttinger Tageblatt
Stellen sich den Fragen der Fans: Die Schalker Nassim Boujellab und Sebastian Rudy (v.l.). Die Schriftführerin der Göttinger Knappen, Nadine Rosteck und der Vorsitzende Jörg Melchien hören aufmerksam zu.
Stellen sich den Fragen der Fans: Die Schalker Nassim Boujellab und Sebastian Rudy (v.l.). Die Schriftführerin der Göttinger Knappen, Nadine Rosteck und der Vorsitzende Jörg Melchien hören aufmerksam zu. © vw
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Prominenten Besuch haben die Göttinger Knappen anlässlich der Bezirksversammlung mit Sebastian Rudy und Nassim Boujellab in Göttingen gehabt. Die Bundesliga-Kicker des FC Schalke 04 stellten sich den kritischen Fragen der Fans.

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Leidensfähig mussten die Fans des FC Schalke 04 in der fast abgelaufenen Saison sein. Der 15. Tabellenrang war keineswegs die Platzierung, die sich die Blau-Weißen vor der Saison erhofft hatten. Dazu bezogen Sebastian Rudy und Nassim Boujellab auf der Bezirksversammlung für die Fanklubs im Bezirk 6, die die Göttinger Knappen ausrichtete, Stellung.

„Nach so einer schlechten Saison so nett empfangen zu werden, ist auch nicht schlecht, oder?“, fragte Bezirksleiter Joachim Barth das Schalker Duo. Ein wenig schuldbewusst guckten die Gäste schon, wären sie natürlich sehr gern mit einem Sieg am vorletzten Spieltag gegen Leverkusen im Gepäck angereist. So reichte es nur zu einem 1:1. Die Frage, die zwangsläufig kommen musste, ließ auch nicht lange auf sich warten. Ob er denn auf Schalke geblieben wäre, wenn seine Mannschaft abgestiegen wäre, wollte ein Fan von Rudy wissen. „Ich war mir ganz sicher, dass wir nicht absteigen werden“, sagte der 29-Jährige.

Tedesco ein fantastischer Trainer

Auch ein Thema war der Trainerwechsel im März dieses Jahres, als die Königsblauen sich von Domenico Tedesco trennten und Huub Stevens als Interimstrainer einsetzten. „Tedesco war ein fantastischer Trainer, der vieles richtig gemacht hat“, erläuterte Rudy. Und Boujellab ergänzte: „Er war immer sehr korrekt zu mir.“ Was es denn für einen Unterschied zwischen Tedesco und Stevens gegeben habe, lautete eine Frage, der Nationalspieler Rudy allerdings geschickt auswich. „Ich vergleiche Trainer ungern“, sagte er kurz und bündig. Mit dem neuen Coach, David Wagner, der zuletzt bei Huddersfield Town unter Vertrag stand, habe es bislang noch keinen Kontakt gegeben.

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Doch es gab auch Glücksmomente in der Saison, sowohl für die Mannschaft als auch für die Fans. Und die liegen noch gar nicht so lange zurück. Mit 4:2 gewannen die Schalker am 27. April das Revierderby bei Borussia Dortmund. Als „unbeschreiblich“ stuft Boujellab das Gefühl ein. „Es hat ziemlich viel Spaß gemacht“, meinte er im Hinblick auf die gemeinsame Feier mit den Fans in Gelsenkirchen.

Ball vom Vater bekommen

Sehr entspannt gaben sich die Beiden bei der Veranstaltung in Göttingen. „Wir machen so etwas nicht so häufig, und wir machen es auch gern“, erklärte der marokkanische Jugendnationalspieler, der am liebsten auf der Zehn hinter den Spitzen spielt.

Alles ganz genau wissen wollte der neunjährige Bela Funke. „Wann habt ihr den angefangen?“, fragte er ohne Scheu. Mit vier Jahren begann Rudy beim FC Dietingen, konnte sich immer der Unterstützung seiner Eltern gewiss sein. Einen Ball bekam Nassim Boujellab als Dreijähriger von seinem Vater geschenkt, da war es um ihn geschehen, als Fünfjähriger wurde er beim ASSV Letmathe im Iserlohner Stadtteil Letmathe angemeldet. Jetzt fühle er sich ausgesprochen wohl beim FC Schalke 04. Ob es einen Plan B im Falle einer gravierenden Verletzung geben würde? „Ich war nicht der Beste in der Schule, aber wenn es mal so kommen würde, dann würde ich gern Werkstoffprüfer wie mein Vater werden“, erzählte der 19-Jährige.

Die beiden Kicker hatten sich viel Zeit genommen für die Fan-Klubs und die Gäste. Jeder bekam am Ende sein Foto mit den Spielern. Auch Bela Funke, der perfekt gestylt zum Termin erschienen war. Er posierte mit den beiden Bundesliga-Spielern. Sein Herz gehört aber weder dem einen noch dem anderen. „Mein Lieblingsspieler ist Alexander Nübel“, erklärte Bela, der bei der SVG Göttingen selber Fußball spielt. „Ich schieße viele Tore“, erzähle der Nachwuchskicker, der schon öfter bei Spielen des FC war.

Spontaner Schalke-Fan

Zu einem spontanen Schalke Fan ist auch der Betreiber der Gaststätte „Schnitzeleck“, Andre Hoffmeister, geworden. „Normalerweise haben wir sonntags geschlossen, aber als dann die Anfrage kam, da habe ich zugesagt, die Veranstaltung auszurichten“, berichtete Hoffmeister, der mit seinen sechs Mitarbeitern dafür sorgte, dass es den Gästen gut ging.

Sehr zufrieden war auch Jörg Melchien, Vorsitzender der Göttinger Knappen, mit dem Verlauf, zumal er mit Rudy und Boujellab zwei neue prominente Ehrenmitglieder in den eigenen Reihen hat. Wenn jetzt noch die neue Saison gut läuft, dann wäre die königsblaue Glückseligkeit vollkommen.