09. Juli 2020 / 19:21 Uhr

Rückkehr zur Normalität: TSV Hannover-Burgdorf will stufenweise raus aus der Kurzarbeit

Rückkehr zur Normalität: TSV Hannover-Burgdorf will stufenweise raus aus der Kurzarbeit

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
So voll wird es zum Auftakt nicht: Die Recken glauben jedoch, dass sie mit Spielen vor Zuschauern starten können, Geschäftsführer Eike Korsen ist optimistisch. Wie das aussehen wird, ist noch offen. 
So voll wird es zum Auftakt nicht: Die Recken glauben jedoch, dass sie mit Spielen vor Zuschauern starten können, Geschäftsführer Eike Korsen ist optimistisch. Wie das aussehen wird, ist noch offen.  © Florian Petrow
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Beim zweitägigen Treffen der 39 Handball-Bundesligisten in Köln sind wichtige Regeländerungen beschlossen worden. So wird es tatsächlich erstmals zwei Pokalsieger in einer Spielzeit geben. Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen zur HBL-Tagung und zu den Recken.

Können zum Saisonstart am 1. Oktober Zuschauer dabei sein?

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Das steht noch nicht fest. „Da fahren wir noch sehr auf Sicht und sind von der Politik und den Be­hör­­den abhängig. Es kann sein, dass ein Verein mit Zuschauern spielen kann und ein anderer nicht“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. „Es ist mein Glaube und meine Hoffnung, dass wir vor Zuschauern spielen können“, sagt Recken-Geschäftsführer Eike Korsen, „das ist das, woran wir weiter mit Hochdruck arbeiten.“

Gibt es bereits ein Hygienekonzept?

Derzeit liegt ein Leitfaden zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Das gemeinsam mit dem Basketball und dem Eishockey erarbeitete Generalkonzept soll Ende dieser Wo­che fertiggestellt sein. Standardisierte Lüftungssysteme, sichere Zu- und Abwege-Regelungen für die Besucher und der Infektionsschutz für Spieler und Zu­schau­er sind dabei zu beachten. „Das Konzept ist sehr fundiert, es gab ohnehin sehr viel Expertise bei der Ta­gung“, sagt Korsen.

Bilder von der Verabschiedung der Recken Morten Olsen, Timo Kastening, Joshua Thiele, Mait Patrail und Cristian Ugalde auf dem Schützenplatz in Hannover

Verabschiedung des scheidenden Recken-Quintetts Morten Olsen, Timo Kastening, Joshua Thiele, Mait Patrail und Cristian Ugalde auf dem Schützenplatz in Hannover. Zur Galerie
Verabschiedung des scheidenden Recken-Quintetts Morten Olsen, Timo Kastening, Joshua Thiele, Mait Patrail und Cristian Ugalde auf dem Schützenplatz in Hannover. © Florian Petrow

Wie sieht es mit der Kurzarbeit bei den Recken aus?

„Sie ist und bleibt ein Thema, es hängt ja von der Krise ab“, sagt Korsen. Am Montag beginnen die Profis mit dem Training in der Halle. Je nach Grad der Belastung sollen die Recken wieder aus der Kurzarbeit geführt werden. „Es ist doch klar, dass unser Ziel sein muss, die Spieler so schnell wie möglich in die Normalität zurückzuführen“, betont Korsen, „und stufenweise wieder aus der Kurzarbeit zu führen.“


Wie soll es im DHB-Pokal laufen?

Die Recken sind zunächst im Final-Four-Turnier dabei, das wegen der Corona-Pandemie verlegt worden war. Am 27. und 28. Fe­bru­ar steigt die Endrunde mit Meister THW Kiel, TBV Lemgo Lippe, der TSV und der MT Melsungen. Am 5. und 6. Juni soll der Pokalsieger 2021 beim zweiten Final Four ermittelt werden. „Das ist gut so, dieses Zeichen zu setzen. Das Final Four ist ein Leuchtturm-Event“, sagt Korsen. Hannovers Nationalspieler Fabian Böhm hält die Entscheidung für sehr gut: „Grundsätzlich ist jeder Wettbewerb, in dem es einen Pokal zu gewinnen gibt, eine tolle Sache.“

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Wie sollen die Final-Four-Teilnehmer ermittelt werden?

Dieser Punkt ist strittig und noch nicht entschieden. Die üblichen Qualifikationsrunden wird es nach Absprache mit dem Deutschen Handballbund jedenfalls nicht geben, der Terminkalender ist ohnehin voll. Im Gespräch war, dass die vier führenden Teams der Bundesligatabelle bei Saisonhalbzeit ins Final Four einziehen. „Damit werden wir uns bis zum Saisonbeginn Zeit lassen“, sagte Bohmann.

Welche Regelung ist ferner neu?

Bundestrainer Al­fred Gislason will mehr Ruhepausen für die Nationalspieler. Um die Topklubs zu entlasten, entscheidet künftig bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Teams nicht wie bisher das Torverhältnis über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. Dies soll den Spitzenvereinen den Druck nehmen, in jeder Partie mit dem stärksten Aufgebot bis zum Schluss auf Torejagd gehen zu müssen. „Das wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Bundestrainer Alfred Gislason beschlossen“, so Bohmann. „Das ist ein wichtiger Aspekt und eine sehr gute Sache“, unterstreicht Böhm, „die Meisterschaft wird ohnehin in den Topspielen entschieden.“

„Klar ist, dass diese Saison knüppelhart wird. Das war auch immer wieder Thema in Köln“, bekräftigt Korsen, der ein positives Fazit zog: „Lob an die HBL, wie in dieser schweren Zeit kommuniziert wird. Das ist gut gelungen. Ich habe das Ge­fühl, der Handball steht zu­sam­men, um durch die Krise zu kommen.“