18. Dezember 2013 / 21:30 Uhr

Rufe aus dem Publikum: Chemie Leipzig soll 500 Euro in Anti-Diskriminierungs-Fond zahlen

Rufe aus dem Publikum: Chemie Leipzig soll 500 Euro in Anti-Diskriminierungs-Fond zahlen

Matthias Puppe
SPORTBUZZER-Nutzer
Fans der BSG Chemie (Archivfoto) USER-BEITRAG
Fans der BSG Chemie (Archivfoto) © Christian Nitsche
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Den Grün-Weißen wurde am Mittwoch eine Einstellung des Verfahrens in Aussicht gestellt, sollte der Verein das Geld überweisen.

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Leipzig. Für die Zwischenrufe einzelner Fans soll Fußball-Bezirksligist BSG Chemie Leipzig eine Strafe in Höhe von 500 Euro zahlen. Beim Spiel gegen den häufig auch mit einem NPD-Stadtrat in seinen Reihen auflaufenden ATSV Frisch Auf Wurzen Mitte Oktober riefen laut Schiedsrichterbericht zwei Anhänger der Grün-Weißen „Nazi-Schwein“, ein dritter „Nazi-Bastard“ in Richtung der gegnerischen Spieler. Diese verließen daraufhin den Platz und provozierten so einen Spielabbruch. Wurzens NPD-Stadtrat Matthias Möbius stand an diesem Tag nicht im Aufgebot des ATSV, soll der Partie aber als Zuschauer am Spielfeldrand beigewohnt haben.

Das Sportgericht des Sächsischen Fußballverbands (SFV) wertete die Rufe der Leutzscher am Mittwochabend als diskriminierend, erklärte Chemie-Vorstand Dirk Skoruppa gegenüber LVZ-Online. Dem Verein wurde dennoch eine Einstellung des Strafverfahrens in Aussicht gestellt, sollte Chemie die geforderten 500 Euro in einen Fond für antidiskriminierende Arbeit im sächsischen Fußball einzahlen. Wie Skoruppa sagte, werde Chemie die Arbeit des Verbandes mit der angegebenen Summe unterstützen. "Wir als Verein engagieren uns ohnehin seit langem gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball", so Skoruppa weiter.

In der gut zweieinhalbstündigen Verhandlung soll der SFV zuvor alle Argumente der Leutzscher für eine bedingungslose Einstellung des Verfahrens abgelehnt haben. Die Grün-Weißen monierten unter anderem, dass die Rufe weder diskriminierend, noch durch den Verein zu verhindern waren. Auf Geheiß des Schiedsrichters, der ansonsten keine negativen Zuschauerreaktionen während der Partie bemerkt hatte, gab es nach den beiden Nazi-Rufen zumindest eine Stadiondurchsage, die zum Unterlassen aufforderte.

Mitte November hatte der Verband bereits in einem anderen Verfahren entschieden, dass Chemie Leipzig das abgebrochene Spiel am grünen Tisch mit 2:0 gewonnen hat.

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