18. September 2019 / 12:07 Uhr

Ex-Hannoveraner Mark Kuhlmann wird Trainer des deutschen Nationalteams

Ex-Hannoveraner Mark Kuhlmann wird Trainer des deutschen Nationalteams

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Da haben sie noch selbst für Deutschland gespielt: Der neue Nationaltrainer Mark Kuhlmann (von rechts), Alexander Widiker und 78-Coach Benjamin Krause.
Da haben sie noch selbst für Deutschland gespielt: Der neue Nationaltrainer Mark Kuhlmann (von rechts), Alexander Widiker und 78-Coach Benjamin Krause. © zur Nieden
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Der deutsche Rugby-Verband ist mit der Professionalisierung des Sports gescheitert. Der Neuanfang soll nun günstiger und kleiner werden. Der Ex-Ricklinger Mark Kuhlmann übernimmt den Trainerposten der deutschen Nationalmannschaft.

Das deutsche Rugby steht vor einem Umbruch, und der erste Nationaltrainer ist ein Ex-Hannoveraner. Mark Kuhlmann führt die Schwarzen Adler in die beiden Spiele der Rugby Europe Trophy in Polen am 2. November und in Heidelberg gegen die Niederlande am 23. November. Der 50-Jährige ist zunächst eine Übergangslösung. Er war sechsmal Meister mit dem DRC Hannover und machte 48 Länderspiele. Mit Rekordnationalspieler Alexander Widiker (37 Jahre,Heidelberg,58 Länderspiele) wird Headcoach Kuhlmann gemeinsam verantwortlich sein.

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"Wir brauchen keinen teuren Coach aus dem Ausland"

Kuhlmann ist inwischen Bundesliga-Coach bei Vizemeister TSV Handschuhsheim, seine aktive Karriere hatte er als Spielertrainer bei der Neckarsulmer RU beendet. Er sei froh, den Neuaufbau mit anstoßen zu können, sagte der frühere Ricklinger. DRV-Vorstand Volker Himmer, der das Amt kommissarisch bis zum Außerordentlichen Deutschen Rugby-Tag am 13. Oktober in Heusenstamm bekleidet, ist mit der Lösung sehr zufrieden. „Wir sind ein Amateursportverband und brauchen keinen teuren Coach aus dem Ausland“, sagt Himmer. Ziel ist es, mittelfristig wieder in die zweithöchste europäische Amateurklasse aufzusteigen.

Die Bilder des Meisterschafts-Halbfinals im Rugby: Hannover 78 - TSV Handschuhsheim

Im Halbfinale um die deutsche Rugby-Meisterschaft hat 
sich Hannover 78 eine herbe Klatsche gegen den TSV Handschuheim geholt. Zur Galerie
Im Halbfinale um die deutsche Rugby-Meisterschaft hat sich Hannover 78 eine herbe Klatsche gegen den TSV Handschuheim geholt. ©

Professionalisierung des Sports gescheitert

Im Juni hatte die DRV-Auswahl das Relegationsspiel gegen Portugal (32:37) verloren und stieg ab. Zu Beginn dieses Krisenjahres hatte sich Mäzen und Milliardär Hans-Peter Wildt (Capri-Sonne) im Streit aus dem deutschen Rugby zurückgezogen. Im Juli trat DRV-Präsident Robin Stalker nach monatelangen Querelen zurück. Er war mit dem Vorhaben gescheitert, den Sport zu professionalisieren. Im Oktober soll nun ein neues Präsidium gewählt werden, das einen dreiköpfigen Vorstand bestellt. Dann wird sich klären, wie es mit dem Nationalteam weitergeht.

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Neustart wird kleiner und günstiger

Zuletzt war der Engländer Mike Ford für die Schwarzen Adler verantwortlich. Er berief etliche Profis, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Zudem dürften seine monatlichen Bezüge bei mehr als 10 000 Euro gelegen haben – für hiesige Verhältnisse viel Geld. „Das können wir uns nicht leisten und konnten wir damals eigentlich schon nicht“, so Himmer. Der Neuanfang des deutschen Rugbys gerät deutlich kleiner und günstiger.