13. Mai 2020 / 09:03 Uhr

Sie packen's wieder an: 78 & Co. fahren den Trainingsbetrieb kontaktlos hoch

Sie packen's wieder an: 78 & Co. fahren den Trainingsbetrieb kontaktlos hoch

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
... die Rugbyspieler
: Hannovers Rugby-Teams trainieren schon seit einigen Wo­chen wieder. Ohne Kontakt. Mit der neuen Freiheit gehen die Vereine defensiv um. „Wir halten uns weiter an die Abstandsregeln“, sagt Victoria-Linden-Coach Jens Himmer. „Es herrscht bei den Spielern jede Menge Verunsicherung. Viele wollen noch gar keinen Kontakt, weil sie kein Risiko eingehen wollen. Außerdem hat der Chefarzt des DRV die Empfehlung ausgegeben, die intensiven Kontakte auf deutlich unter 15 Minuten zu beschränken. „Das nützt uns nicht viel“, sagt Himmer, „für das Training ein bisschen, aber nicht im Hinblick auf einen Spielbetrieb.“
... die Rugbyspieler : Hannovers Rugby-Teams trainieren schon seit einigen Wo­chen wieder. Ohne Kontakt. Mit der neuen Freiheit gehen die Vereine defensiv um. „Wir halten uns weiter an die Abstandsregeln“, sagt Victoria-Linden-Coach Jens Himmer. „Es herrscht bei den Spielern jede Menge Verunsicherung. Viele wollen noch gar keinen Kontakt, weil sie kein Risiko eingehen wollen." Außerdem hat der Chefarzt des DRV die Empfehlung ausgegeben, die intensiven Kontakte auf deutlich unter 15 Minuten zu beschränken. „Das nützt uns nicht viel“, sagt Himmer, „für das Training ein bisschen, aber nicht im Hinblick auf einen Spielbetrieb.“ © imago images/Kessler-Sportfotografie
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Unter Auflagen zwar, aber immerhin: Am Dienstag haben die ersten Rugby-Mannschaften aus Hannover den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, um nicht komplett einzurosten und um sich mal wiederzusehen. Sie halten sich dabei an den Drei-Stufen-Plan des Deutschen Rugby Verbandes.

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Seit Samstag ist klar: Die wegen der Corona-Krise Mitte März unterbrochene Rugby-Saison wird nicht mehr fortgesetzt. Trotz des Abbruchs: Hannovers Erstligisten trainieren wieder. Um nicht komplett einzurosten, um sich innerhalb des Teams überhaupt einmal wiederzusehen – und um die Spieler bei Laune zu halten.

Odin und VfR 96 trainieren getrennt

Die bisherige SG des VfR 06 Döhren und des SV Odin gehen nach der Trennung zum Saisonende auch im Training separate Wege. Odin fing am Dienstag wieder mit Übungen an der Graft an, der VfR traf sich in Kleingruppen für eine lockere Laufeinheit außerhalb des Platzes in Waldheim.

„Wir fangen rudimentär an“, sagt VfR-Chef Stefan Dörner. „Wir brauchen einen sauberen Plan, weil wir unseren Platz nicht überbelegen wollen. Denn wir müssen auch Rücksicht auf die zahlreichen Jugendteams nehmen. Wir wollen keinen Kaltstart, sondern eine vernünftige Vorbereitung“, betont Dörner. Erst in der kommenden Woche werden die Erstliga-Männer auch auf dem Platz trainieren.

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Das gilt auch bei Germania List. Die Frauen starten schon am Dienstag. Die Männer ziehen erst am kommenden Montag nach. Zweimal die Woche, montags und donnerstags, haben sie den Platz für sich.

Klubs halten sich an Drei-Stufen-Plan

„Der Abbruch der Saison kam ja nicht unerwartet, dennoch müssen wir genau planen, wer wann auf den Platz darf“, erklärt Spartenleiter Martin Gerlach. Denn wie auch bei Hannover 78 gibt es im Verein mehrere Sparten, die ebenfalls wieder mit dem Training im Freien beginnen wollen.

Alle Klubs halten sich fürs Training an den vom Deutschen Rugby Verband ausgearbeiteten Drei-Stufen-Plan. Die erste Stufe beinhaltet allgemeine Kraft-, Konditions- und Koordinationsübungen – völlig kontaktlos. In der zweiten Stufe geht es um spielerische Elemente und die Spielform Touchrugby, bei dem der Gegner nicht berührt wird, aber etwa an einem aus der Kleidung heraushängenden Tuch gezogen und so das Tackling simuliert werden kann. Erst in der dritten Stufe sind wieder Kollisionen und Kontakte zulässig.

Bilder vom Spiel in der Rugby-Bundesliga zwischen Hannover 78 und dem SC Germania List

Bilder aus dem Derby zwischen Hannover 78 und Germania List Zur Galerie
Bilder aus dem Derby zwischen Hannover 78 und Germania List ©

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Wir wissen ja nicht, wie sich die Situation entwickelt und was wann wieder erlaubt ist“, sagt Stand-by-Spieler Gerlach. „Wir fahren auf Sicht.“ Auch wenn es wegen des Saisonabbruchs und der verschobenen Siebener-DM Mitte Juli kein sportliches Ziel gibt, „müssen wir unseren Spielern natürlich Training anbieten. Allein schon deshalb, weil man den ein oder anderen Spieler verlieren könnte“, sagt Gerlach.

"Die wollen sich ja auch wiedersehen"

„Wir wollen die Jungs auch einfach mal wieder zusammenbringen. Die wollen sich ja auch wiedersehen. Das ist ganz wichtig“, sagt Benjamin Krause, Stürmertrainer von Hannover 78. „Wir wollen wieder Leben reinbringen.“ Seine Mannschaft ist am Dienstag um 19 Uhr auf den Trainingsplatz zurückgekehrt – wie bei allen anderen unter strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. „Wir halten uns an alle Vorgaben und trainieren natürlich total kontaktlos“, sagt Krause. Die Spieler ziehen sich wenn nötig auf dem Platz um, geduscht wird zu Hause.

Ein alter Bekannter wird den 78-Spielern Beine machen. Vereins-Urgestein Martin Schmidt ist zurück und fängt als Fitnesscoach bei den Erstliga-Herren an. Der langjährige NRV-Trainer und ehemalige Nationalspieler war vergangene Saison noch bei Zweitligist Victoria Linden tätig. Jetzt kehrt er zurück zur 78-Familie.