03. Mai 2020 / 10:50 Uhr

Schmerzhafte Trennung? Zwischen dem VfR 06 Döhren und SV Odin droht Ärger 

Schmerzhafte Trennung? Zwischen dem VfR 06 Döhren und SV Odin droht Ärger 

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Odins Spartenleiter Julian de Riva bestätigt, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Clubs in den vergangenen Wochen abgekühlt hat.
Odins Spartenleiter Julian de Riva bestätigt, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Clubs in den vergangenen Wochen abgekühlt hat. © privat
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Diese Trennung könnte noch unschön und schmerzhaft werden. Der VfR 06 Döhren hat zur nächsten Saison die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin aufgekündigt. Das gemeinsame Team steht in der 1. Bundesliga Nord/Ost vor dem Abstieg. Wo die Vereine künftig spielen werden, ist unklar.

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Die Vereine VfR 06 Döhren und SV Odin müssen einvernehmlich entscheiden, wo sie künftig spielen. Gespräche hat es jedoch noch nicht gegeben.

Der VfR will in der 1. Liga bleiben, falls die Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wird. Dem müsste Odin jedoch zustimmen. „Das halte ich unter diesen Umständen für schwierig“, sagt Odins Spartenleiter Julian de Riva, der zugleich SG-Kapitän ist. Die Beziehung der Klubs habe sich in den vergangenen Wochen spürbar abgekühlt. VfR-Vorsitzender Stefan Dörner will keinen Ärger: „Wir sind doch mitten in der Saison. Wir werden auf unseren langjährigen, guten Kooperationspartner zugehen, sobald Fakten geschaffen sind, was die restliche Saison angeht.“

Bilder zum Rugby-Bundesligaspiel zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren (November 2019):

Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. Zur Galerie
Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. ©

"Es gibt noch gar keine Basis, auf der wir für die Zukunft beider Vereine entscheiden können."

Vor drei Wochen hatte der VfR-Chef überraschend die Auflösung der SG angekündigt. Nach 13 Jahren sei es an der Zeit, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Diesen Entschluss fasste der VfR-Vorstand einstimmig. Sollten sich die Vereine einigen, könnten die Waldheimer in der 1. Liga spielen (im Fall des Klassenerhalts oder Saisonabbruchs) oder in der 2. Liga weitermachen. Das andere Team müsste in der untersten Spielklasse neu anfangen, also der Verbandsliga – das hat der SV Odin nun ohnehin vor. „Wir haben 20 Mann im Kader und sind in Gesprächen mit einem Trainer“, sagt de Riva.

Verweigern sich die vom Bruch der SG enttäuschten Odiner einer Einigung, müsste der VfR wohl ebenfalls in die tiefste Klasse – so ist die Regel. Und dass, obwohl die 2. Liga Nord seit Jahren nicht in der Sollstärke von acht Mannschaften spielt, weil es schlichtweg nicht genug spielfähige Teams gibt. „Wir beantragen eine Bundesligalizenz“, betont Dörner, sagt aber zugleich: „Es gibt noch gar keine Basis, auf der wir für die Zukunft beider Vereine entscheiden können.“

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Ein weiteres Szenario

Ein weiteres Szenario wäre: Die Bundesliga-Vereine beschließen am nächsten Samstag auf ihrer außerordentlichen Tagung, die Saison im September fortzusetzen. Dann wäre offiziell die SG weiter am Start. „Das kann ich mir schlecht vorstellen, wofür kämpfen wir dann? Das Team fällt ja auseinander“, so de Riva