05. Juli 2019 / 11:51 Uhr

Rugby: TSV Hannover Linden kämpft in der Relegation um den Aufstieg in die 1. Liga 

Rugby: TSV Hannover Linden kämpft in der Relegation um den Aufstieg in die 1. Liga 

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Jens Himmer will mit dem TSV Hannover Linden den Aufstieg in die 1. Rugby-Bundesliga schaffen.
Trainer Jens Himmer will mit dem TSV Hannover Linden den Aufstieg in die 1. Rugby-Bundesliga schaffen. © Stefan Dinse
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Am Samstag zählt's für den TSV Victoria Linden. Um 14 Uhr treffen die Zebras, die inzwischen von Jens Himmer gecoacht werden, auf den Hamburger RC. Dann geht es im Relegationsspiel um den Aufstieg in die 1. Rugby-Bundesliga. 

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Vier Trainingseinheiten sind dem neuen Coach nur geblieben, um für diese Partie alles passend zu machen. Rekordmeister TSV Victoria Linden kämpft am Sonnabend (14 Uhr, Fösseweg) in der Re­le­gation gegen den Hamburger RC um den Aufstieg in die 1. Rugby-Bundesliga. Der Ex-Lindener Jens Himmer ist als Trainer eingesprungen für Rainer Kumm, der sich nicht mehr wohlfühlte und in seinem Amt Unterstützung vermisste. „Für mich ist Victoria der geilste Klub der Welt. Sonst hätte ich das nicht ge­macht“, sagt Himmer.

Himmer folgt auf Kumm

Nach dem mit 21:22 verlorenen Aufstiegsspiel gegen die SG SV Odin/VfR 06 Döhren warf Kumm genervt hin. Er hatte ohnehin am Saisonende aufhören wollen. Am selben Tag bestätigte Victorias Vorstand Himmer als Nachfolger, der sofort für die Relegation zu planen be­gann. Schon Wochen zuvor hatte es Gespräche gegeben. Der 51-jährige Ex-Nationalstürmer Himmer sollte ur­sprüng­lich erst zur neuen Spielzeit kommen. „Jetzt wollen wir aber aufsteigen“, betont der Coach, der mit den Zebras zu deren Hochzeit in den 90er-Jahren fünf Meistertitel gewann.

„Die Stimmung ist gut. Da ist keiner, der nicht annehmen würde, was Jens sagt“, berichtet Lindens Kapitän René Winkler. Der Neue arbeite eng mit dem Mannschaftsrat zusammen. „Dennoch ist die Situation natürlich undankbar für Jens. Er kann ja nicht in der kurzen Zeit alles umstellen“, so Winkler. Einiges ändern wird Himmer jedoch müssen, von der Stammformation fallen etliche Akteure aus. Besonders getroffen hat es die Hintermannschaft. Felix Spind­ler (Muskelriss im Oberschenkel), Fabio Tegt­bau­er (Knieprobleme) und Sascha Gottsknecht (Bänderriss im Fuß) fehlen. „Wir müssen improvisieren“, räumt Himmer ein.

Was ein Krimi, was eine Leistung! Die SG SV Odin/VfR 06 Döhren steigt mit einem Derby-Sieg über den TSV Victoria Linden in die 1. Liga Nord auf.

Odin/Döhrens Anton Kostrov (rechts) prallt mit Lindens Max Rohwedder zusammen. Zur Galerie
Odin/Döhrens Anton Kostrov (rechts) prallt mit Lindens Max Rohwedder zusammen. ©
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Zebras proben gegen Auswahl hannoverscher Spieler

Was er sich vorstellt ge­gen den bulligen Sturm der Hanseaten, haben die Zebras am Dienstag in einer ungewöhnlichen Partie probieren können. Eine Auswahl hannoverscher Spieler (08 Ricklingen, Odin/VfR, Crazy Pirates) schaute an der Fösse vorbei. „Das war sehr wertvoll. Wir hatten einen Kontrahenten, der mit Hamburg vergleichbar sein dürfte“, sagte Himmer. Für Winkler war es ein Aha-Erlebnis: „Es hat gezeigt, dass das Vereinsübergreifende inzwischen mehr gepflegt wird. Wir schauen in Hannover, dass alle nach vorn kommen. Und das ist super.“

Sollte es nicht klappen für Victoria, die schon im vergangenen Jahr in der Relegation am FC St. Pauli gescheitert war, „dann schaffen wir es im nächsten Jahr“, sagt Himmer. Sein älterer Sohn Gerome kämpft fast zeitgleich mit der SG Pforzheim um den Klassenerhalt in der 1. Liga Süd/West. Der jüngere Sohn Michel (Hannover 78) ist ebenfalls Stürmer und derzeit in Australien für die Auswahl der Universität Sydney am Ball. Die Familie Himmer kann vom Rugby eben nicht lassen, das gilt auch für Ex-Nationalspieler Claus (57). „Er wird mich hin und wieder bei meiner Aufgabe unterstützen. Claus macht das immer noch großartig“, sagt Jens Himmer.

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DRV ist finanziell angeschlagen

Beim Deutschen Rugby-Tag (DRT) dürfte es am Sonntag um 11 Uhr in Hannover viel Gesprächsbedarf ge­ben. Seit Wochen gibt es Unruhe und Querelen im Verband, der DRV ist finanziell angeschlagen. Nach dem Ab­stieg der 15er-Nationalmannschaft aus der höchsten Amateurklasse ist die Frage, wie es sportlich weitergehen soll.

In erster Linie dürfte es aber ums Geld gehen. Nach dem Rückzug des Milliardärs und Mäzens Hans-Peter Wild (Capri-Sonne) zu Beginn des Jahres hat der DRV keine namhaften Sponsoren gefunden, die Ausgaben, unter anderem für ein hochkarätiges Trainerteam, blieben jedoch hoch. DRV-Präsident Robin Stalker könnte am Sonntag zurücktreten, als Nachfolger hat sich bereits Ex-Nationalspieler Harald Lees (Heusenstamm) in Stellung gebracht. Er peilt zunächst eine Konsolidierung der Finanzen an.

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