07. Juni 2020 / 18:10 Uhr

VfR 06 Döhren darf nicht in der Bundesliga spielen: "Drohen vor die Hunde zu gehen"

VfR 06 Döhren darf nicht in der Bundesliga spielen: "Drohen vor die Hunde zu gehen"

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der VfR 06 Döhren hat die Hoffnung auf die Bundesliga noch nicht aufgeben.
Der VfR 06 Döhren hat die Hoffnung auf die Bundesliga noch nicht aufgeben. © VfR 06 Döhren
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Es ist ein harter Schlag für den VfR 06 Döhren: Der Rugby-Klub soll nach der Trennung vom SV Odin nicht in der Bundesliga spielen dürfen. Gegen diese Entscheidung will der Traditionsverein Widerspruch einlegen.

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Der VfR 06 Döhren darf nicht in der Bundesliga spielen. Dieser vorläufige Beschluss des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) hat den Traditionsverein aus Waldheim hart getroffen. Nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem SV Odin beantragte der VfR eine Bundesligalizenz, die in einer DRV-Präsidiumssitzung verweigert wurde. Ganz nach unten in die Verbandsliga müsste der VfR zwar nicht, er würde wohl in die Regionalliga eingruppiert – das ist aber kein Trost. „Ein gut funktionierender Verein droht vor die Hunde zu gehen“, sagt VfR-Vorsitzender Stefan Dörner, „sportpolitisch ist das extrem unglücklich.“ Er kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung an: „Da rechnen wir uns gute Chancen aus.“

"Moralisch nicht nachvollziehbar"

VfR und Odin konnten sich nach 13 Jahren nicht einigen, wie sie auseinandergehen sollen. Trennt sich eine Spielgemeinschaft, muss eine Vereinbarung darüber getroffen werden, wo die Teams künftig spielen, sonst gelten sie als neu gemeldet und beginnen in der untersten Klasse.

Dort wird Odin in der nächsten Saison antreten. Das kündigte der Klub aus Herrenhausen im April an, nachdem der VfR öffentlich gemacht hatte, die Kooperation zu beenden. Daher konkurrieren beide Vereine nicht um den Bundesligaplatz. „Deshalb gibt es keinen Grund, uns die Lizenz zu verweigern“, betont Dörner und nennt das Verhalten des ehemaligen Partners „moralisch nicht nachvollziehbar“.

Bilder zum Rugby-Bundesligaspiel zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren (November 2019):

Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. Zur Galerie
Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. ©
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"Sind voll programmiert auf Bundesliga"

Odin seinerseits befürchtete, wichtige Spieler könnten zum VfR wechseln, und fühlte sich abserviert. Für die Waldheimer ist das nicht nachvollziehbar. Schon im Mai 2019 sei der Vorstand beauftragt worden, die Eigenständigkeit zu prüfen und entsprechende Schritte einzuleiten. „Das war Odin bekannt“, sagt Dörner.

Zuletzt war sogar DRV-Präsident Harald Hees angereist, um zu vermitteln. Es gab den Vorschlag, die SG um ein Jahr zu verlängern und sich dann gütlich zu trennen. Der Fall dürfte nun vor das DRV-Schiedsgericht gehen.

„Wir sind voll programmiert auf Bundesliga“, sagt Dörner, der seit 16 Jahren VfR-Chef ist. Zuletzt hätten im SG-Dress elf Mann aus der eigenen Jugend begonnen. Im Nachwuchsbereich ist der VfR bundesweit unter den Top Ten, brachte einige Nationalspieler hervor – die jetzt für die Konkurrenz am Ball sind. Damit soll Schluss sein, sagt Jugendleiter Stefan Twele und stellt fest, dass der VfR bereits enger zusammengerückt sei.

„Wenn gegen uns entschieden wird, nimmt nicht nur das Rugby in Hannover Schaden, sondern in ganz Deutschland“, betont Dörner. Wechseltermin ist der 31. Juli, der VfR muss nun den Kader zusammenhalten. „Auch die Spieler rechnen fest damit, dass es in der Bundesliga weitergeht“, betont Dörner.