12. September 2020 / 14:57 Uhr

Rugbyklubs raufen sich zusammen : SV Odin und VfR 06 Döhren tragen Abschiedsspiel aus

Rugbyklubs raufen sich zusammen : SV Odin und VfR 06 Döhren tragen Abschiedsspiel aus

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der VfR 06 Döhren und SV Odin arbeiten an einer entspannten Zukunft.
Der VfR 06 Döhren und SV Odin arbeiten an einer entspannten Zukunft. © Florian Petrow
Anzeige

Vor Beginn dieser Saison hat der VfR 06 Döhren die Spielgemeinschaft mit dem SV Odin aufgekündigt. Nach 13 gemeinsamen Jahren trennen sich die Traditionsklubs nun mit einem Abschiedsspiel. 

Anzeige

Eine Rugbypartie wie diese hat es in Hannover noch nicht gegeben. Nach 13 gemeinsamen Jahren in einer Spielgemeinschaft trennen sich die Traditionsklubs SV Odin und VfR 06 Döhren mit einem Abschiedsspiel. Beide Seiten haben sich im Wortsinn wieder zusammengerauft. Am Samstag um 13.30 Uhr geht es mit einer gemeinsamen Trainingseinheit los, dann soll gespielt werden. „Aber keine vollen 80 Minuten, der VfR ist ja nun eine Nummer zu groß für uns“, sagt Odins Spartenleiter Julian de Riva. Bis zu 500 Zuschauer sind erlaubt auf der Anlage an der Graft.

"Wir waren gewappnet für die 1. Liga"

Es hatte mächtig gerumpelt zwischen beiden Vereinen in diesem Jahr. Der VfR beschloss die Trennung, Odin daraufhin den Neuaufbau in der untersten Klasse. Der VfR brauchte laut Reglement jedoch das Einverständnis des Ex-Partners, um die Erstligalizenz zu erhalten – was Odin verweigerte. Döhren erstritt die Lizenz beim Schiedsgericht des Deutschen Rugby-Verbandes, der Saisonstart wurde dann auf März 2021 verlegt. „Es ist schade, wir waren gewappnet für die 1. Liga“, sagt VfR-Präsident Stefan Dörner.

Das Urteil des Schiedsgerichts sah vor, dass keine Spieler von Odin zum VfR wechseln dürfen. Darauf haben die Odiner aber verzichtet. Carsten Höschele und Tanatsu Majoni stürmen künftig für den VfR, werden also das rote statt des blauen Trikots tragen. „Die Spieler haben sich ohnehin im­mer bestens verstanden, sie hatten ja mit dem Streit nichts zu tun“, betont de Riva, „daher soll jeder Bundesliga spielen, der es will.“

Beide Seiten wollen nur noch nach vorne schauen

„Wir freuen uns darüber, dass Odin beide Spieler freigegeben hat. Das ist sehr anständig“, sagt Dörner. Zu­mal den Odinern mit dem neuen Trainer Johannes Augspurger inzwischen ein Neuanfang geglückt ist. „Wir haben eine sehr junge Truppe. Und die ist sehr glücklich, alle freuen sich total auf jedes Training“, so de Riva. Ein erster Test gegen ein gemischtes Team von Zweitligist Victoria Linden ging jedoch hoch verloren.

Nach der Abschiedspartie soll gegrillt werden, dann ist die Trennung sozusagen sauber vollzogen. Bereits um 11 Uhr steht beim SV Odin der Landesverbandstag auf dem Programm.