02. Dezember 2020 / 17:53 Uhr

Rühens „ewiger Kapitän“ Fynn Jennerich und sein NHL-Traum

Rühens „ewiger Kapitän“ Fynn Jennerich und sein NHL-Traum

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trug schon in der Jugend die Kapitänsbinde: Rühens Fynn Jennerich (l.) ist begeisterter Kreisliga-Fußballer.
Trug schon in der Jugend die Kapitänsbinde: Rühens Fynn Jennerich (l.) ist begeisterter Kreisliga-Fußballer. © Sebastian Preuß
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Beim SV Rühen herrscht Konstanz im Kapitäns-Amt: Seit seiner zweiten Herren-Saison vor sieben Jahren trägt Fynn Jennerich die Binde beim Kreisligisten. "Gefühlt bin ich schon ewig Kapitän, auch schon in der Jugend", sagt der Spielführer. Fast wäre Jennerich aber zu einer anderen Sportart abgewandert.

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Großer Eishockey-Fan

Denn: Der 26-Jährige ist großer Eishockey-Fan, "mit neun oder zehn Jahren wollte ich auch anfangen, selbst zu spielen", so der Rühener. "Damals hat mein Vater aber gesagt, dass ich dafür in der Schule besser werden müsste. Und wie es in dem Alter so ist, habe ich mir gedacht, dann bleibe ich halt beim Fußball." Dem ist er damit bis heute treu geblieben. "Eishockey haben wir im Winter aber immer mal auf einem zugefrorenen Teich gespielt", erinnert sich Jennerich, der gern DEL-Partien der Grizzlys Wolfsburg besucht.

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Die Eishockey-Profis spielen zwar, Zuschauer sind aber nicht erlaubt. Damit gibt es aber immerhin etwas zum Zuschauen, im Amateurfußball geht schließlich bis auf Weiteres nichts. "Fußball ist nicht alles, es muss erst gewährleistet sein, dass alle gesund bleiben können", sagt Jennerich. Aber: "Es gibt kein geileres Gefühl, als wieder in die Kabine zu gehen, die Jungs zu sehen, dummes Zeug zu erzählen und nach dem Training oder Spiel ein Bier zu trinken. Darauf freue ich mich jetzt schon", sagt der Kapitän.

Das muss aber noch warten. Stattdessen halten sich auch die Kicker des SVR individuell fit. "Unser Trainer Matthias Weiß hat uns bei Beginn des Lockdowns in unsere Whatsapp-Gruppe geschrieben, dass wir etwas für uns tun sollen, damit die Vorbereitung nicht nur aus Laufen besteht", so der Sechser. "Wenn man endlich wieder Training hat, will man ja auch den Ball sehen."

"Kennen uns fast alle seit gut 20 Jahren"

Antreiben muss er seine Teamkollegen dazu nicht großartig. "Wenn du sonst nichts machen kannst, bewegst du dich von allein, bevor dir die Decke auf den Kopf fällt", sagt der Kapitän. Kontakt zu den Mitspielern bestehe derweil eigentlich immer. "Wir haben uns schon im ersten Lockdown regelmäßig per App getroffen, schreiben außerdem in der Whatsapp-Gruppe. Wir kennen uns ja fast alle schon seit gut 20 Jahren, sind als Mannschaft zusammengeblieben", erzählt Jennerich. "Da bricht uns kein Zacken aus der Krone, wenn wir uns wieder weniger sehen."

Wann die Mannschaft wieder als solche zusammenkommen kann, ist durch den Lockdown offen. In der Zwischenzeit dreht sich bei Jennerich aber trotzdem alles um Sport - neben dem persönlichen Laufprogramm "bin ich allgemein sehr sportbegeistert. Da kann ich mir alles angucken, ohne mich zu langweilen", so der gelernte KFZ-Mechatroniker, der bei VW in der Nacharbeit tätig ist

Der 26-Jährige würde es aber natürlich bevorzugen, Sport-Events wieder im Stadion anschauen zu können. Auch der Stimmung wegen. "Ich würde gern mal ein Eishockey-Spiel der Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl, Dominik Kahun und Conor McDavid gegen die Toronto Maple Leafs mit meinem Lieblingsspieler Auston Matthews vor Ort sehen", so Jennerich. "Aber die beste Stimmung herrscht immer noch bei einem Kreisliga-Spiel - da geht nichts drüber."

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Podcast-Tipp: "Phrasenmäher von Kai Traemann finde ich wegen der authentischen Gespräche super, zum Beispiel mit Nils Petersen und Christoph Kramer. Die Eishockey-Show von Magenta Sport und 3on3 Overtime über die Grizzlys höre ich auch gern."

Serien-Tipp: "4 Blocks. Die geilste Serie, die ich je gesehen habe. Sie spielt in Berlin, mehr kann ich dazu nicht sagen, sonst verrate ich zu viel."

Gameing: "FIFA 21. Wenn, dann FIFA. Es sollte aber ab 18 Jahren sein, so, wie man sich dabei manchmal aufregt."