29. April 2020 / 22:23 Uhr

"Exzesse normalisieren": Rummenigge sieht Corona-Krise als Chance für den Transfermarkt

"Exzesse normalisieren": Rummenigge sieht Corona-Krise als Chance für den Transfermarkt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge könnte die Corona-Krise den Transfermarkt wieder ein Stück normalisieren.
Laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge könnte die Corona-Krise den Transfermarkt wieder ein Stück normalisieren. © imago images/Norbert Schmidt
Anzeige

Die Corona-Krise setzt dem Fußball international mächtig zu. Vereine verlieren massiv an Einnahmen, manchen droht wohl die Insolvenz, sollte nicht bald wieder gespielt werden. Für Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge könnte die Krise eine Chance sein, dass sich die Verhältnisse auf dem Transfermarkt wieder normalisieren.

Anzeige
Anzeige

Kommt es in absehbarer Zeit zu weiteren Mega-Transfers im Weltfußball? Die schon in normalen Zeiten absurde Rekordablöse von 222 Millionen Euro, die Paris Saint-Germain 2017 für Neymar an den FC Barcelona zahlte, dürfte auf absehbare Zeit wegen der Corona-Krise nicht mal im Ansatz erreicht werden. Die teilweise arg von der Fußball-Pause gebeutelten Vereine müssen sparen. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sieht darin eine Chance für den Weltfußball, wie er nun im Interview mit dem Münchner Merkur und der tz sagte.

Mehr vom SPORTBUZZER

Der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters formulierte seine Hoffnung deutlich: "Kein Klub hat Interesse daran, dass jedes Jahr die Ablösesummen und Gehälter nach oben gehen. Wir wollen mit Augenmaß fahren. Jede Krise birgt auch die Chance", meinte Rummenigge - und führte den Gedanken aus: "Bis dato war es ein Rattenrennen, das um die besten Spieler der Welt stattfindet. Wir müssen gewisse Exzesse versuchen, zu normalisieren."

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Rummenigge: "Gewisse Dinge mit Augenmaß wieder zurückdrehen"

So gab es allein im vergangenen Sommer drei Spieler, deren Transfers jeweils über 100 Millionen Euro schwer waren. Im kommenden Sommer könnte theoretisch auch der FC Bayern München seinen ersten dreistelligen Millionen-Transfer realisieren. Leihspieler Philippe Coutinho kann mittels Kaufoption von 120 Millionen Euro fest an die Isar wechseln. Es wird allerdings erwartet, dass der FCB den Brasilianer wieder Richtung FC Barcelona ziehen lassen wird.

Rummenigge regt Änderungen an: So seien Fußballer "im Vergleich zu normalen Arbeitnehmern hoch bezahlt" gewesen, doch: "Was insbesondere in den letzten zehn Jahren stattgefunden hat, hat zu ungesunden Entwicklungen geführt." Der Bayern-Boss richtet den Blick nach vorn: "Wenn diese Krise vorbei ist, sind wir verpflichtet, uns damit seriös auseinanderzusetzen, dass man gewisse Dinge mit Augenmaß wieder zurückdreht", sagte er auch mit Blick auf die finanziellen Schwierigkeiten zahlreicher Klubs.

Der Kopf der Deutschen Fußball Liga: Das ist DFL-Boss Christian Seifert

Er muss während der Corona-Krise einen der größten Tiefpunkte der Bundesliga-Geschichte meistern: Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt DFL-Boss Christian Seifert vor. Zur Galerie
Er muss während der Corona-Krise einen der größten Tiefpunkte der Bundesliga-Geschichte meistern: Der SPORTBUZZER stellt DFL-Boss Christian Seifert vor. ©

Seifert befürwortet Gehaltsobergrenze für Fußballer

Laut Rummenigge sei eine Gehaltsobergrenze zwar interessant, aber mit dem europäischen Wettbewerbsrecht "nicht in Einklang zu bringen". DFL-Boss Christian Seifert, der die Bundesliga bis Ende Mai aus der Corona-Pause führen will, wäre jedoch dafür, eine solche Regelung weiterhin anzustreben. "Sollten neue Signale seitens der Politik gesendet werden, gebe ich Ihnen Brief und Siegel, dass UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zur EU fährt und dort sagt: Lasst uns über Salary Caps, über die Begrenzungen von Ablösesummen und Beraterhonoraren sprechen. Und ich bin der Erste, der ihn begleitet", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".