29. Januar 2020 / 14:51 Uhr

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: „Stopp“ zu Wettbewerbsflut - Loblied auf Champions League

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: „Stopp“ zu Wettbewerbsflut - Loblied auf Champions League

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat eine Teilnahme der Münchner an einer „Champions League on Tour“ in der Sommerpause kategorisch ausgeschlossen. 
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat eine Teilnahme der Münchner an einer „Champions League on Tour“ in der Sommerpause kategorisch ausgeschlossen.  © imago images/Jan Huebner
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Karl-Heinz Rummenigge erklärt, warum der FC Bayern kein Interesse an der Champions League on Tour hat und bricht eine Lanze für bestehende Wettbewerbsformate.

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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München warnt eindringlich davor, den Fußball-Kalender durch die Einführung weiterer Wettbewerbe aufzublähen und das bestehende Format der Champions League zu verändern. "Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir sagen müssen: Stopp! Wir müssen die Frage stellen: Ist das noch gut für den Fußball oder nur für die Kasse? Mir wird der Fußball langsam zu politisch und zu finanziell", sagte der Boss der Münchner mit Blick auf die zuletzt diskutierte Champions League on Tour.

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Auf dem SPOBIS in Düsseldorf erklärte Rummenigge, warum die Bayern an den Diskussionsrunden um den möglichen neuen Wettbewerb nicht teilnahmen: „Wir haben den Gesprächen nicht beigewohnt, weil es einfach keinen Sinn macht.“ Das Turnier würde in der Saisonvorbereitung stattfinden und zwei bis drei Wochen andauern. „Unsere Trainer und Spieler würden uns zu Recht ins Kreuz springen. Wir haben kein Interesse, daran teilzunehmen und werden daran nicht teilnehmen“, sagte der Bayern-Verantwortliche.

Zudem betonte der 64-Jährige, dass er auch eine Reform des bisherigen Champions-League-Formats ablehne: „Ich kenne keinen Klub, der mit dem Format der Champions League unzufrieden ist - speziell in Deutschland. Es gibt keinen Veränderungsbedarf. Man repariert nicht, was nicht kaputt ist. Und die Champions League ist alles andere als kaputt.“ Eine etwaige Erhöhung der Anzahl der Gruppenspiele sei für ihn nicht praktikabel: „Diese zusätzlichen Daten gibt der Kalender gar nicht her.“ Königsklasse-Spieltagen am Wochenende sei er ebenfalls „negativ gegenüber eingestellt“.

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Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  ©

Rummenigge: Süden Europas denkt sehr ans Business

Die englische Premier League liege mit Deutschland in dieser Thematik auf einer Linie. „Es ist der Süden Europas, der sich da mehr Gedanken ums Business macht. Da dürfen wir nicht überdrehen“, meinte Rummenigge. Zwei Treiber etwaiger Veränderungen sind Juventus-Boss Andrea Agnelli, der Rummenigge vor rund zwei Jahren als Präsident der European Club Association (ECA) nachfolgte, und Florentino Perez. Während der Chef von Real Madrid die Einnahmen vor allem aufgrund der Finanzstärke der Premier League steigern wolle, sieht Rummenigge bei Agnelli andere Beweggründe für mögliche Reformen. So sei der Italiener in seiner generellen Ausrichtung vor allem von wirtschaftlichen Interessen getrieben.

Rummenigge äußerte sich zudem erneut zu Plänen einer etwaigen Super League und schloss auch bei diesem Wettbewerb eine Teilnahme der Bayern aus. Zwischenzeitlich hatte es Berichte gegeben, die Münchner würden für das neue Format gar die Bundesliga verlassen. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt in Erwägung gezogen, an der Super League teilzunehmen. Das würden unsere Fans gar nicht mitmachen, wir würden gesteinigt“, meinte der frühere Nationalspieler.

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Super League für mehr Spannung? "Dummköpfe"

Stimmen, die behaupten, eine Zusammenführung der europäischen Top-Klubs in einer eigenen Liga, würde die Spannung im nationalen Wettbewerb wieder erhöhen, entgegnete Rummenigge: „Das können nur Dummköpfe von sich geben. Jede Liga braucht eine gewisse Spitze. Weil diese Spitze auch für die Einnahmeflüsse zuständig ist.“