03. April 2020 / 06:41 Uhr

Bayern-Boss Rummenigge rechnet mit Wandel auf dem Transfermarkt: "Teurer, schneller, mehr gestoppt"

Bayern-Boss Rummenigge rechnet mit Wandel auf dem Transfermarkt: "Teurer, schneller, mehr gestoppt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge rechnet mit Veränderungen auf dem Transfermarkt.
Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge rechnet mit Veränderungen auf dem Transfermarkt. © imago images/Jörg Schüler
Anzeige

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erwartet nach der Coronavirus-Krise einschneidende Veränderungen auf dem Transfermarkt.

Anzeige
Anzeige

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München glaubt nicht, dass der Transfermarkt nach der Coronavirus-Pandemie noch der selbe sein wird. Karl-Heinz Rummenigge rechnet im Gegenteil sogar mit drastischen Veränderungen. Die Entwicklung von Ablösesummen und Spielergehältern "in ungesunder Größenordnung", habe nun wohl ein Ende, sagte er dem FCB-Mitgliedermagazin "51". Ähnlich hatte sich an gleicher Stelle schon sein neuer Vorstandskollege und designierer Nachfolger Oliver Kahn geäußert.

Mehr vom SPORTBUZZER

"Jede Krise beinhaltet aber auch eine Chance", sagte Rummenigge, der noch bis Ende 2021 Vorstandschef der Münchner sein wird und dann an Kahn übergibt. "Seit langer Zeit entwickeln sich Ablösesummen und Gehälter der Spieler in ungesunder Größenordnung. Das Coronavirus und die daraus resultierende weltweite Krise wird dazu führen, dass dieses 'Immer teurer, schneller, mehr' zumindest gestoppt wird", sagte Rummenigge. Nachfrage und Angebot würden den Transfermarkt "regulieren und neu ausbalancieren".

Rummenigge-Bruder: Auf dem Transfermarkt wird nichts mehr so sein, wie es war

Sein Bruder Michael Rummenigge hatte in einer SPORTBUZZER-Kolumne darauf hingewiesen, dass die Coronavirus-Pandemie auch den FC Bayern treffen könnte - konkret nannte er vor zwei Wochen den Fall Kai Havertz. "Selbst dann, wenn das Coronavirus irgendwann besiegt ist, wird nichts mehr so sein, wie es war", schrieb der jüngere Bruder des Bayern-Bosses. Spieler wie Havertz, der auch vom FCB umworben wird, würden tendenziell eher bei ihren aktuellen Klubs bleiben. "Die angestrebten 100 Millionen wird Bayer Leverkusen für ihn nicht mehr bekommen. Für 50 oder 60 Millionen sollten sie ihn nicht abgeben", sagte Michael Rummenigge.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Rummenigge: Einnahmen der Klubs "praktisch auf 0 zurückgefahren"

Im Vorwort des Bayern-Magazins wies Karl-Heinz Rummenigge erneut auf den sorgsamen gesellschaftlichen Umgang mit der aktuellen Situation hin. "Es findet eine Entschleunigung des Lebens statt. Und der Fußball muss auch damit vorbildlich und diszipliniert umgehen. Jeder, der unseren Sport liebt, wünscht sich natürlich, dass es möglichst bald wieder auf den Rasen geht", sagte der 64-Jährige. Wann das sein werde, könne keiner seriös voraussagen.

"Wenn es soweit ist - natürlich in enger Abstimmung mit der Politik - kann der Fußball hoffentlich dazu beitragen, dass wir langsam und behutsam in die Normalität zurückfinden", sagte er. Derzeit stünde aber eben das Thema Gesundheit über allem.

Rummenigge wies auf die schwierige wirtschaftliche Situation des Fußballs hin. "Im Moment sind die Einnahmen aller Klubs praktisch auf null zurückgefahren. Das betrifft auch den FC Bayern. Wir haben nur das große Glück, dass wir uns in den vergangenen Jahren gewisse Reserven schaffen konnten", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Und gerade dieser Fakt ermöglicht, dass wir in dieser großen Krise solidarisch zusammenstehen. Die starken Schultern müssen die schwächeren Schultern stützen."