29. August 2020 / 10:00 Uhr

Messi, Bayern, Chelsea: Michael Rummenigge über die neuen Machtverhältnisse im Fußball

Messi, Bayern, Chelsea: Michael Rummenigge über die neuen Machtverhältnisse im Fußball

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Von Lionel Messi, über die Triple-Bayern und den umtriebigen FC Chelsea: Michael Rummenigge ordnet die neuen Machtverhältnisse im Fußball ein.
Von Lionel Messi, über die Triple-Bayern und den umtriebigen FC Chelsea: Michael Rummenigge ordnet die neuen Machtverhältnisse im Fußball ein. © Getty Images (Montage)
Anzeige

SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge beleuchtet den Wirbel um Lionel Messi und berichtet von einem Gespräch mit seinem Bruder Karl-Heinz. Zudem schreibt er über die Entwicklungen beim FC Bayern und beim FC Chelsea.

Anzeige

Als ich am Dienstagabend gehört habe, dass Lionel Messi den FC Barcelona verlassen will, habe ich sofort mit meinem Bruder gesprochen. "Kalle, den musst Du holen", sagte ich und sprach aus, was sich wohl viele Fans des FC Bayern wünschen würden. Als Antwort bekam ich: "Messi ist mein Lieblingsspieler, aber für unseren Verein leider nicht finanzierbar." Natürlich war ich davon nicht überrascht. Schließlich soll Messi bei Barca pro Jahr rund 100 Millionen Euro verdienen – aber ein wenig träumen, wird man ja wohl noch dürfen.

Mehr vom SPORTBUZZER

Messis Salär wird für keinen Verein der Welt in der momentanen Situation so leicht zu stemmen sein. Auch nicht für Manchester City, wo der für mich beste Spieler aller Zeiten auf seinen ehemaligen Mentor Pep Guardiola treffen würde. Dass Englands Vizemeister für Transfers und Gehälter gern tief in die Tasche greift, ist bekannt. Allerdings ist City mit Blick auf das Financial Fairplay schon zuletzt gerade nochmal mit einem blauen Auge davongekommen und nur durch den Urteilsspruch des CAS weiter in der Champions League dabei. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man bei Messi ins Risiko geht.

Villeicht bleibt Messi am Ende doch bei Barca

Überhaupt: Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Messi den FC Barcelona wirklich verlässt. Vielleicht gehen eher Präsident Josep Bartomeu und Trainer Ronald Koeman, dessen erstes Gespräch mit Messi wohl kein psychologischer Kunstgriff war. Wie kann man dem komplettesten Spieler der Welt mitteilen, dass er keine Privilegien mehr genießen werde? Das ist einfach ein brutaler Fehler. Wenn der Druck aus dem Umfeld und von den Fans noch größer wird, könnte Koeman eine sehr kurze Amtszeit bei Barca erleben – und Messi am Ende doch bleiben.

Lionel Messi: Die Meilensteine seiner Karriere beim FC Barcelona

Nach 20 Jahren will Lionel Messi den FC Barcelona verlassen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Meilensteine seiner Karriere bei den Katalanen. Zur Galerie
Nach 20 Jahren will Lionel Messi den FC Barcelona verlassen. Der SPORTBUZZER zeigt die Meilensteine seiner Karriere bei den Katalanen. ©

Sollte es anders kommen, würde ein Wechsel des Argentiniers die Machtverhältnisse im europäischen Fußball schon ein wenig verändern. Messi ist zwar bereits 33 Jahre alt, aber immer noch genial. Guardiola lässt bei City das gleiche System wie einst in Barcelona spielen – das würde also glänzend passen und könnte für die Engländer das i-Tüpfelchen sein. Der langersehnte Champions-League-Sieg würde sicher ein Stück näher rücken.

Auf dem Weg zu diesem Coup müssten sie aber das aktuelle Nonplusultra aus dem Weg räumen: Den FC Bayern, dem ich im nächsten Jahr die erfolgreiche Titelverteidigung zutraue. Die Mannschaft wurde zuletzt toll verjüngt. Zudem: Spieler wie Thomas Müller, David Alaba, Jerome Boateng und Manuel Neuer sind noch lange nicht satt – obwohl sie schon sehr lange dabei sind. Und dann ist da noch mein alter Freund Hansi Flick. Er hat die Mannschaft ja erst im vergangenen November übernommen und dann zum Triple geführt. Das ist eine Geschichte, die selbst für Hollywood fast zu kitschig ist.

Champions League: Das sind die Herausforderer des FC Bayern

Aber es warten harte Herausforderer auf die Münchner: ManCity – egal, ob mit oder ohne Messi – gehört dazu. Dann der FC Liverpool, Real Madrid, Paris St. Germain und für mich auch Atlético Madrid. Zudem rüstet der FC Chelsea groß auf und investiert kräftig auf dem Transfermarkt: Timo Werner ist schon da, Kai Havertz folgt wohl. Ich bin gespannt, was der noch junge Trainer Frank Lampard aus dieser Mannschaft macht. Das kann etwas werden.