17. Juni 2021 / 19:21 Uhr

Rund um Coach Jesse Marsch: RB Leipzig baut seinen sportlichen Stab um

Rund um Coach Jesse Marsch: RB Leipzig baut seinen sportlichen Stab um

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Jesse Marsch kann sich auf einige neue Gesichter bei RB Leipzig freuen.
Jesse Marsch kann sich auf einige neue Gesichter bei RB Leipzig freuen. © Getty Images
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Mit Achim Beierlorzer kehrt ein altbekanntes Gesicht an den Cottaweg zurück. Er ist nicht der Einzige, der unter dem neuen Chef-Coach Jesse Marsch zum Team stößt. Der Bundesligist leitet einen größeren personellen Umbruch ein. Zahlreiche Stellen sind bereits besetzt, einige prominente allerdings noch nicht.

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Leipzig. Bei RB Leipzig dreht sich das Personalkarussell nicht nur bei den Spielern. Der Bundesligist nutzt die Sommerpause und strukturiert den gesamten Sportbereich um. Ganz freiwillig passiert das nicht. Denn der Wechsel von Coach Julian Nagelsmann zum FC Bayern München zog eine gar nicht so kleine Abwanderungswelle nach sich. Die Co-Trainer Xaver Zembrod und Dino Toppmöller folgen ihrem bisherigen Chef nach München. Gleiches gilt für Analyst Benjamin Glück. Team-Manager Timmo Hardung wiederum schließt sich Eintracht Frankfurt an. Jede Menge Bewegung also im Stab.

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Sportdirektor weiter vakant

Baustelle eins: das Trainerteam. Hier gab es am Donnerstag bereits die erste Entscheidung. Achim Beierlorzer kommt zurück an den Cottaweg, wird Jesse Marsch als Co-Trainer unterstützen, bekommt einen Zweijahresvertrag bis 2023. „Wir freuen uns über die Rückkehr von Achim und sind gleichzeitig zuversichtlich, das gesamte Trainerteam zum Trainingsauftakt Anfang Juli begrüßen zu können“, erklärt Florian Scholz, kaufmännischer Leiter Sport bei RB Leipzig. Bei Beierlorzer wird es nicht bleiben. Denn wie Nagelsmann soll und will auch sein us-amerikanischer Nachfolger mit mehreren Assistenten arbeiten.

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Die Leitung im Bereich Lizenzspieler übernimmt mit Frank Aehlig ein weiterer Rückkehrer. Der 53-Jährige war ab 2014 erstmals am Cottaweg tätig, fungierte bis Ende 2017 als Sportkoordinator. Der gebürtige Dresdner wird künftig direkt an den neuen Sportdirektor berichten, der wie Scholz und Vivell Teil der sportlichen Führung ist. Wer auf Markus Krösche folgt, ist allerdings noch unklar. „Es gibt zwei Kandidaten, mit denen wir uns beschäftigen“, sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff jüngst. Gefunden ist dagegen ein neuer Teammanager: RB besetzt die Stelle intern. Spielerbetreuer Babacar N’Diaye rückt auf.

Wissenschaft hält Einzug

In Sachen Spielanalyse gibt es ebenfalls zunächst eine interne Lösung. Fabian Friedrich, bisher Videoanalyst am Cottaweg, soll ab der neuen Saison Leiter Spielanalyse werden und folgt damit auf Glück. Neben ihm werden im Team noch drei weitere Akteure die Partien beobachten und auswerten, wenn der Ball im August wieder rollt.

Eine teilweise Neuausrichtung ist in der so genannten Performance Unit geplant, die eigentlich den Gesamtbereich aus Medizin und Rehabilitation darstellt und von Dr. Helge Riepenhof geleitet wird. Sie wird erweitert, denn beim deutschen Vizemeister soll es künftig auch eine Abteilung Sportwissenschaft geben. Dafür hat sich der Club die Dienste von Jack Nayler. In der Vita des Sportwissenschaftlers, der bisher für Celtic Glasgow tätig war, stehen Arbeitgeber wie Real Madrid, Paris St. Germain und der Chelsea FC. Beim Leipziger Bundesligisten soll er Head of Sports Sciences werden.

Warten auf Jesse Marsch

„Angesichts der Tatsache, dass bei uns Trainingsauftakt am 5. Juli ist, sind wir, was die strategischen Weichenstellungen für die neue Spielzeit betrifft, gut im Zeitplan,“ freut sich Florian Scholz. Selbstverständlich ist das nicht. Denn es ist nicht unüblich, dass nach einem Trainerwechsel weitere Akteure im Club erst nach dem Beginn der sportlichen Vorbereitung festgelegt werden.

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Abgeschlossen sind die "Umbauarbeiten" indes nicht. Welche weiteren Schritte unternommen werden, welche Akteure noch hinzukommen oder gehen, ist nicht in Stein gemeißelt. "Vieles hängt davon ab, was passiert, wenn Jesse Marsch hier ist und sich persönlich ein Bild gemacht hat“, erklärt der kaufmännische Leiter Sport. Denn das Finetuning wolle man mit dem neuen Cheftrainer zusammen vor Ort machen. „Wir stehen natürlich so oder so in einem engen Austausch mit ihm, was sowohl Umstrukturierung als auch Vorbereitung auf die Saison insgesamt betrifft. Sobald Jesse hier in Leipzig ist, werden sicher auch rasch die letzten Lücken geschlossen werden“, versichert Scholz.