04. Juli 2022 / 20:27 Uhr

Runder Tisch zum Reizthema Katar: Mitglied Michael Ott fragt nach "Roten Linien für den FC Bayern"

Runder Tisch zum Reizthema Katar: Mitglied Michael Ott fragt nach "Roten Linien für den FC Bayern"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mitglied Michael Ott hatte die Werbepartnerschaft des FC Bayern mit einem katarischen Unternehmen bereits bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr kritisiert.
Mitglied Michael Ott hatte die Werbepartnerschaft des FC Bayern mit einem katarischen Unternehmen bereits bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr kritisiert. © IMAGO/Mladen Lackovic
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Im Rahmen eines Runden Tisches wollten die Verantwortlichen des FC Bayern das strittige Thema Katar diskutieren. Dabei gab es auch Kritik. Vereinsmitglied Michael Ott fragte angesichts einer Werbepartnerschaft des Klubs mit einer katarischen Fluglinie, wo es "überhaupt noch Rote Linien für den FC Bayern" gebe.

Vorstandschef Oliver Kahn hat den Runden Tisch des FC Bayern München zum Streitthema Katar als aufschlussreich gelobt. Der frühere Nationaltorwart dankte am Montagabend in der Allianz Arena auch den Katar-kritischen Vereinsmitgliedern Michael Ott und Robin Feinauer, die einen "wichtigen Anteil" daran gehabt hätten, dass man sich "im Geist des respektvollen Umgangs" begegnet sei.

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Man habe mit der Veranstaltung zeigen wollen, erläuterte Kahn, "dass man sich auch über unterschiedliche Meinungen und auch unterschiedliche Haltungen hinweg an einen Tisch setzen kann, begegnen kann, zuhören kann und sich auch sachlich austauschen kann." An der rund zweistündigen Diskussion, in der auch das Katar-Sponsoring des FC Bayern Thema war, nahm unter anderen auch der Cheforganisator der WM 2022 teil, Hassan Al-Thawadi.

Umstrittenes FCB-Sponsoring aus Katar

Der FC Bayern hat einen bis 2023 laufenden Sponsorenvertrag mit der Fluglinie Qatar Airways. Die Geschäftsbeziehung mit Katar ist in der Fanszene des Klubs aber wegen der umstrittenen Menschenrechtssituation im Gastgeberland der WM 2022 und der Arbeitsverhältnisse auf den WM-Baustellen ein Reizthema.

Bayern-Mitglied Ott hatte auf der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Herbst 2021 einen Spontanantrag einbringen wollen, um über das Sponsoring mit der Fluglinie abstimmen zu lassen. Das ließ das Präsidium nicht zu. Ott hatte daraufhin das Verhalten der FCB-Führung scharf kritisiert.

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Ott: Aktiv werben für Katar "der falsche Weg"

"Aktiv werben für Katar, das finde ich den falschen Weg", äußerte Ott, kritisierte eine angeblich "einseitige Markenbotschaft von Katar" und führte unter anderem die vielfach kritisierte Menschrechtssituation in dem Land an. "Wenn da keine Rote Linie erreicht ist für eine Werbepartnerschaft mit Katar, wo gibt's dann überhaupt noch Rote Linien für den FC Bayern?" Zusammen mit Mitglied Feinauer überreichte er der Bayern-Führung einen Fragenkatalog zu dem heiklen Themenkomplex.

"Wir sehen diese WM als eine einzigartige Chance, eine Veränderung anzustoßen", sagte der per Video zugeschaltete Leiter wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International, Stephen Cockburn. Er hob Reformbemühungen Katars hervor, mahnte zugleich aber die in dem Land begangenen Verstöße etwa gegen Arbeits- und Menschenrechte an. Die Veränderungen müssten "so schnell wie möglich passieren".

Katar wird immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und Ausbeutung von Migranten kritisiert. Die Regierung des reichen Emirats weist die Vorwürfe zurück und führt Reformen zu Gunsten der ausländischen Arbeiter an.

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