12. Januar 2019 / 08:46 Uhr

Runge-Rückkehr: FSV Oschatz holt Mittelstürmer von Stahl Riesa

Runge-Rückkehr: FSV Oschatz holt Mittelstürmer von Stahl Riesa

Steffen Enigk
Beim Testspiel gegen Stahl Riesa im Januar 2016  wird Johannes Runge von den Oschatzern  Sirko Zoike, Tom Weidlich  und Jason Siegel (v.l.) geblockt.
Beim Testspiel gegen Stahl Riesa im Januar 2016 wird Johannes Runge von den Oschatzern Sirko Zoike, Tom Weidlich und Jason Siegel (v.l.) geblockt. © Ronny Belitz
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Johannes Runge verstärkt ab sofort den nordsächsischen Kreisligisten. Der 25-jähriger Torjäger hatte 114 Spielen in der Sachsenliga stolze 37 Treffer erzielt.

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Nordsachsen. Paukenschlag in der Kreisliga: Johannes Runge kehrt von Stahl Riesa zu seinem Heimatverein FSV Oschatz zurück und soll die Döllnitzstädter in der Rückrunde von Platz fünf aus weiter nach oben schießen. Der 25-jährige Mittelstürmer hatte die Nachwuchsmannschaften des FSV durchlaufen und war im Sommer 2011 nach Riesa gewechselt. Dort absolvierte Runge 114 Spiele in der Sachsenliga und erzielte für Stahl insgesamt 37 Tore.

„Ich freue mich sehr, dass Johannes zu uns zurückkommt und bin davon überzeugt, dass er uns weiterhelfen wird“, sagte FSV-Coach Steffen Wiesner der OAZ: „Ich kenne ja seine Qualitäten seit langem.“ Der 38-Jährige hatte Runge bereits früher im Oschatzer Jugendbereich betreut und große Erfolge mit ihm gefeiert. Als die B-Junioren des FSV 2009 Bezirksmeister wurden, hieß der Trainer Wiesner und der gefährlichste Angreifer Runge. Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen. Und als sich jetzt die Gelegenheit bot, den „verlorenen Sohn“ zu verpflichten, griffen die Oschatzer zu. Aber warum geht ein Stürmer aus der Landesliga drei Klassen tiefer in die Kreisliga?

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FC Grimma mit Remis gegen Stahl Riesa (14) (Ronny Belitz) Zur Galerie
FC Grimma mit Remis gegen Stahl Riesa (14) (Ronny Belitz) ©
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„Johannes hat sich im vergangenen September schwer am Knie verletzt und in dieser Saison nur einmal für Stahl Riesa gespielt“, erzählt Steffen Wiesner, „außerdem hat er eine Polizei-Ausbildung in Bautzen begonnen und schafft es zeitlich nicht, mehrmals in der Woche zu trainieren. Deshalb hat er sich in Riesa abgemeldet. Er wollte aber weiter Fußball spielen und hat bei uns fest zugesagt. Wir haben vereinbart, dass er einmal pro Woche zum Training kommt.“

Wiesner: Johannes kann die Lücke schließen

Obwohl Runges beste Zeit schon eine Weile zurückliegt – in der Saison 2015/16 traf der schnelle Angreifer 16-mal in der Sachsenliga – erhofft sich Wiesner durch ihn einen Leistungsschub. „Bisher hat uns ein eiskalter Knipser gefehlt, Johannes kann diese Lücke schließen.“ Denn Wiesner hat in seiner Mannschaft bisher zwei große Schwächen ausgemacht. Eine davon ist die Abwehrarbeit. „Wir bekommen zu viele einfache und manchmal sogar dumme Gegentore und haben dadurch schon etliche Punkte gelassen.“ Das andere Defizit sieht der Coach in mangelnder Cleverness im Abschluss. „Wir spielen Torgelegenheiten in Serie heraus, aber die Chancenverwertung ist oft richtig schlecht. Und ich denke, dass dies mit Johannes Runge deutlich besser wird.“

Mbye und Erdmann behalten vor dem Tor die Ruhe

Dabei konnte die Oschatzer Offensive durchaus überzeugen. Wie Spitzenreiter Roland Belgern hat der FSV Oschatz in der Hinrunde 46 Tore geschossen, nur der Tabellenzweite Doberschütz-Mockkrehna durfte noch häufiger jubeln (54). FSV-Newcomer Demba Mbye schlug voll ein und ist mit zwölf Treffern Dritter der Torschützenliste, unmittelbar vor Teamkollege Oliver Erdmann mit zehn Toren. Doch Wiesner reicht das alles noch nicht.

Verschiedene Meldungen aus der laufenden Saison zum FSV Oschatz

Der ehrgeizige Trainer hatte zwar im Sommer Rang fünf als Ziel ausgeben und diese Vorgabe bis zur Winterpause punktgenau erfüllt, doch angesichts des Saisonverlaufs ist er damit nicht zufrieden. Grund sind zwei Schwächephase zu Beginn und am Ende. In den ersten drei Spielen gelang kein Sieg und die letzten beiden wurden verloren. „Diese Niederlagen haben mir sehr weh getan“, gesteht Wiesner: „Beim 2:3 in Mörtitz hatten wir eine Unmenge Chancen und hätten nie verlieren dürfen, beim 2:4 gegen Naundorf dachten die Jungs, es geht von selbst und es fehlte die Laufbereitschaft.“ Das schmerzte, weil so eine bessere Ausgangsposition verschenkt wurde. Denn zuvor hatte die Truppe eine sensationelle Siegesserie hingelegt und acht Spiele am Stück gewonnen.

Coach gibt neues Saisonziel aus

Fakt: Der FSV Oschatz will weiter nach oben und Wiesner eine neue Serie starten. Als neues Saisonziel nennt er einen Podestrang und schielt sogar noch auf den Platz an der Sonne, obwohl Belgern zwölf Punkte vor den Oschatzern liegt. „Radefeld hat ein ähnliches Polster mal verspielt“, sagt er trotzig. Doch dazu müsste schon ein Fußball-Wunder her – oder ein extrem torhungriger Johannes Runge.

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