04. März 2020 / 13:18 Uhr

Saarbrücken-Scorer Kianz Froese erklärt nach Pokal-Krimi: So lief die Party-Nacht - Bayern-Los "wäre cool"

Saarbrücken-Scorer Kianz Froese erklärt nach Pokal-Krimi: So lief die Party-Nacht - Bayern-Los "wäre cool"

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der 1. FC Saarbrücken warf Düsseldorf aus dem Pokal und feierte anschließende eine Siegesparty. Kianz Froese (kleines Foto, rechts) war mit einer Vorlage vor dem 1:0 entscheidend am Halbfinal-Einzug beteiligt.
Der 1. FC Saarbrücken warf Düsseldorf aus dem Pokal und feierte anschließende eine Siegesparty. Kianz Froese (kleines Foto, rechts) war mit einer Vorlage vor dem 1:0 entscheidend am Halbfinal-Einzug beteiligt. © imago images/Jan Huebner/Sportfoto Rudel (Montage)
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Der 1. FC Saarbrücken steht nach einem Elfmeter-Krimi gegen Düsseldorf als erster Viertligist im Halbfinale des DFB-Pokals. Kianz Froese war mit einer Vorlage entscheidend am Erfolg beteiligt - und stellte sogar einen Rekord auf. Dem SPORTBUZZER erzählt er, wie die Party-Nacht verlaufen ist.

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Die wichtigste Ansage kam nach dem Abpfiff von Trainer Lukas Kwasniok. Im Elfmeter-Krimi gegen Fortuna Düsseldorf (8:7) zog der 1. FC Saarbrücken als erster Viertligist in der DFB-Pokal-Geschichte im Halbfinale. Und der 38 Jahre alte Coach der Saarländer kündigte danach eine Feier an, "dass wir wahrscheinlich morgen nicht wissen, wie der Tag heißt". Wie lief die Party-Nacht dann ab? FCS-Mittelfeldspieler Kianz Froese sagt am Mittwoch nach der Sensation dem SPORTBUZZER. "Wir haben mit der ganzen Mannschaft zusammengesessen, gegessen und Musik gehört", sagt er.

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Nach dem Spiel in der Nachbarstadt Völklingen ging es für die Feierlichkeiten rüber nach Saarbrücken. Um 3 Uhr war die Party-Nacht in der saarländischen Hauptstadt vorbei. "Es war keine riesengroße Party, aber wir hatten unglaublich viel Spaß", erzählt Froese. Kein Wunder, denn auch Coach Kwasniok kündigte an, dass der Aufstieg von der Regionalliga Südwest in die 3. Liga höchste Priorität besitzt. Dort treffen die Pokal-Helden am Samstag als Tabellenführer auf Walldorf - und der Vorsprung von sechs Punkten auf den Zweiten Elversberg soll weiterhin Bestand haben. Als Meister würde Saarbrücken direkt aufsteigen. "Es ist ein sehr wichtiges Spiel, und wir wollen weiter oben bleiben", sagt Froese.

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Genug Motivation für den Liga-Alltag holte er sich im Pokal-Krimi. Neben Torwart Daniel Batz, mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Rouwen Hennings (83. Minute) in der regulären Spielzeit und vier weiteren abgewehrten Strafstößen im dramatischen Elfmeterschießen gefeierter Held, war Froese ein wichtiger Protagonist der Saarbrücker Pokal-Sensation. Der in Kuba geborene Kanadier, noch bis Sommer 2019 für die Reserve der Fortuna aktiv, wurde in der 19. Minute für den angeschlagenen Boné Uaferro eingewechselt - und bereitete das 1:0 von Tobias Jänicke mit einem sehenswerten Solo vor. "Ich war richtig heiß, als ich reinkam", sagt Froese.

Froese stellt Vorlagen-Rekord im Pokal auf

Im "größten Spiel meiner Karriere", wie er das Viertelfinal-Duell mit seinem ehemaligen Verein im Vorfeld im SPORTBUZZER-Interview bezeichnet hatte, stellte er damit sogar einen Rekord auf. Der 23 Jahre alte Mittelfeld-Spieler ist der erste Nicht-Bundesliga-Spieler mit vier Vorlagen in einer Pokal-Saison. Schon in der ersten Runde gegen Jahn Regensburg und in der zweiten Runde gegen den 1. FC Köln war mit insgesamt drei Tor-Vorbereitungen zentral an den Siegen seines Teams beteiligt. Doch die Sensation musste noch warten.

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Der Ausgleich der Düsseldorfer in der 89. Minute habe - gerade nach dem gehaltenen Hennings-Elfmeter - "richtig weh getan", sagt der ehemalige Profi der US-Liga MLS, wo er bis Anfang 2017 Vancouver Whitecaps spielte und meint: "Dann weiß man nicht, in welche Richtung es geht." In der Verlängerung versuchte Saarbrücken dann sogar, das Spiel zu entscheiden und drückte aufs Gas. "Es ist immer besser, sich nicht auf das Elfmeterschießen einzulassen", erklärt Froese die Druckphase des Regionalligisten. Doch im Nervenspiel vom Punkt konnte sich der FCS auf Batz verlassen. "Er ist eine Mauer und war plötzlich wie Superman", scherzte Froese. Er selbst verwandelte seinen Strafstoß souverän, "dabei war es der erste Elfmeter überhaupt in einem Spiel für mich".

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Nun hat Saarbrücken die beiden Rheinland-Bundesligisten Köln und Düsseldorf sowie mit Regensburg und Karlsruhe zwei Zweitligisten ausgeschaltet. Und der in Polen geborene Coach Kwasniok meinte: "Das werden wir erst begreifen, wenn die Auslosung stattfindet. Irgendjemand da oben hat es gut mit uns gemeint." Einer der möglichen Gegner ist der FC Bayern nach dem 1:0 beim FC Schalke 04.

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Und darauf würde sich Vorlagen-Rekordhalter Froese besonders freuen: "Das wäre schon cool muss ich sagen - gegen Stars wie Coutinho zu spielen." Eine hohe Hürde wartet in jedem Fall - doch nach allen Überraschungen ist man in Saarbrücken selbstbewusst. "Ganz klar, jetzt wollen wir auch nach Berlin", betonte Kwasniok - die nächste Trainer-Ansage, die seine Spieler gerne erfüllen wollen.