20. Februar 2022 / 11:15 Uhr

Saarbrücken-Fans stürmen Platz: Trainer Uwe Koschinat "massiv frustriert"

Saarbrücken-Fans stürmen Platz: Trainer Uwe Koschinat "massiv frustriert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Saarbrücken-Trainer Uwe Koschinat ist verärgert über die Reaktion der Fans nach dem Spiel gegen Köln.
Saarbrücken-Trainer Uwe Koschinat ist verärgert über die Reaktion der Fans nach dem Spiel gegen Köln. © IMAGO/Jan Huebner/Getty (Montage)
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Der 1. FC Saarbrücken mischt trotz eines Rückschlags gegen Viktoria Köln weiter im Aufstiegskampf der 3. Liga mit. Einige Fans machen trotzdem ihrem Unmut auf dem Platz Luft – Trainer und Kapitän sehen dafür keinen Anlass.

Eine bittere Heimniederlage und dann noch mächtig Ärger mit den Fans: Das 0:1 gegen Viktoria Köln am Samstag in der 3. Liga wird der 1. FC Saarbrücken so schnell nicht vergessen. Nach dem Abpfiff stürmten enttäuschte Anhänger den Platz und stellten die Mannschaft zur Rede. "Was mich immer massiv frustriert ist, dass jedes Mal der Anschein erweckt wird, als ob wir kein leistungsbereiter Haufen wären", sagte der sichtlich verärgerte Trainer Uwe Koschinat bei MagentaSport.

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Dabei hatte sich der 50-Jährige vor der Partie gegen den Abstiegskandidaten so gefreut, dass endlich wieder mehr Zuschauer zugelassen sind. "Wir sind in so vielen Spielen über unsere Grenzen hinaus gegangen mit der Hilfe der Fans. Da bin ich davon ausgegangen, dass hier eine Idee der Einigkeit entsteht", sagte Koschinat. "Ich habe auch nie formuliert, dass wir die Fans nicht brauchen, um Spiele zu gewinnen. Deswegen ist meine naive Hoffnung gewesen, dass die Fans uns eben auch durch schwere Phasen begleiten, aber das trifft dann vielleicht heutzutage doch nicht auf alle zu."

Vor 6419 Besuchern im Ludwigsparkstadion entschied ein Eigentor von FCS-Verteidiger Dominik Ernst (7. Minute) das Spiel. Damit verpasste Saarbrücken den Sprung in das Spitzentrio der Tabelle und kassierte die erste Heimniederlage seit über 100 Tagen.

Koschinat las bei den hitzigen Wortgefechten nach dem Spiel einem unzufriedenen Fan so richtig die Leviten, bemühte sich aber später um Sachlichkeit. "Es ist natürlich so, dass im Fußball unheimlich viele Emotionen drin sind und dass die Enttäuschung sehr groß ist. Dann hat vielleicht ein Fan keine andere Chance, als sie vielleicht auf diese Art und Weise rauszulassen", erklärte der erfahrene Coach. Zugleich kritisierte er: "Es gibt eben sehr starke Gruppierungen, die sich für deutlich wichtiger halten als den Verein." Am Ende müsse man als Profi und Trainer mit dieser Situation umgehen.

Auch Kapitän Manuel Zeitz fand die Reaktion der Fans "völlig übertrieben: Ich weiß auch, es war kein überragendes Spiel von uns und mit Sicherheit auch anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Aber die Mannschaft jetzt hier so hinzustellen, als wären wir die absoluten Vollidioten und kompletten Versager, ist auch der falsche Weg." Er verwies ebenfalls darauf, dass die Saarländer erst im zweiten Jahr in der 3. Liga spielen - "und ich glaube, es würde uns in Saarbrücken momentan ganz gut an Demut tun".