25. Januar 2022 / 17:06 Uhr

Sachsen bleibt hart: RB Leipzig und Co. weiter vor nur 1000 Fans

Sachsen bleibt hart: RB Leipzig und Co. weiter vor nur 1000 Fans

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
23.01.2022, Sachsen, Leipzig: Fußball: Bundesliga, 20. Spieltag, RB Leipzig - VfL Wolfsburg in der Red-Bull-Arena. Nur wenige Zuschauer halten sich im Stadion auf. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Für RB Leipzig und die anderen sächsischen Vereine ändert sich nichts. Weiterhin sind maximal 1000 Zuschauer erlaubt. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Sachsens Landesregierung kennt kein Erbarmen. Auch in der neuen Corona-Notfallverordnung, die am 6. Februar in Kraft treten soll, ist keine Erhöhung der zulässigen Zuschauerzahl in den Fußball-Stadien des Freistaats vorgesehen. Für RB Leipzig, aber auch den 1. FC Lok heißt das voraussichtlich bis in den März hinein: Mehr als 1000 Fans dürfen nicht vor Ort sein.

Leipzig. RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff hatte am Wochenende noch einmal verbal Druck gemacht. Geholfen hat es nichts. Auch weiterhin dürfen in Sachsen nicht mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig in die großen Fußball-Stadien. Das bestätigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der Eckpunkte für die kommende Corona-Notfallverordnung. Die soll am 6. Februar in Kraft treten und bis zum 6. März gelten. Das heißt auch: Bis in den März hinein wird sich nach jetzigem Stand eher nichts an der misslichen Lage der Clubs ändern, werden die Zuschauerplätze überwiegend leer bleiben und damit auch die Kassen.

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Köpping begründete die Entscheidung mit dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom Montag, bundeseinheitliche Regelungen für überregionale Großveranstaltungen beschließen zu wollen. Das soll bis zum 9. Februar erfolgen. Was den Vereinen im Freistaat nicht schmecken wird: Im benachbarten Bayern interessiert der Sachstand vom Montag nicht. Dort beschloss das Kabinett am Dienstag, bis zu 10.000 Fans den Zutritt zu ermöglichen. Betroffen davon ist auch Rekordmeister München, dessen erstes Heimspiel unter diesen Voraussetzungen ironischerweise gegen RB steigt.

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Bayern ist nicht das einzige Nachbar-Bundesland, in dem damit deutlich mehr möglich ist. So spielte Drittliga-Primus 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den TSV Havelse vor sage und schreibe 13.385 Menschen. In Sachsen-Anhalt dürfen die Stadien bis zu 50 Prozent ausgelastet werden. In diesem Zusammenhang hatte Mintzlaff zuletzt gesagt: „Vieles können wir aktuell nicht mehr nachvollziehen. . Das ist für mich reine Symbolpolitik.“

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Hoffnungsschimmer bleibt

Ihm und allen anderen betroffen Clubs bleibt ein Hoffnungsschimmer: der 9. Februar. Beschließen die Staats- und Senatskanzleien der Länder dann einheitliche und vor allem höhere Obergrenzen, könnte Sachsen bereits vor der zweiten März-Woche korrigieren. Wohlgemerkt könnte. „Ich kann da wirklich keine Zusagen machen“, meinte Köpping am Dienstag auf Nachfrage und lieferte den Grund gleich mit, die Omikron-Welle.

„Es werden ja aktuell Prognosen abgegeben, wie Omikron wirkt. Dort wird gesagt, dass etwa Mitte Februar der höchste Stand erreicht sein soll“, so die Ministerin. In Sachsen sei man allerdings ein Stück weit hinterher, weil die zuletzt getroffenen strengen Corona-Maßnahmen länger nachwirken als in anderen Bundesländern. „Deswegen kann es sein, dass der höchste Inzidenzwert bei uns auch erst eine Woche später erreicht wird. Das kann ich heute alles noch nicht wissen.“ Sie versicherte zwar, alles was möglich ist, auch möglich zu machen. Aber warnte auch davor, dass das Corona-Pendel bei einer ungünstigen tatsächlichen Entwicklung ebenfalls in die andere Richtung ausschlagen könne. „Wir können in beide Richtungen immer schnell reagieren.“

Bis es soweit ist, heißt es erst einmal weiterhin: Bei 1000 Fans ist Schluss. Bei RB wären davon die Bundesliga-Heimpartien gegen den 1. FC Köln (11.02.) und den SC Freiburg (05.03.) sowie das Hinspiel in der Europa League gegen Real Sociedad (17.02.) betroffen. Dazu käme noch das Viertelfinale im DFB-Pokal, das am 01. oder 02. März angepfiffen wird. Ob die Leipziger da allerdings überhaupt in der heimischen Red Bull Arena ran müssen, entscheidet sich erst am kommenden Sonntag im Rahmen der Auslosung.