07. Juli 2020 / 14:20 Uhr

Sachsen erlaubt Zuschauer! RB Leipzig kann vor Fans in die Bundesliga starten

Sachsen erlaubt Zuschauer! RB Leipzig kann vor Fans in die Bundesliga starten

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Die RB-Fans müssen auf den Ausbau der Red-Bull-Arena noch warten. Es bleibt vorerst bei einer Kapazität von 44.500 Zuschauern.
Der Bundesligastart in Leipzig könnte vor Fans erfolgen. (Archivbild) © Archiv
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Sachsens Staatsregierung hat kurz vor den Sommerferien noch ein Ass aus dem Ärmel gezogen. Der Freistaat plant, ab 1. September wieder Großveranstaltungen zu gestatten. Dazu würden auch die Bundesliga-Partien von RB Leipzig gehören.

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Leipzig. Der Freistaat Sachsen hat zum Beginn der kurzen Sommerpause beste Nachrichten für Fußball-Fans. Denn die Staatsregierung will ab 1. September Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern und ganz explizit auch Bundesliga-Spiele erlauben. Voraussetzung sei die Nachverfolgbarkeit der Kontakte sowie ein geeignetes Hygienekonzept, so Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag. "Wir wollen eine Aussicht bieten, wollen frühzeitig sagen: Das haben wir vor", begründete die Politikerin die öffentliche Vorabinformation knapp zwei Monate vor dem eigentlichen Termin. Denn: Veranstaltungen dieser Größe bedürften unter Pandemie-Bedingungen einer besonderen Vorbereitung.

"Die Stadien werden nicht voll sein"

Glück für RB Leipzig: Der Bundesligist hatte erst in der Vorwoche bestätigt, dass ein entsprechendes Papier am Cottaweg entwickelt wurde. Das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig hatte für die von RB angedachten Vorkehrungen für die Rückkehr von Zuschauern in die Red-Bull-Arena bereits seinen Segen erteilt. Die Eckpunkte des Konzepts sehen vor, dass rund 50 Prozent der Fans ins Stadion dürfen. Das entspricht einer Kapazität von etwas mehr als 20.000. Es soll personalisierte Tickets mit Namen und Handy-Nummern geben, die unter den Dauerkarten-Besitzern verlost werden. Tagestickets sind vorerst nicht vorgesehen. Zudem soll jeder Stadionbesucher einen festen Sitzplatz haben, die Sitzschalen zur Rechten und zur Linken bleiben frei. Bei Familienmitgliedern oder Personen aus einem Hausstand ist kein Sicherheitsabstand nötig. Gäste-Fans sind nicht erlaubt und für alle Besucher gilt die Maskenpflicht. Die Bundesliga plant den Start der kommenden Saison am 18. September.

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Dass Sachsens Stadien ab 1. September zwar besucht, aber nicht ausverkauft sein werden, bestätigte auch Petra Köpping: "Die Stadien werden nicht voll sein." Wie viele Fans schlussendlich zugelassen sein werden, sagte die Ministerin nicht. Bei Sven Jahn, Vorsitzender des RB-Fanclubs A-Block-Bullen, herrschte am Dienstag dennoch erst einmal große Freude. "Ich bin sehr positiv überrascht über diese Entscheidung. Ich würde definitiv, sobald es möglich ist, wieder ins Stadion gehen. Für die Mannschaft ist es schön, wenn die Fans wieder dabei sind und nicht nur der stille Support mit den Fanclubbannern existiert." Bedenken habe er keine, "es kommt aber natürlich immer auf die aktuelle Pandemie-Situation an und wie die Rückkehr des Publikums umgesetzt wird. Man muss es so gestalten, dass es nicht zu eng wird. Ich vertraue auf das Konzept von RB. Man sollte jetzt nicht zu viele Fans aussperren, sondern schrittweise wieder für alle öffnen.“

Noch ist nichts fix

Nicht bis September warten müssen "Veranstaltungen im Breiten- und Freizeitbereich", der "ganz normale Vereinssport". Hier soll ab 18. Juli wieder Publikum zugelassen werden. Voraussetzung ist auch hier ein behördlich genehmigtes Hygienekonzept im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungen. Kleiner Wermutstropfen: "Wichtig ist hier, dass wir Rufen, Singen, Schreien soweit wie möglich verhindern, auch wenn ich selbst als ehemalige Sportlerin natürlich weiß, dass das nicht immer ganz einfach ist", erklärte Köpping. Sven Jahn sieht das unkritisch. "Wenn man nicht die dickste Maske hat, kann man auch da noch geschützt gut durchbrüllen und die Mannschaft anfeuern."

Die Ministerin ging nicht konkret auf die im August anstehenden Partien im Sachsenpokal - hier stehen noch Halbfinale und Finale aus - sowie einen möglichen Start der Regionalliga Nordost ein. Hier bleibt also zunächst unklar, ob Vereine wie die BSG Chemie oder der 1. FC Lok Leipzig ihre Spiele bereits vor Publikum bestreiten können oder bis zum September warten müssen. Klar ist lediglich: Ein genehmigtes Hygienekonzept muss her.

Wichtig: Bei den am Dienstag vorgestellten Plänen handelt es sich zunächst um einen Entwurf. "Die Verordnung geht noch in die Anhörung und muss danach beschlossen werden", so die Ministerin.