23. April 2021 / 07:23 Uhr

Sachsen investiert 113 Millionen Euro in den Sport: Mehr Geld für das Ehrenamt

Sachsen investiert 113 Millionen Euro in den Sport: Mehr Geld für das Ehrenamt

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Wolf-Dietrich Rost: sportlicher Sprecher der sächsischen CDU
Wolf-Dietrich Rost, sportlicher Sprecher der sächsischen CDU, ist mit dem neu erarbeiteten Doppelhaushalt zufrieden. © Jakob Reiche
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113 Millionen Euro sind im neuen Doppelhaushalt des Freistaats Sachsen für den Sport vorgesehen. Ganz vorne auf der Prioriätenliste stehen Sportanlagen und Übungsleiter, die künftig eine höhere Aufwandsentschädigung für ihre ehrenamtliche Arbeit erhalten. Auch im Fall der zuerst gestrichenen Integrations-Fördermittel gibt es gute Nachrichten.

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Leipzig. Sportvereine in ganz Sachsen leiden seit über einem Jahr massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie: Trainingsausfall, ausbleibende Zuschauer und sinkende Mitgliederzahlen sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Finanziell steht es schlecht um die Vereinslandschaft im Freistaat. Viele Klubs sind auf Unterstützung angewiesen und laufen längst auf Reserve. Mit Soforthilfen und Darlehen versucht das Land Sachsen den Zerfall der Vereinsstrukturen seither abzuwenden und hat den Sport im neuen Doppelhaushalt für die Jahre 2021/22 mit 113 Millionen Euro bedacht. Geld, dass an vielen Stellen aktuell fehlt und langfristig der Vereinslandschaft helfen könnte. Investitionsschwerpunkte: Die Unterstützung des Ehrenamts und die Sanierung alter Sportanlagen.

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 „Ich bin sehr zufrieden mit dem neuen Doppelhaushalt. Wir haben das erreicht, was wir uns vorgestellt haben“, sagt Wolf-Dietrich Rost. Der sportpolitische Sprecher der sächsischen CDU lobt die Zusammenarbeit innerhalb seiner Fraktion und der Regierung in den schwierigen Zeiten. „Dieser Haushalt ist ein klares Bekenntnis des Freistaats zum Sport und setzt ein deutliches Zeichen, wie wichtig das Ehrenamt ist“, führt der Leipziger aus.

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Konkret wurde für die Jahre 2021 und 2022 an der Aufwandsentschädigung für Gruppenübungsleiter gearbeitet, Trainerinnen und Trainer im Freistaat sollen für ihren ehrenamtlichen Einsatz mehr Geld bekommen. Lag die jährliche Übungsleiterpauschale im Jahr 2019 noch bei 350 Euro wurde sie nun auf 440 Euro angehoben. Nächstes Jahr kommen noch einmal 40 Euro oben drauf. Ein kleiner Erfolg für die Basis der sächsischen Vereinsstrukturen.

20.000 Trainerinnen und Trainer der knapp 4.500 Vereine in Sachsen erhalten künftig 130 Euro mehr im Jahr. Zusammengerechnet erhöht der Freistaat die Ausgaben für das Ehrenamt im Sport um 2,6 Millionen Euro – kein loses Lippenbekenntnis. In der Krise benötigen die Vereine aber noch deutlich mehr Hilfe. Bis Ende 2022 sollen über die Initiative „So geht Sächsisch“ im Rahmen einer Werbekampagne rund 2,5 Millionen Euro an den Landessportbund und an „Halbprofis“ fließen – unter anderem an Fußball-Regionalligisten wie den 1. FC Lok Leipzig oder die BSG Chemie.

50 Millionen für Sportanlagen

Ein weiterer Schwerpunkt des Doppelhaushalts sind die Investitionen rund um und auf den Vereinsgeländen. Knapp über 50 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, ein Anstieg von rund 3,4 Millionen zum Vorjahr. Mittel, die in die Sportanlagen im gesamten Freistaat fließen sollen. Kunstrasenplätze, Tartanbahnen und Hockeyfelder, auf denen auch in Zukunft wichtige Integrationsarbeit geleistet werden soll.

Dass die Gelder für die Integrations-Förderung weiterhin bestehen, war aber alles andere als ein Selbstläufer. Im ersten Regierungsentwurf hatte die Verwaltung genau diese Mittel gestrichen. Der Landessportbund und zahlreiche Kreise hatten sich deutlich dagegen ausgesprochen und Erfolg mit ihrem Anliegen. Nach einem Änderungsantrag stehen die Gelder nun weiter zur Verfügung.