15. September 2020 / 11:59 Uhr

Sachsen statt USA: Bob- und Skeleton-WM kommt 2021 nach Altenberg

Sachsen statt USA: Bob- und Skeleton-WM kommt 2021 nach Altenberg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Altenberg statt Lake Placid heißt es 2021 für die weltbesten Bob- und Skeleton-PilotInnen.
Altenberg statt Lake Placid heißt es 2021 für die weltbesten Bob- und Skeleton-PilotInnen. © Jürgen Männel
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Corona wirbelt den Wettkampfkalender im Bob und Skeleton durcheinander. Die Welttitelkämpfe im kommenden Jahr wechseln zwar nicht das Datum, wohl aber den Austragungsort.

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Altenberg. Der Bob- und Skeleton-Weltverband (IBSF) sorgte an diesem Dienstag für eine faustdicke Überraschung. Die Weltmeisterschaft wird nicht wie geplant vom 5. Bis 14. Februar 2021 in Lake Placid (USA) stattfinden, sondern in Altenberg. Damit ist der Eiskanal im Kohlgrund zum zweiten Mal in Folge Schauplatz der Titelkämpfe. Grund ist die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen und die Sorge um die Gesundheit der Athleten.

"Wir sind bereit und motiviert"

„Wir haben diese Entscheidung im Exekutivkomitee ausführlich erörtert und sie ist uns nicht leichtgefallen. Doch der Großteil der Sportler, die an den Meisterschaften teilnehmen, sind in Europa zu Hause. Daher bestand unsere Strategie darin, weniger Zeit in der Quarantäne zu verbringen“, erklärte IBSF-Generalsekretärin Heike Größwang. Zugleich werden auch alle Weltcups in Nordamerika gestrichen. Einen genauen Terminplan soll es demnächst geben.

Die Freude in Altenberg war groß: „Wir fühlen mit den Kollegen in Lake Placid, für sie ist diese Entscheidung ein schwerer Schlag. Zugleich sind wir dankbar für das große Vertrauen, das die IBSF uns entgegenbringt, so kurzfristig eine WM auf die Beine zu stellen. Vor uns und unseren Partnern liegt nun ein ordentliches Stück Arbeit. Wir sind bereit und motiviert, diese besondere Herausforderung anzunehmen“, betonte Jens Morgenstern, Geschäftsführer der Wintersport Altenberg GmbH und zugleich Organisations-Chef der WM.

Ausländer nicht gerade begeistert sein

Erst vor reichlich 28 Wochen endete die letzte WM im Erzgebirge mit dem grandiosen Triumph von Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich mit dem Sieg im Vierer. Damit bestieg der Lokalmatador endgültig den Bob-Thron und stellte bei dieser WM gleich mehrere Rekorde auf oder ein. Der 30-Jährige erklärte gegenüber dem SPORTBUZZER, dass er die Entscheidung der IBSF zweigeteilt sieht: „Zum einen ist es natürlich für uns schön. Wir haben damit viel mehr Zeit, uns um Materialtests zu konzentrieren. Gerade für den Vierer haben wir noch einiges zu tun, um 2022 bei Olympia wieder vorn sein zu können. Andererseits werden die Ausländer nicht gerade begeistert sein, schon wieder in Altenberg fahren zu müssen.“

Sein Heimtrainer Gerd Leopold sieht das ähnlich: „Für die internationale Konkurrenz ist das nicht so attraktiv. Für uns ist es eine gute Gelegenheit, die Ergebnisse von diesem Jahr zu wiederholen und Medaillen zu sammeln“, so der Erfolgscoach, der aber auch warnt: „Wir sollten dabei demütig bleiben, die Ergebnisse nicht überbewerten und fleißig weiter arbeiten. Das große Ziel sind die Olympischen Spiele und da hätte uns Lake Placid eher gezeigt, wo wir stehen.“

Die erste zentrale Leistungsüberprüfung für die deutschen Athleten findet an diesem Wochenende mit dem Starttest in Oberhof statt.

Übrigens wurde zuvor schon die Rodel-WM vom kanadischen Whistler nach Königssee verlegt.